Musik ist einer der wichtigsten Bestandteile unserer Kultur. Täglich hören wir die neuesten Songs oder alte Klassiker im Radio, über den iPod, bei soundcloud.com oder versorgen uns mit Downloads von iTunes oder musicload. Ich glaube, dass sich in kürzester Zeit für uns etwas Neues auftun wird. Wir werden die Musik nicht mehr auf der Festplatte abspeichern sondern ALWAYS ON beziehen.

Statt MP3s und einzelnen Dateien, die per Online-Shopping auf die Festplatte heruntergeladen sind, glaube ich fest an eine monatliche Flatrate für sämtliche Musikinhalte, die man in seinem Leben hören kann. Ich brauche keine lokale Datei, wenn ich auf Reisen bin. Selbst die Einschränkung mit dem iPod stört. Was wir brauchen ist quasi eine Lifetime-Flatrate für Musik. Wie das funktionieren kann? Ganz einfach!

Apple hat es mit seiner genialen Kombination von Software und Hardware demonstriert. Am iPod und an iTunes kommt niemand vorbei. Diese absolut unanfechtbare Musikdistributionsplattform bietet der Konkurrenz kaum eine Angriffsfläche. Allein Portale wie musicload, das über die Telekom auf entsprechenden Rückendeckung am Markt zurückgreifen kann, haben hier eine Chance, den Ton ebenfalls anzugeben. Theoretisch könnte die Telekom mit musicload es als API-Aggregationsdienst auch für das iPhone schaffen, die Inhalte von musicload als gleichwertigen Gegenpool zu iTunes von Apple bereitzustellen. Nun kann die Kombination dieser Bezugsquellen von Apple und der Telekom ein unglaublich wichtiges Signal für sämtliche Telkos ausstrahlen, um auf dem Musikmarkt viel intensiver mitzumischen und entsprechende Monetarisierungsmodelle nach zu ziehen. Sobald die Lizenzrechte von der Musikindustrie durch diese “Superprovider” auf internationaler Ebene vergeben sind, naht die Zeit der Flatrates und Abonnementmodelle – und gleichzeitig das Ende der einzelnen Abrechnungen nach MP3s/Songs. Wer für 5 Euro im Monat jede Musik der Welt hören kann, wird davon begeistert sein. National hat aber ein solches Modell nur einen geringen Wert. Wer heute im Internet ist, lebt bereits international. Geschäftsleute reisen quer durch die Welt – wer in einem Land keine Musik hören kann, weil ein anderer Anbieter hier ein exklusives Recht an einer Musikflatrate über die gleiche Software und Hardware besitzt, wird sofort gegen diese Einschränkung rebellieren. Deswegen müssen Abonnementmodelle und Flatrates mit weltweiter Gültigkeit an den einzelnen Kunden vergeben werden – mit einem zentralen Login über die Handynetze (wie z.B. T-Mobile) Musik zu hören wäre doch brandheiß. Probleme gäbe es nur bei der Netzabdeckung. Alles andere ist logisch und realisierbar. Aber Google wird das irgendwann auch lösen. :)

Ich finde das alles extrem spannend!



  1. Gregor

    Hat Napster nicht diese Idee bisweilen mit mässigen Erfolg verfolgt?



  2. Ibo

    Stimmt Napster hat bislang nur mäßigen Erfolg. Weil:

    Technisch gesehen braucht Napster Windows 2000 oder Windows Vista/XP, Microsoft Internet Explorer 5.1 oder höher, Windows Media Player 7.1 oder höher.

    Leider funktiioniert Napster mit Vista 64Bit nicht oder auch nicht mit keinem MAC System.

    Weiterhin gibt es kein iPhone App für Napster und sie haben auch keine Hardware wie iPod.

  3. Schaut man sich blip.fm an, dann ist es schon so, da höre ich etwa 80% meiner Musik. Durch die direkte Eingabe bin ich sogar schneller, das jeweilige Stück zu finden, als auf Festplatte. Zudem lasse ich mich gern von anderen inspirieren. Das Ganze ist kostenlos und dann muss natürlich schon viel mehr geboten werden, damit ich in Zukunft Geld dafür abdrücke. Mit Staunen sehe ich aber immer wieder, wie Freunde von mir die Musik BESITZEN wollen und sich für 29€ eine CD kaufen, um sie im Regal verstauben zu lassen. Dieser Punkt ist wohl bislang nicht zu vernachlässigen. Es wird sein, wie bei allem anderen auch: es gibt early adopters, dann Leute die es zum Mainstream machen und schliesslich die Trendumkehrer, die nach 3 Jahren das ganze als “vintage” lobpreisen. Ich jedenfalls habe 1990 meine letzte CD gekauft.



  4. starfishmusic management

    hyppahyppa!! das sind doch alles wunschgedanken der telkos und device herstellern. allen voran apple! musik ist nicht nur content, sondern auch wie ein buch ein asudruck meiner persönlichkeit gegenüber freunden. das “besitzen” von musik ausserhalb der virtuellen welt wird mindestens die nächsten 5-10 jahre nicht weg und totzureden sein. nur mal eine zahl von 2008: 140 millionen tonträger allein in deustchland dagegen beträgt der umsatz mit digitial nur 6%!!!!!!!! das sind gerade mal 8,5 millionen davon aber 70% nur tracks. die illegale verbreitung nimmt weiter zu, sollte man hier endlich ein modell finden diese zielgruppe in die leaglitiät zu bringen, dann würden sich die kennzahlen natürlich zu gunsten der digitalen welt verändern. klar ist auch, dass stream eine schöne sache ist, aber da darf man sich zur zeit nicht wirklich ausserhalb des stadtzentrums bewegen, denn da gibt es nur unzureichend 3g/umts. überzeugt mich mit dem gegenteil

  5. Genau dieser Satz “an iTunes kommt niemand vorbei” bestärkt mich bei dem streben es total zu boykottieren. Was den Künstlern und den Entwicklern prozentual abgezwackt wird nur weil man eine Plattform zur Verfügung stellt, ist in meinen Augen absolute abzocke. Apple versucht hier ein Monopol zu werden und das darf man nicht akzeptieren. Ganz schlimm finde ich auch, dass iTunes auf Windows nicht korrekt funktioniert, wenn die zwei Dienste im Hintergrund (die ständig nach Hause telefonieren) nicht gestartet sind.
    Vinyl basiert auf Öl :) Wenn da nicht ein anderere ähnlicher Trägerstoff entwickelt wird, sehe ich dafür auch mehr als schwarz.
    Das aktuelle Modell 3-4 Millionen Songs in eine Plattform zu sperren um sie legal zu verkaufen hat genauso ausgedient wie DRM, aber das raffen “die da oben” leider noch nicht und lassen somit – wie Du oben geschrieben hast – eine Menge Geld den Bach herunterfliessen.
    Der Elektrische Reporter hat einen schönen Namen dafür angesprochen: “Kulturflatrate”. Jedem ohne Kommerziellen Hintergrund den zugriff auf alle Informationen / Daten im Internet für einen monatlichen Obulus zu ermöglichen, ist definitiv die Zukunft. Aber vielleicht reicht das den raffgierigen Eierschauklern nicht. Jedenfalls kommt der Geldausgleich nicht durch Ver-kriminalisierung und -urteilung.
    Super Bericht: http://www.p2p-pauschale.de/1/elektrischer-reporter-ueber-kulturflatrate-26.html

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