Trends im Gaming Markt / GamesMarkt

Der Markt für Gaming boomt wie nie zuvor. Die Spielehersteller vermelden Rekordhöhen wie z.B. Microsoft. Das Spiel Halo 3 soll schon am ersten Verkaufstag 170 Millionen Dollar umgesetzt haben. Wir leben in einer Zeit des Lean-Forward-Entertainments. Die Industrie erkennt, dass die Interaktivität, Nutzungszeit, Involvement und die Akzeptanz zu Videospielen höher ist als je bei jedem anderen Medium zuvor. Wahrscheinlich ist Gaming damit auch die kostengünstigste und abwechslungsreichste Unterhaltung, die man derzeit bekommen kann.

Ich habe seit Jahren ein Fable für Konsolenspiele. Daher habe ich mir früh schon die Playstation 3 besorgt. In der letzten Zeit haben wir in den kurzen Pausen bei der Entwicklung von sevenload 3.0 ab und zu mal die PS3 zur Abwechslung angemacht. Das Spiel Guitar Hero 3 ist für mich eine unglaubliche Weiterentwicklung des Spielemarktes – es stellt eine Verschmelzung der Musikindustrie mit diesem unterhaltungslastigen Markt dar. In Guitar Hero kann man sich mit Slash und Tom Morello auf einer Plastik Gitarre messen. Nach kurzer Einspielzeit ist das wirklich ein tolles Erlebnis. Auch die Werbeindustrie entdeckt immer mehr die Möglichkeiten in diesen Spielen zu werben. Es gibt sogar eine Community für Guitar Hero. Slash spielt sogar offiziell in dem Spiel mit. Das ist der Beweis, dass es nicht mehr all zu lange dauert, dass Schauspieler eher in Videospielen zu sehen werden als im Kino. Hört sich verrückt an, aber der Spielemarkt bringt einfach mehr Geld in die Kassen! Man merkt, dass die Spieleindustrie im Wandel ist. Die heutigen Spiele brauchen Action und Spannung, wie man es aus Hollywoodfilmen kennt. Die Entwickler dürfen nicht nur an die Grafik und Gameplay denken, sondern, es ist wichtig die perfekte Soundkulisse zu entwickeln.


Link: sevenload.com
Trailer: Werbung für Guitar Hero 3

Werbetreibende sieht man seit einiger Zeit immer öfters in Games. Beispielsweise war kurzfristig in dem Spiel Guitar Hero auf der Bühne ein Red Bull Dose zu sehen. InGame-Advertising ist eine sehr effektive Form der Werbung. Sie sollte nur richtig eingesetzt werden, da die Zielgruppe sehr spitz ist. Bei Guitar Hero wäre wahrscheinlich eine Bierflasche geeigneter gewesen, doch vielleicht wäre das aber wieder nicht im rechtlichen Rahmen erlaubt. Red Bull passt jedoch auch, nur habe ich im Kopf eher einen Rocker der mit einer Jack Daniels Flasche zu sehen ist, aber auch egal! Fakt ist jedoch, dass ich die Werbung hier ohne weiteres akzeptiere und z.B. Rennspiele ohne Werbung nicht realistisch wirken – dank RTL und der Formel 1.

Der Vorteile von solchen Spielen sind definitiv, dass die Musikindustrie ein neues GF-Modelle entstehen lassen kann und die Spieler unglaublichen Spaß haben Lieder aus ihrer Jugend nachzuspielen. Die Re-Finanzierung alter Titel ist hiermit auch möglich. Eine Sache vermisse ich bei Guitar Hero: Einen Einkaufskorb wo ich Songs kaufen kann. Die PS3 ist durchgehend mit dem Netz verbunden. Ich würde sogar für die Songs mehr als bei ITunes bezahlen, weil ein Wert (z.B. Programmierung) direkt erkennbar ist. Das Geschäftsmodell ist unglaublich interessant und ich hoffe, dass die Macher von Guitar Hero daran arbeiten. Es ist wahr, dass ich ein Song in dem Spiel gehört habe (Muse – Knights of Cydonia), welches ich mir dann in ITunes direkt gekauft habe. Hat also funktioniert!

Also was ist cool?:
1. Durch die Möglichkeit Updates einzuspielen sind die Spiele auch nach dem Verkauf noch monetarisierbar und stellen für den Kunden einen Mehrwert dar. Die Spiele ermöglichen einen dauerhaften Spielspaß durch Updates, Erweiterungen und neue Features.

2. MashUps von verschiedenen Bereichen ermöglichen, dass die Spiele näher an die Realität kommen. Mit dem Spiel Endless Ocean z.B. kann man auf der WII die unendlichen Tiefen des Ozeans erkunden, mit Delfinen tauchen, geheimnisvolle Schiffswracks finden oder das wimmelnde Leben tropischer Korallenriffe erforschen. Definitiv ist das spannend, wenn man in dieser kleinen virtuellen Welt tief eintauchen kann. Alles wirkt fast realistisch. Man ist jedoch schnell ein direkter Teil des Spiels – und meine positive Einstellung zum Spiel steigt. Wenn man das Spiel so gar nicht mag, kann man im Aquariumsmodus zumindest die schöne Unterwasserwelt als Bildschirmschoner für sein TV Gerät nutzen. Wir werden bald viel mehr solcher Ideen erkennen.

3. Die Spiele haben durch den Zugang zum Internet eine unglaubliche Fangemeinde und eigene Social Networks entwickelt sich (z.B. Gamona). Freunde online zu treffen und mit ihnen zu spielen ist nicht neu, aber es wird für den Gamer mehr als vereinfacht. Die Werbeindustrie wird hier neue Messmethoden entwickeln müssen um die Nutzungsdaten abgreifen zu können – und daraus neue Werbeformen in Spielen integrieren zu können. Hier wird das Wachstum der Werbeindustrie durch marktkonforme Kundenbindung definitiv gestärkt.

Für mich als Konsolenliebhaber sind damit jede Art von MashUps von den verschiedenen Anbietern und Spieleherstellern extrem wichtig, wenn das Know How auf einer interaktiven Ebene eingesetzt wird um das gesamte Spielgeschehen spannender zu machen. Die Nutzung eines Handys in Verbindung mit dem Konsolenspiel ist schon spektakulär. Hier sind nun die kreativen Köpfe gefragt. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass die Verknüpfung von Videospielen mit Videoportalen nicht ganz abwegig ist wie z.B. unser sevenload auf der WII.

Wenn man die Spieleindustrie genauer betrachtet, sieht man auch sofort, dass die Spieleindustrie schon vor Jahren die partizipativen Grundlagen des Web 2.0 erkannten. Sie haben dem Phänomen nur keinen eigenen Namen gegeben. World of Warcraft ist schon längst neben den Spielern vielen anderen Menschen ein Begriff. Neben der spielerischen Komponente von Gut und Böse, Erfolg und absolut vielfältiger Unterhaltung hat sich eine der entwicklungsfreudigsten Fangemeinden entwickelt, die je ein Spiel um sich scharen konnte. Es werden innerhalb des Spiels eigene Gruppen und Fraktionen gebildet (in Form von Gilden), Waren werden gekauft und verkauft, es gibt etliche Foren, Web-Verlinkungen, Empfehlungen, Wettbewerbe, Events, Widgets, Uploads, Downloads, Points, MashUps – kurzum: World of Warcraft vereinigt alles was das Web 2.0 auch kann. Nur wurde das schon vor Jahren erfolgreich aufgrund einer Spieleapplikation angefangen. Wir lernen also von der Spieleindustrie. Fakt ist dass eine medienübergreifende Zusammenarbeit mit der Spieleindustrie unausweichlich wird. Viele Menschen werden sich schnell ans ewige Spielen gewöhnen.

Interaktive Unterhaltung wird sich auf sevenload in vielen Formen wieder finden – die bekannten Mechanismen werden wir ausnutzen und für den Nutzer verbessern, so dass externe Applikationen und Komponenten sich in die Community integrieren lassen und für den Nutzer den relevanten Mehrwert als Zusatzfunktion zur Bild- und Videoplattform bieten. Ich finde interaktive Unterhaltung immens wichtig für den sozialen Menschen. In Social Networks und Social Communities wird die Spieleindustrie ihren Einzug halten und es werden sich Synergien finden, die allen Beteiligten zu gute kommen – wenn sie es nur wollen.

Zum Schluss noch ein Guitar Hero Spieler welches man nicht verpassen sollte.