Das Ende von Windows Media Player, Quick Time und Real Player

Wie kann das bloß passieren, dass ein nur zwei Jahre junger Flash Player die großen Old-School Player vollkommen vom Markt verdrängt hat? Wieso hat Microsoft diese bahnbrechende Entwicklung vollkommen verschlafen?

Die Adobe Flash Software bietet durch die offene Handhabung in der Entwicklung eines Flash Players eine ganze Menge mehr als der Windows Media Player (WMP) von Microsoft. Dieser “Dinosaurier” unter den Abspielprogrammen ist nebst Quick Time und Real Player meiner Meinung nach zu einem Featuremonstrum herangewachsen. Zu viele einzelne überflüssige Funktionen und auch ein gewisses Sicherheitsrisiko sprechen gegen den Einsatz dieser Software. Im Gegensatz dazu kann man mit Flash-Videos in technischer Hinsicht besser und einfacher Videos auf Servern bearbeiten, verändern und an ein breit gefächertes Publikum ausstrahlen. Letztendlich war die Bearbeitung der Videos damals nur mit Windows Media Tools, QuickTime Production und RealProducer durch professionell ausgebildete Digitalisierungsexperten möglich. Heute kann man sogar online seine Videos bearbeiten und nachkodieren – Flash Video macht es möglich.

Der größte Vorteil: All Video-Formats In & One Video-Format Out

Genau diese Tatsache macht das Flash Video für Videohoster gerade interessant. Jedes beliebige Format kann serverseitig in ein einziges einheitliches Format konvertiert werden. Das ist auch der Grund, wieso die Idee des Videohostings heute überhaupt funktioniert. Die Betreiber von Videoportalen brauchen sich nicht mehr per Hand mit der ganzen Enkodierung auseinandersetzen – so wie es noch vor 3-4 Jahren üblich war. Viele Unternehmen haben damals für die Codierung ihrer Videos eigene Abteilungen aufgebaut und damit einen unglaublichen Aufwand an Geld und Humankapital betrieben. Heute wird die gleiche Arbeit von günstigen Enkodierungsservern erledigt. Bei sevenload haben wir dazu noch einige Filter wie unseren Brillianzfilter eingebaut, so dass die Videos optisch besser aussehen als bei anderen Portalen – und das bei gleich bleibender Kodierungsgröße. Vergleicht das Ergebnis doch selbst!

Die weiteren Vorteile für den Flash Player

  • Auf rund 96% der internetfähigen PCs ist der Flash Player installiert – und um nicht ganz technisch zu werden: Flash nutzt die Sorensen Spark und On2 VP6 Codecs.
  • Man kann neben der Ausstrahlung des Videomaterials mit interaktiven Elementen arbeiten. Dadurch ergeben sich ganz neue Möglichkeiten um endlich den Weg frei für Interaktives TV und Internet Video Programm Guides (IVPG) zu bereiten.
  • Streaming ist bei Flash ebenso möglich wie bei den traditionellen Mediaplayern. Neben google.video.de hat auch sevenload.de als einziger Anbieter Flash Streaming Videos. Das bedeutet, dass man jede beliebige Stelle eines Videofilms direkt über den Scroll- bzw. Fortschrittsbalken anspringen kann. Ebenfalls ist es bei sevenload möglich, direkte Sprungmarken des Videofilms über Standbilder rechts neben dem Flash Player auszuwählen. Diese Idee ist im Prinzip mit dem Auswahlmenü von einzelnen Szenen bei DVDs vergleichbar.
  • Die Anbindung in externe Webseiten sind sehr einfach. Die Videos können direkt über einen JavaScript-Code oder einen traditionellen Object-Embed Tag auf jeder beliebigen Webseite, Blog oder Forum eingebunden werden.
  • Das Design des Flash Players ist selbst gestaltbar. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

Mögliche Nachteile
Flash nutzt nicht die geballte Power von Grafikkarten über DirectX oder ähnliche Grafikbeschleuniger aus. Dadurch ist Flash Video derzeit nicht unbedingt leistungsfähig, jedoch spielt die Zeit für die Flash Videos durch kommende technologische Entwicklungen.

Die Zukunft von Flash Videos
Wie schon oft angesprochen denke ich, dass es bald verschiedene Flash Player mit Vollbildmodus geben wird. Für diesen Schritt müssen die Videohoster eine einheitliche Schnittstelle schaffen. Nur gemeinsam können wir in diese Richtung gehen. Zu diesem Zweck habe ich heute die netten Kollegen von clipfish.de getroffen um mit Ihnen über diese einheitliche Schnittstelle zu sprechen. Als Ergebnis darf ich verraten, dass das Gespräch sehr gut verlaufen ist. Somit könnte man eine einheitliche Verbreitung der verschiedenen Plattformen möglich machen und Entwicklern die Chance bieten ihre eigenen und damit ganz neuen Geschäftsmodelle aufzubauen, die es heute wahrscheinlich noch gar nicht gibt. Ich bin mir absolut sicher, dass man heute Angebote wie Premiere Home mit User Generated Content ermöglichen kann. Natürlich wird in einem Flash Player mit Vollbildmodus eine interaktive Nutzung möglich sein

Die Konsequenz
Die Nutzerschaft der Internet TV Konsumenten wird weiter steigen. Die nötigen infrastrukturellen Erweiterungen habe ich hier bereits ausführlich erklärt. Für die Flash Videos selbst wird ein ausgeklügeltes Digital Rights Management (DRM) eingesetzt werden, welches neben den bisher bekannten Formen von privaten, aber auch professionellen Videos die Ausstrahlung von hochqualitativem Videomaterial (z.B. in DVD Qualität im Flash Video) ermöglicht. Dieses DRM, was dabei bis auf die Flash Technologie nicht auf ein spezielles Dateiformat setzt, wird nicht nur die Inhalte schützen, sondern die Verbreitung von sämtlichem urheberrechtlich geschützten Material unterbinden. Die Flash Player mit Vollbildmodus werden illegal erstandene Filme nicht abspielen bzw. die Bearbeitung unterbinden. Zum DRM werde ich in den nächsten Tagen was schreiben.

Als Konsumenten der Videos werden wir uns auf dieser Basis selbst das eigene Internet TV Programm zusammenstellen können. Das individualisierte, plattformunabhängige und vor allem für den Einzelnen bezahlbare Internet TV Programm kann so ins Leben gerufen werden. Vor allem wird es ein günstiges Angebot für die Konsumenten sein, denn sobald sie eigene Filme in den verfügbaren Pool von Videos einstellen und dadurch an den Einnahmen z.B. über Pay per View oder Abonnementdienste ebenfalls partizipieren können, kann so nahezu ein kostenloses Fernsehprogramm für jeden bereitgestellt werden.

Je nach Geschäftsmodell der Contentlieferanten wird dieses partizipative Modell realisierbar sein. Es kommt hierbei nur darauf an, wieviel jeder von dem Kuchen dem anderen zu Verfügung stellen möchte, und wieviel man dem Konsumenten zumuten will. Ebenfalls wird der Werbemarkt neben Viralen Marketing Kampagnen dieses partizipative Modell nutzen können, so dass für die Einblendung von Werbung wiederum wie im klassischen Privatfernsehen die Inhalte kostenfrei bleiben. Alles in allem schreitet diese Entwicklung voran. Die Technik dazu entwickeln wir, damit in den nächsten Jahren diese Visionen endlich Wirklichkeit werden können.