Google und die letzte Meile

Das Internet entwickelt sich immer weiter -Tag für Tag-. Die nächste Stufe, die das Netz erreichen kann, wird meines Erachtens das Super-Internet sein. Eine Vorstufe ist der Zusammenschluss der digitalen Supermächte zu einem Mega-Netzwerk, durch die Vereinfachung der technischen Schnittstellen.

All die Daten, die ein User für die Anmeldung bei verschiedenen Services angegeben hat, alle Spuren, die er sonst auf deren Seiten hinterlassen hat, können dann unter den Unternehmen ausgetauscht und zusammengeführt werden. Dadurch wird jeder Nutzer mit all seinen Daten bekannt und »verwertbar«. Dennoch wäre das nur ein konsequentes Weiterdenken der bisherigen Ereignisse.

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Links:
MySpace und Facebook verhandeln über gemeinsame Inhalte
Facebook erlaubt Log-in mit OpenID
Google wird zum OpenID-Provider
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Google hat es bisher in Perfektion verstanden, die Informationshoheit auf diesem Planeten anzustreben: die Server stehen bereit, der Strom kommt zum Teil schon aus eigenen Quellen und in die Leitungen, die Infrastruktur kauft sich das Unternehmen unbemerkt ein. Aber etwas fehlt der digitalen Supermacht zur Verteilung seiner Informationen um eine absolute Unabhängigkeit zu erreichen: Die letzte Meile zum Kunden.

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Google hat unter anderem in Europa einen langfristigen Vertrag mit E-Shelter unterschrieben und nutzt folgende zwei RZs von E-Shelter in Europa: Das neue Rechenzentrum in London sowie das neue Rechenzentrum in Berlin. – Darüber hinaus gibt es ein Video vom Google Belgium RZ. Weitere Details findet ihr hier: Google’s Data Center Strategy.

Folgende Daten habe ich herausfinden können:
Invest in datacenter 2006: 1,9 Mrd. $
Invest in datacenter 2007: 2,4 Mrd. $
Invest pro Center: rund 600 Mio $

Wie ein Datacenter aussieht findet ihr hier: Datacenter von Google

Anzahl inkl. in Bau befindlich: 36 (19 Amerika, 12 Europa, 3 Asien)

Map of all Google data center locations:
1. Wayfaring.com
2. Pingdom.com
3. Bald Google-Datencenter in Kronstorf?
4. … (Wenn ihr weitere Links kennt, bitte Kommentarfeld) – THX :)
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Das Super-Internet könnte eine große Gefahr für alle zur Zeit am Markt agierenden Provider und Telekommunikationsunternehmen werden. Im Jahr 2006 ließ mich eine Meldung aufhorchen: »FON«, ein Unternehmen das sich zum Ziel gesetzt hat, das Internet über kabellose Zugangsboxen für jedermann zugänglich zu machen, bekam damals Kapital von drei großen Unternehmen: Google, Sequioa Capital (ein Risiko-Kapitalgeber) und Skype. Das scheint zunächst keine so wichtige Nachricht zu sein, doch meiner Meinung nach wird damit etwas möglich, das zu einem Erdbeben in der Telekommunikationsbranche führen könnte. Denn wenn wir die Puzzleteile, die uns diese Meldung an die Hand gibt, in der richtigen Weise zusammensetzen, könnte folgende Vision daraus entstehen: Unzählige Menschen haben bereits W-Lan-Router bei sich Zuhause aufgestellt und nutzen diese Technik, um das Internet in der ganzen Wohnung verfügbar zu haben.

Wenn es jetzt aber darüber hinaus tatsächlich ein Gerät gäbe, dass sich ebenfalls der W-Lan-Technik bediente, aber bei verschiedenen Abrechnungsnummern seinen Zugang zum Internet für alle Rechner und Router in der näheren Umgebung offen hielte – ich möchte hier nicht auf die technischen Details eingehen –, so entstünde eine W-Lan-Kette, die es besonders den ländlichen Gebieten, in denen heute eine dramatische Unterversorgung mit schnellen Internetzugängen besteht, ermöglichen würde, endlich schnelle Internetzugänge zu nutzen, die zum Beispiel von Funktürmen auf kleinere W-Lan-Einheiten verteilt würden. Das aber nur als ein Beispiel für viele mögliche Nutzungen. Jedes dieser Geräte würde damit zu einer kabellosen Internet-Empfangs- und Sendestation für andere werden. Würden also in einer Stadt solche Zugänge gleichmäßig verteilt werden, wären alle Einwohner dieser Stadt, egal ob Zuhause oder im Park, in der Lage, über dieses Netzwerk ins Internet zu gehen.

Dieses Anschlussstück, der Weg von der letzten Verteilungsstelle zum Endkunden, ist in einigen Ländern durch ein rechtliches Monopol eines Telekommunikationsunternehmens oder ein de facto Monopol der Energie-Versorger vor dem Zugriff durch Google geschützt. Wenn ich mir aber jetzt vorstelle, dass Google in jeder Stadt zwei oder drei Funktürme errichten würde, die in der Lage wären, diesen Weg von der bisherigen Vermittlungsstelle zum Endkunden zu überbrücken, dann könnten diese Funktürme zusammen mit den W-Lan-Empfangs- und Sendegeräten bei den Endkunden eine eigene leistungsfähige und zudem kabellose Infrastruktur schaffen.

googlenet

Google würde es damit gelingen, „die letzte Meile“, den durch das staatliche Monopol geschützten Weg von der bisherigen Vermittlungsstelle zum Endkunden mit Funktechnik zu überbrücken. So würde das Unternehmen alle Telekommunikationsunternehmen, als »Inhaber« der letzten Meile, im wahrsten Sinne des Wortes überflügeln, indem Google das, was den Kommunikationsunternehmen bis heute nicht geglückt ist – nämlich, Internetzugänge auch in unterversorgten Gebieten zu ermöglichen –im Handstreich gelingen könnte. Bei seinen Neuerungen geht Google in seinem Heimatort Mountain View, Kalifornien, schon einen besonderen Weg, in dem es dort für den ganzen Ort ein flächendeckendes W-Lan-System eingerichtet hat.

Damit hätte Google zwar die letzte Meile überbrückt, wäre aber immer noch an die Internetprovider gebunden. Daher könnte vielleicht eher noch die WiMax-Technologie ein Weg sein, um in den Telekommunikationsmarkt vorzudringen. Es ist aber wegen der enormen Kosten davon auszugehen, dass die Investitionen in diesen Bereich erst dann von Google getätigt werden, wenn es auf seinen anderen Geschäftsfeldern keine so starken Wachstumsbedingungen wie bisher finden würde.
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Links:
Google hat Interesse an nationaler WiMAX-Lizenz in Indien
Bericht: Google sondiert Mobilfunk-Einstieg in Indien
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Das Wort »telefonieren« könnte also bald aussterben und zum Beispiel durch das Wort »skypen« ersetzt werden, denn Skype wäre dann der ultimative Kommunikationsdienst, den der Weltprovider Google überall zu Kommunikationszwecken anbieten könnte. Noch nicht, aber es könnte. Diese Vermittlungstechnik würde sich sicher sehr schnell am Markt durchsetzen, weil mit dieser Technologie alle bisherigen Offliner, gerade auch alle bisherigen Zwangs-Offliner, die von den bisherigen Internetprovidern sträflich vernachlässigt wurden, endlich eine Chance hätten, zu Onlinern zu werden. Gleichzeitig verbauen Google und Skype durch diese Anbindung von bisherigen Offlinern ihren Wettbewerbern die Chance, sich am Markt zu etablieren, weil Google (und Skype) wieder einmal die ersten am Markt wären, die die Möglichkeiten dieses Marktes erkannt haben. Die Folge wäre aber, dass aus dem Informationsmonopol dann ein Kommunikations-Monopol würde.

Daneben ist es natürlich auch denkbar, dass Google basierend auf seinem eigenen Handy-Betriebssystem (Android) zu einem weltumspannenden Mobilfunk-Anbieter werden könnte, der ebenfalls diese Technik nutzen würde. Das noch Utopie. Noch! Den Telekommunikationsmarkt nicht nur in Deutschland würde es jedenfalls kräftig erschüttern, wenn es Google gelänge, – durch welche Technik auch immer – als Internet Service Provider aufzutreten.

Die Vision ist auf Google zugeschnitten und Google arbeitet nicht national, sondern global und mit großem Erfindungsreichtum. Gänsehaut.

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Weitere Themen rund um das Thema Google findet ihr in meinem Buch:
Der Fixierungscode – Ab November im Handel.