Flash 9.0 mit DRM

Heute habe ich im Newsletter von Turi2 folgendes gelesen:

Freie Web-Videos bald Vergangenheit? Der geplante Kopierschutz von Flash-Hersteller Adobe könnte die Kreativität lähmen.
taz.de

Ich sehe das in sofern anders, dass Kreativität keinesfalls als Aushängeschild für das Kopieren von rechtegeschützten Videos in die Plattformen zählen kann. Kreativität ist das eigenständige Konzipieren, Planen und Drehen eines Videobeitrages – und dabei ohne sich an TV-Material oder DVDs zu bedienen. Die einzigen Kreativen die es schwieriger haben werden an guten Content zu kommen, sind die Remixer. Das sind Menschen die aus vorhanden bekannten Streifen eine neues produzieren, indem sie eine andere Stimme oder Musik hinterlegen. Zu den Remixern gehören auch Hobby-FotografInnen die Collagen aus Bildern anderer Leute machen. Oder Menschen die “geborgte” Videos so zusammen schneiden dass es nach ihrem eigenen Geschmack eine komplett neue Story ergibt. Daher ist richtig, dass vielleicht die kreative Remixer Problemchen bekommen.

Aber machen wir uns nichts vor. Das ist so, als würde ich mein IPhone zerkratzen um Steve Jobs zu ärgern. Dieser Markt wird trotzdem weiter bestehen, auch wenn DRM von Flash kommt. Nicht drei Monate und schon gibt es die ersten Cracks für die Technik. Das war schon immer so. Im schlimmsten Fall kann man sogar in 10 MEGABIT Qualität die Videos vom Bildschirm aufnehmen. Oder in HD Qualität screencast erzeugen. Das kennen wir ja noch von der Diskussion mit Videokassetten und TV Geräten. Ich werde in den nächsten Tagen ein Blog-Eintrag schreiben, wieso ich glaube, dass DRM in der aktuellen Form bald sterben wird.

Nach meiner Meinung hat Adobe nur eines im Sinn:
Das Unternehmen will an dem rasant wachsenden Markt für Flash Videos auch mitverdienen. Nahezu jeder im Netz verfügbare Videostream wird über Flash ausgestrahlt, die anderen Anbieter (Real Player, Windows Media Player, QuickTime Player) sind vom Markt fast verdrängt.

Man sollte niemals vergessen, dass Flash eine kostenlose Software ist und für einige Unternehmen unzählige Milliarden Umsätze generiert – die Technologie ist einfach einzigartig und absolut flexibel für verschiedenste Anwendungen nutzbar. Aber Adobe hat davon bislang nichts erhalten. Sie müssen – weil es einfach logisch ist, sich als Anbieter der wohl meistgenutzten Software hier zu positionieren. Adobe könnte zum ersten Mal Flash Streaming Server auch den Unternehmen anbieten, die bislang ohne Flash ausgekommen sind. Und diese Serversoftware von Adobe ist nicht kostenlos. Ich finde die Lösung absolut fair, aber werte es auch als Zeichen, dass sich am Markt dieses Jahr viel verändern wird. Sehr spannend!