3 Days to Market
Eine Idee ist etwas sehr Zerbrechliches, etwas das man sehr gut behüten muss. Fast wie bei einem Kind muss man dafür sorgen, dass auch die Idee eine Chance auf Entwicklung und Wachstum bekommt, um sich in der Welt durchsetzen zu können. Doch wie sieht die Realität im Umgang mit Ideen in Deutschland aus?
Laut DIB-Report (Deutsches Institut für Betriebswirtschaft) gingen bei den 277 Teilnehmern einer Umfrage 2008 in Unternehmen und Behörden fast 1,4 Millionen Verbesserungsvorschläge ein, die eine Einsparung von 1,5 Milliarden Euro einbrachten. Die Prämien dafür beliefen sich auf 168 Millionen Euro. Es wurden fast 70% aller eingereichten Ideen auch umgesetzt. Der Haken an der Sache: Als Verbesserungen durften in der Vergangenheit nur Ideen eingereicht werden, die bestehende Prozesse kostengünstiger machten, die Entwicklung neuer Geschäftsideen war nicht gefragt, das war bislang das Privileg der Chefetagen. Bei dieser Ideen-Verwaltung war es schon ein Erfolg, dass das „Verbesserungsvorschlagswesen“ mittlerweile „Ideenmanagement“ heißt.
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Ideen sind wie Kinder, sie leben und wollen sich entwickeln. Man muss ihnen Respekt entgegenbringen und sie verantwortungsbewusst und aktiv in ihrer Entwicklung begleiten.
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Wie aber sieht es in der digitalen Welt aus und was ist dann ein „Ideenmanager“?
Mehr als in jedem anderen Medium spielt Zeit die entscheidende Rolle im Internet, “Time to Market” ist der wesentliche Faktor, der über den wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg einer Idee entscheidet, um als erster am Markt sein zu können. Doch genau diese Zeit vergeht sehr schnell in all den Beurteilungs- und Entscheidungsgremien, die über neue Ideen befinden müssen. Über die durchschnittliche Bearbeitungszeit von Ideen waren keine Daten zu finden. Aber wir können davon ausgehen, dass es einige Zeit bis zur Umsetzung, dauert. Zeit, die in der digitalen Welt aber nicht in dem erforderlichen Umfang vorhanden ist, weil die digitalen Entwicklungen einen schnelleren Puls haben. Da hilft es auch nichts, immer neue Begriffe wie „Innovationskraft“, „Technologietransfer“ oder „Product Lifecycle Management“ in immer neuen Konzepten zu beschreiben.
Es geschieht zu oft, dass Innovationen in Deutschland schnell in den Mühlen des Innovationsmanagements bis zur Unbrauchbarkeit kleingemahlen werden. Dabei geht es auch anders, man muss sich nur den eigenen Herausforderungen der digitalen Welt stellen:
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Mein persönliches Ziel: „3 Days to Market“.
Das Ergebnis dieser drei Tage: www.Tagesthema.de
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www.Tagesthema.de fragt die bestehenden Twitter-Quellen der bekannten und produktiven Online- und Printmedien ab und ergänzt diese Nachrichten um die zu diesen Themen erscheinenden Tweets aller Twitter-Nutzer. Dazu werden die RSS-Feeds abonniert und um die Tweets ergänzt. Das ganze System läuft auf GoogleAppEngine.
Wie kam es zu dieser Idee?
An dieser Stelle folgt eben keine Beschreibung des Grobkonzepts, des Feinkonzepts, des Design-Konzepts, des IT-Konzepts und des Vermarktungskonzepts. Denn das ist nicht der Ansatz, den ich verfolgt habe. Die Idee hinter Tagesthema.de ist es vielmehr, eine komfortable Internet „App“ für Twitter zu schaffen, die zu den aktuellen Themen eines Tages Kommentare, Meinungen und Stimmungsbilder in Echtzeit übermittelt.
Der Ausgangspunkt war ein Ärgernis und die Erkenntnis, dass jeder Twitterer „sein persönliches Tagesthema“ twittert. Außerdem habe ich mich manchmal darüber geärgert, dass man bei Twitter wirklich nur 140 Zeichen eingeben kann. Dabei ist es mir klar, dass genau darin natürlich der Reiz dieses Kommunikations-Mediums besteht.
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Das Problem an Twitter: Jede Idee ist viel größer als 140 Zeichen.
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Es mag ungewöhnlich erscheinen, dass ich bei Twitter den Aufruf startete, meinen 5000. Follower zum Essen einzuladen. Aber dieses Treffen mit Andreas (twitter.com/Cappellmeister) hatte mich bei der Umsetzung meiner Idee einen großen Schritt weitergebracht und so entstand Tagesthema.de tatsächlich innerhalb von drei Tagen. Das zeigt die Vielfältigkeit von Twitter, der Zufall wollte es, dass mein 5000. Follower ein richtiger Onliner ist.
Aus dem quantitativ-„naiven“ Medium Twitter wird immer mehr das Experten-Forum, das die neuesten Trends und Nachrichten online im Überblick und in Echtzeit kommentiert von Laien wie von Experten für alle Interessierten zugänglich macht. Es wäre ja eine verantwortungslose Verschwendung von Wissen, wenn all die interessanten Tweets nicht noch einmal strukturiert verwertet werden würden. Der Mehrwert, der aus www.tagesthema.de entsteht, liegt nicht allein in dem Zusammenführen von journalistischem Expertentum mit den Meinungen von journalistischen Laien, sondern neben der Echtzeit-Analyse von aktuellen Themen auch in den fast unbegrenzten Archivierungs- und Customization-Potenzialen, die dieses Tool bietet.
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Tweets sind eine Wissensbasis, die sich in die verschiedensten Richtungen spezialisieren lässt und dem Nutzer einen echten Mehrwert schaffen kann.
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Das größte Hindernis bei meinem kleinen Projekt „3 Days to Market“ war, mich auch einmal aus dem Tagesgeschäft zu lösen, das mir die Zeit für die kleinen und großen neuen Ideen rauben will. Es ist wichtig, die eigenen Ideen nicht nur im eigenen Saft schmoren zu lassen, sondern sie immer wieder mit der gegenwärtigen Wirklichkeit in der digitalen wie der realen Welt abzugleichen. Dazu ist es unerlässlich, sich über bestehende erfolgreiche Tools und Services Gedanken zu machen, um herauszufinden, wie man seine eigenen Zielgruppen besser erreichen, oder seinen Nutzern einen Mehrwert schaffen kann.
Von Twitter kann man einiges lernen, vor allem aber ist es die ungebändigte Spontaneität, die dieses Medium auszeichnet, mehr noch: will man in oder mit diesem Kommunikations-Medium etwas bewegen, muss man sich seine Eigenschaften auch in der eigenen Planung zunutze machen. Nicht lange planen, sondern machen und machen lassen, ein Grobkonzept erstellen, das diesen Namen auch verdient und sofort realisieren, um die Möglichkeiten, die die Idee bietet „am lebenden Objekt“ besser abschätzen zu können.
So wurde die Idee von „3 Days to Market“ in 3 Tagen umgesetzt.
„3 Days to Market“ ist in jedem Unternehmen möglich, aber leider bisher nicht mit jedem Unternehmen.
Fazit: Der neue Ideen-Manager
Der neue Ideen-Manager sollte seine Ideen als seine Kinder ansehen und sie selbst erziehen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Abgabe der Ideen an ein Ideenmanagement schnell zu einem plötzlichen „Ideen-Tod“ führen kann, weil die mit der Umsetzung der neuen Anforderungen betrauten Mitarbeiter leider nicht alle mit derselben Sorgfalt ans Werk gehen, wie die Ideen-Väter.
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Der Ideen-Manager von heute muss seine Ideen – ungeachtet von Zuständigkeiten – selbst entwickeln können; umsetzende Fachleute gibt es genug, aber niemals genug Ideen.
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Unternehmen könnten sich die Verwaltungskosten für das Ideenmanagement sparen und stattdessen ein „Venture Capital for ideas“ auflegen, das die Väter der Ideen bei der Umsetzung finanziell und mit Personal-Ressourcen unterstützt. Dabei sollte es keine Rolle spielen, ob die Mitarbeiter beruflich Befassung mit dem Ideen-Thema haben, zur Not könnte man ihnen einen Fachmann zur Seite stellen, der die Prozess-Anforderungen des Unternehmens in die Verwirklichung einfließen lässt. Damit wäre sichergestellt, dass der Ideen-Vater seine Geschäftsidee nicht in die Kompetenz- und Entscheidungs-Hierarchie des Unternehmens pressen müsste, sondern frei dem hinter der Idee stehenden Gedanken folgen könnte. Dazu gehört es seitens der Unternehmen mit Sicherheit auch, mehr Vertrauen in die eigenen Mitarbeiter und ihre Vorschläge zu zeigen, um sie so zu engagierten und kompetenten Ideen-Managern zu machen.
“3 Days to Market kann ich jedem zur Nachahmung empfehlen!”
Stimmen aus Twitter:

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weitere folgen
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Blogs die berichten:
http://www.kubitz.net/ – “Tagesthema”: veredelte News der Newsmacher
http://off-the-record.de – Tagesthema.de – oder Innovationen einfach MACHEN
http://www.sichelputzer.de – INTERVIEW MIT IBRAHIM EVSAN: “3 DAYS TO MARKET” UND TAGESTHEMA.DE
http://marxkapital.de – Just do it!
kress.de – Internet-”App” für Twitter: Evsan startet “Tagesthema.de”
http://www.techfieber.de – Tagesthema: Noch ein News-Aggregator – mit Twitter-Integration
http://t3n.de – Neuer Newsaggregator bindet Twitter-Reaktionen ein
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Tagesthema.de ist ein Projekt von Ibrahim Evsan und Andreas Cappell.
Programmierung: Sebastian Herp und Andreas Weiß.
Alle Rechte an den Inhalten verbleiben bei den verlinkten Urhebern.
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Ibrahim Evsan und Alexander Stengelin, Alexander Stengelin erwähnt. Alexander Stengelin sagte: RT @Ibo: "3 Days to Market" – Alle Hintergründe zu http://www.tagesthema.de – http://bit.ly/3-days-to-market (Innovationsmanagement in DE) [...]