Die Mutter der Microblogs stagniert. Twitter kann sich aus eigener Kraft nicht weiterentwickeln. Es ist inzwischen ein Web-Anhängsel für Facebook und Google Buzz.
Twitter hat ein mächtiges Problem. Zwar wächst die Zahl der Nutzer weiterhin, allerdings wächst auch die Zahl derer, die Twitter mit Hilfe anderer Dienste nutzen und somit die eigentlichen Website twitter.com nicht mehr besuchen. Twitter hat nun die Notbremse gezogen und möchte den Usern eine neue Oberfläche mit neuen Features (… weiter lesen)
Twitter sehe ich momentan sehr gefährdet. Es kann immer nur eine Art Werkzeug der großen Super-Plattformen wie Facebook oder Google Buzz sein, das in Verbindung mit diesen Diensten genutzt wird. Twitter ist so gesehen letztendlich eine Art überflüssiges Anhängsel, ein fünftes Rad am Wagen. Das ist der Grund, warum das anfänglich schnelle Wachstum langsamer geworden ist. Das junge Unternehmen weiß nicht, wie es hier gegensteuern soll. Twitter kann mit Facebook oder Google nicht mithalten. Diese Formen haben einfach mehr Erfahrung.

Twitter als Infokanal
Es gibt viele Leute in der Internetszene, die daran glauben, dass Twitter das nächste große Ding wird. Das liegt an der Wirkung, die Twitter zuerst erzielt hat: Es hat mir die Möglichkeit gegeben, der Welt kurz und prägnant meine Gedanken mitzuteilen. Das ist die große Leistung von Twitter, davor habe ich größte Hochachtung. Heute nutze ich Twitter als Infokanal, meine Kommunikation hingegen läuft über Facebook.
Anders als bei dieser Social-Media-Plattform sind es bei Twitter nicht die Personen, die zusammenführen, sondern einzelne Aussagen oder Links. Der persönliche Bezug, den Facebook herstellen kann, wird bei Twitter in dieser Form nicht möglich sein. Deswegen fehlt Twitter auch so etwas wie ein Eigenleben. Es wirkt kalt. Darin sehe ich die größte Gefahr für den 140-Zeichen-Dienst.
Verknüpfung mit Facebook
Gut, Twitter muss ja auch nicht größer werden als Facebook. Das hat das Unternehmen nie als Ziel ausgegeben. Twitter wird auch bei aller Gefahr, die ich gerade beschrieben habe, nicht untergehen. Es ist schon jetzt ein Teil der großen Maschinerie des Netzes geworden. Wenn das Unternehmen Möglichkeiten findet, seinen Dienst besser an die existierenden und neu entstehenden großen Player im Netz anzubinden und damit zu verbinden, wird das Unternehmen seine Stellung festigen und ausbauen. Ich nutze Facebook und habe es mit Twitter vernetzt. Das ist die Richtung, in die es weitergehen muss.
22.04.2010 – The European
Oliver
Ich seh das Problem von Twitter anders.Zuerst hat FB von Twitter geklaut. Jetzt versucht Twitter einerseits seine App-Anbieter oder Plugins zu killen wie bit.ly oder twitpic, brightkite etc.
Dabei macht es den weg von Google (schlitz und los… zu Facebook, eine zillion Knöpfe.
Ich nenne das den Entropietod der Onlineanwendungen, immer mehr Knöpfe bis schließlich keiner mehr blickt, was da eigentlich geht. (Sevenload hat auch einige dieser Aspekte
)
Ganz gut macht es XING. Die hauen weg, was keiner nutzt, entfernen Optionen und optimieren auf Usabilty (auch wenn es zunächst holpert oder ungewohnt scheint).
Denny Fischer
Ich kann das einfach nur zu 100% bestätigen. Auch aus eigener Erfahrung. Mal abgesehen davon das ich bei Facebook fast alle meine “Freunde” nun wirklich auch aus dem realen Leben kenne, ist dort der Punkt wo ich wirklich “sozial netzwerke”. Bedeutet das auch für mich Twitter eher der Eimer ist, wo ich alle hineinwerfe. Auf Facebook poste ich fast nur das, was meine Freunde auch wirklich interessieren könnte, dort kommuniziere ich auch wesentlich direkter mit einzelnen Personen.
Auf lange Zeit gesehen, könnte Twitter wirklich die Spam/Mülll-Maschine im Netz werden, das wo alle, alles abladen. Was diesem echt guten Netzwerk, eben auf Dauer sehr schaden könnte oder wird. Mal schauen wie man das in Griff bekommen möchte.
Immerhin hat man die Menschen die es nutzen, schon stark abhängig gemacht .Der Aufschrei wenn Twitter mal kurzzeitig nicht verfügbar ist, ist genauso groß, wenn dies bei Facebook mal geschieht.
Pingback: links for 2010-09-22 « Where is my towel?