Facebook VS iPhone 3G

Man braucht nicht viel, um eine Sache schnell zu erkennen. Das neue Apple iPhone 3G, das seit gestern von T-Mobile verkauft wird, startet mit Anwendungen, die im Apple AppStore verkauft werden. Es entsteht so ein neuer Mini-Markt für Applikationen. Zum Anfang startet der neue Apple AppStore bereits mit über 550 Anwendungen (jeden Tag werden neue erwartet) von Drittanbietern, die zum Teil auch kostenlos erhältlich sind. Ich zähle mal einige Anwendungen von Hunderten von Unternehmen aus der ganzen Welt auf. Es gibt eine Vielzahl von Kategorien, wie Spiele, Business, Nachrichten, Videos, Sport, Gesundheit, Referenzen, Reise, iTunes Fernbedienung, Flughafen Informationen, über die Facebook App bis hin zum Pandora Radio ist alles dabei.

Apple Appstore
Apple Appstore

Mom. wie? Apple Applikation? 550 auf einmal und das auch noch mit social Interaktion verbunden? Das kommt mir bekannt vor! Hatten wir das nicht schon im August letztes Jahr mit Facebook?

Apple startet einen der heißesten neuen Trends überhaupt. Das, was Google seit langem mit seinem Android System machen möchte, macht Apple mit einem Schlag wieder besser. Steve Jobs halt. Ein neues System entsteht und neue Applikationen werden entstehen, wie wir sie uns kaum vorstellen können.

Es gibt jedoch noch einen gewaltigen Unterschied. Das Gerät, welches immer verbunden ist. Das Gerät was mit Ihnen verbunden ist; also Ihr Leben darstellt, Ihre SMSe, Ihre tatsächlichen Freunde. Es weiß, wo Sie sind, was für Termine sie haben, welche Börsennachrichten aktuell sind. Sie können damit Bilder schießen, die per GPS genau zeigt, wo sie es gemacht haben. Und natürlich kann man damit durchgehend im Internet surfen und Nachrichten versenden. Das neue iPhone: es ist schön, es ist schwarz, es ist glänzend, es ist vielseitig, und vom Eigentümer geliebt und nur selten aus der Sicht gelassen.

Das iPhone hat die bahnbrechende mobile Plattform entwickelt. Für Entwickler steht nichts mehr im Weg. Atemberaubende Actionspiele, fortschrittliche medizinische Anwendungen, sowie stabile Werkzeuge für mehr Produktivität im Unternehmen, sind nun möglich. Die Kombination mit iTunes, iPhone und MacBookPro ermöglicht Steve auch, die gesamte Apple Produkte zu vereinen. Menschen werden erkennen, dass die Software inkl. Hardware im Einklang sind, welches Microsoft mit aller Macht auch versucht, aber nicht schafft. Diese Anwendungen von Dritten, die im revolutionären AppStore von Apple erhältlich sind, ermöglichen dem Kunden, die Programme drahtlos direkt auf sein iPhone zu laden und umgehend damit zu beginnen, die Anwendungen zu nutzen.

Das neue iPhone 3G kombiniert alle wichtigen Features mit UMTS, WLAN, eingebautem GPS für erweiterte standortbezogene mobile Dienste und der Software, die die Unterstützung von Microsoft Exchange ActiveSync beinhaltet. Darüber hinaus sind Hunderte von Anwendungen von Drittherstellern über den AppStore erhältlich. Somit ist das neue iPhone eine neue Software-Plattform für Entwickler, welche es ihnen durch sein fortschrittlichstes mobiles Betriebssystem mit einem großen Display, der Multi-Touch Benutzeroberfläche und seinen raffinierten Entwickler-Werkzeugen ermöglicht, Anwendungen drahtlos anzubieten und direkt an jeden iPhone Nutzer zu verkaufen.

Ich glaube, dass Steve Jobs technisch gesehen wieder die Rolle des Vordenkers übernommen hat. Apple hat mit iPhone in Kombination mit anderen Apple Produkten eine sehr ruhige Strategie verfolgt und damit Microsoft, Facebook, mobile GPS Systeme und weiteren hunderten Firmen ein Produkt vorgestellt, welches kaum zu überholen ist. Wenn ich mich nicht ganz irre, arbeitet Steve schon an einer Version 3.0!

Was hat das nun mit Facebook zu tun? Die Auswirkungen auf Facebook, ebenso wie auf alle anderen Open-Source-Plattformen und social Networks ist, dass die Top-Entwickler mehr zwingende Gründe sehen, ihr Arbeitsressourcen dafür zu verwenden, Software für das iPhone zu bauen: Denn hier gibt es Geld. iPhone in Kombination mit iTunes ist einfach unschlagbar. Manche Apps kosten sogar in den USA fast 50 Euro.

Der Kauf und die Installation einer iPhone App fühlt sich sehr ähnlich an wie der Kauf eines Songs über iTunes. Jeder der iTunes genutzt hat, hat schon seine Kontodaten abgegeben. Die Nutzung fühlt sich vertraut an und die Installation auf das iPhone ist so einfach wie einen Musiktitel auf seinen iPod zu überspielen. Es ist zweifellos der Weg zum Erfolg – derzeit sogar für alle Entwickler auf der Welt, denn nahezu jede Software wird gekauft (auch wenn sie keinen besonderen Nutzen hat).

Statt auf Revenue Share von Facebook zu warten – wird hier durchgehend Kasse gemacht. Facebook bietet derzeit den App-Programmierern nur an Google AdSense ähnliche Werbung zu schalten. Bei Software für das iPhone ist das was anderes. Apple erlaubt auf dem iPhone z.B. ein Logo von Coca Cola oder PS3, das zum Start der Software angezeigt wird. Derzeit gründen sich viele neue Firmen, die Software Ads verkaufen. Also Software Advertising Agencys für App Herrsteller.


MySpace & Facebook auf dem iPhone!

Es gibt noch keine konkreten Hinweise, dass Werbung auf dem iPhone besser funktioniert als in social Networks. Aber Fakt ist, man hat das Gerät in der Hand und schaut intensiv zu, was es macht.

Für mich als social Media Network Betreiber bedeutet das ein Umdenken. Ich werde ab heute nur noch über sevenload V4.0 nachdenken.

Ich glaube Steve Jobs wird in die Geschichte eingehen, als der Mann, der immer wieder technische Evolutionen verkürzte.

UPDATE 11. August 2008:
http://www.spiegel.de/netzwelt/mobil/0,1518,571219,00.html

Den App Store lobte Jobs in den höchsten Tönen. Er habe “etwas Derartiges noch nie in meiner Karriere im Software-Geschäft erlebt”, so der Apple-Chef. Er prognostizierte Umsätze von mindestens 360 Millionen US-Dollar im Jahr. “Vielleicht wird das irgendwann sogar ein Eine-Milliarde-Dollar-Markt”, sagte er dem “Wall Street Journal”.