Aggregated Long Tail Views – auch im Blogs?
Die in meinem letzten Blogeintrag beschriebenen ALT-Views lassen sich natürlich beispielhaft auch auf Weblogs projizieren. Ich habe mich mit Mike, unserem Spezialisten für Blogs, noch einmal über mein Prinzip der Aggregated-Long-Tail-Views unterhalten. Das Ergebnis unserer Unterhaltung war:
Genauso wie die Videos auf sevenload werden die alten Einträge in Blogs von der Startseite über die Folgeseiten in das Archiv durchgereicht. Die Leser von Weblogs sind dabei sehr stark auf die aktuellen Einträge bzw. die in den RSS Feeds vermittelten Aktualisierungen fixiert. Sofern die Beiträge durch die konsequente Produktion an neuen Blogeinträgen an ihrer Aktualität verlieren, sind sie den Stammlesern jedoch nicht vorenthalten. Vielmehr gewinnen sie an thematischer Relevanz und können über bekannte Funktionen der Blogs wie „Verwandte Artikel“, „Letzte Kommentare“ oder das Tagging der Beiträge immer wieder dem Stammleser und Suchmaschinenbesuchern vorgelegt werden. Es herrscht daher eine allgegenwärtige Präsenz der Inhalte auf dem jeweiligen Blog und in den Suchmaschinen. Beispielsweise finde ich sehr oft Ergebnisse von Robert Basic, wenn ich nach irgendwelchen Firmen suche. Je mehr Robert Basic schreibt, desto mehr verewigt er sich mit seinem Blog in den Suchmaschinen, und desto mehr Zugriffe hat er in der Zukunft.
Bei sevenload sind speziell die Videos der jeweiligen Specials als einzelne Episoden oder Folgen in ein Archiv ausgelagert. Ebenso finden Suchmaschinenbesucher und die Stammzuschauer ältere Episoden, die aktive Community von sevenload tut ihr übriges um auch ältere Inhalte immer wieder zu beleben, so dass das Prinzip der ALT-Views hier genauso effizient greift.
Natürlich ist diese besondere Eigenschaft nur bei digitalen Medieninhalten im Internet anwendbar, während die traditionellen Medien auf das bekannte Windowing und Versioning ihrer Contents zurückgreifen müssen: Das Windowing ist dabei der Prozess um ein komplettes Produkt (z. B. einen Kinofilm) über unterschiedliche Vertriebswege zu unterschiedlichen Zeitpunkten zu vertreiben: Vom Kino, über Pay-per-View, Video, DVD, Pay-TV und im Free-TV bis hin zu Video-on-Demand Services. Unter dem Begriff des „Versionings“ versteht man die Distribution eines Produktes in unterschiedlichen Versionen: Kinofilm, TV-Serie, Bücher, Musik-CDs, Fanartikel, etc.
Das Prinzip der ALT-Views ist somit ein dritter alternativer Distributionsweg für Medieninhalte. ALT-Views lassen sich sowohl bei Textinhalten als auch bei Bildern und Videos abbilden, so dass sämtliche Medienprodukte über den Distributionsweg des Internets so einsetzbar sind, um die Monetarisierung von User-Generated-Content voranzutreiben. Daher ist die Wertschöpfung einer Medienplattform wie sevenload zwischen Anbieter und User (auf der Ebene des B2C) durch die ALT-Views definierbar. Für sämtliche Contentanbieter ist ein zu monetarisierender ALT-View des jeweiligen Medieninhaltes der Idealfall, um im Internet an den Erlösen partizipieren zu können.
