Wieso haben Domains 19% MwSt?
Nicht viele Produkte oder Dienstleistungen können in den Genuss des ermäßigten Steuersatzes von 7 Prozent kommen. Die Begründung entnimmt man dem gültigen Umsatzsteuergesetz. Betrachten wir den Teil des UStG an: § 12 Steuersätze – Nr. 2 – Absatz 7. etwas näher. Die Steuer ermäßigt sich auf sieben Prozent für die folgenden Umsätze:
a) die Eintrittsberechtigung für Theater, Konzerte und Museen, sowie die den Theatervorführungen und Konzerten vergleichbaren Darbietungen ausübender Künstler
b) die Überlassung von Filmen zur Auswertung und Vorführung sowie die Filmvorführungen, soweit die Filme nach § 6 Abs. 3 Nr. 1 bis 5 des Gesetzes zum Schutze der Jugend in der Öffentlichkeit …
c) die Einräumung, Übertragung und Wahrnehmung von Rechten, die sich aus dem Urheberrechtsgesetz ergeben.
Soweit so gut aber ich versuche es mal zu verstehen. Ermäßigt auf 7% ist der Steuersatz für den Handel mit bestimmten Gegenständen, z.B. Büchern, Zeitungen, Zeitschriften, Musiknoten, Landkarten, Düngemittel, Holz, Blumen, Tierfutter, kleine Haustiere, fast alle Nahrungsmittel, Rollstühle, Prothesen, Krücken, künstliche Gelenke, Hörgeräte oder Herzschrittmacher sowie für Dienstleistungen wie Straßenbahnfahrten. Darüber hinaus noch für die Leistungen der Theater, Orchester, Kammermusikensembles, Chöre, Museen, Kunstgegenstände, Vorführungen und für die Einräumung, Übertragung und Wahrnehmung von Urheberrechte. Auch die meisten Techniker genießen diese Steuervergünstigung wie z.B. wenn man ein Spezialcomputerprogramm für einen Kunden programmiert und ihm die Rechte daran überträgt.
Liste der dem ermäßigten Steuersatz unterliegenden Gegenstände: Keine Steuern zahlt man für Güter und Dienstleistungen wie Miete, Gesundheitsleistungen wie Arzthonorare oder Honorare für Krankengymnastik, Briefporto und die Rundfunkgebühren oder Auslandsflüge.
Wir sehen hier, dass dieser Steuersatz zum größten Teil für das persönliche Wohlgefühl der Mitbürger sorgt. Wir alle wissen, dass Domains jedoch ein wesentlicher Bestandteil des Internets sind – und für viele Menschen eine persönliche Darstellung ihrer selbst, ihres Wissens und ihrer künstlerischen Freiheit sind. Rein intuitiv sind der Begriff “www” oder besonders die Domainendungen marketigtechnisch ein Gottessegen gewesen, weil die Menschen endlich verstanden haben, dass hinter den Begriffen .de oder .com eine Internetseite steckt.

Insbesondere ein Domainname ist als der unmittelbaren Zugang zur Tätigkeit eines Unternehmens, einer Organisation oder einer Person verstanden. Das Internet eröffnet den Menschen viele Vorteile, dass es sich sogar zum Gesamtwohl der Menschen auf einer globalen Ebene steigern lässt. Neben Kultur, Nahrung, Transport und medizinische Versorgung ist die Informationsversorgung ein wichtiges Gut, um den Anforderungen des nationalen und internationalen Wettbewerbs noch gerecht zu werden. Die meisten Unternehmen müssen teils mehr als 100 Länder-Domains besitzen, wenn sie auf dem Weltmarkt digital agieren möchten.
Ein solches Gut als Zugang muss gefördert werden. Hier sind steuerliche Erleichterungen angebracht. Es wirkt ungerecht und sollte unbedingt von den Finanzbehörden geprüft werden, ob ein Steuersatz mit derzeit 19% für Domains und notfalls auch für den Internetzugang und das Telefon als notwendige Dienstleistungen in unserer Gesellschaft noch zeitnah ist.
Naja, über Steuern kann man sich generell hoffnungslos streiten. Medikamente sind mit 19% versteuert, was ja nicht nachvollziehbar ist, zum Wohl des Menschen gedacht, oder nicht?
