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Endlich naht sich die Stunde

„Endlich naht sich die Stunde“ sind die Anfangsworte der Arie der Susanna im 4. Akt von Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Figaros Hochzeit“. Susanna ist glücklich, denn der Hochzeit mit dem Figaro scheint nun nichts mehr im Wege zu stehen. Zitiert werden diese Worte als Ausdruck der Freude darüber, dass ein ersehntes Ereignis endlich eintritt.

Wir haben die letzte Woche die dritte Version von sevenload wieder so stabilisiert, dass wir nun endlich anfangen können richtig loszulegen. Der Relaunch von sevenload 3.0 stellte sich für uns als sehr lehrreich heraus. Wir haben stets sehr stark mit unserer Community kommuniziert und dafür viele prominente Artikel in den einschlägigen Magazinen sowie in der gesamten Blogosphäre erhalten. Dennoch, kommunizieren ist nur die halbe Miete.

Das wichtigste Thema für uns war und ist ganz klar der laufende Betrieb der gesammten Plattform. Bei unserem Relaunch entwickelte sich für unsere Nutzer und Partner nach erfolgter Live-Schaltung von sevenload 3.0 der Fall der Fälle, der in erster Linie durch einen Fehler in der Hardware verursacht wurde. Dieses Problem zu lösen war wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Als wir das Problem am Load Balancing Serversystem, das für alle Nutzer von sevenload als zentrales Einstiegstor fungiert, gefunden hatten, musste die Hardware in den Rechenzentren neu konfiguriert werden. So kam es zu einem Datenstau. Die Anfragen vom Server konnten nicht zielgerichtet beantwortet werden und was dazu führte das nur Fehlermeldungen des Servers ausgeliefert wurden. Unser Türsteher schickte nahezu alle Besucher nach Hause – oder vielmehr ins Datennirvana. Soviel an dieser Stelle zum Einfluss der technischen Komponente.

Die weitaus komplexere Struktur die zu Fehlern führen kann, ist uns allen als die “menschliche Komponente” bekannt. In solchen Situationen “kann und muss” ein Team zusammen halten. Fakt ist, wenn solche Dinge passieren, entscheidet man aus der Erfahrung raus. Denn auch wenn man solche Szenarien eingeplant hat, ist dann die tatsächliche Ausführung trotzdem vollkommen anders. Hier beeinflussen die einzelnen Stärken und Schwächen der individuellen Mitarbeiter das Zusammenspiel des Team-Kollektivs. Sobald es an einer einzelnen Stelle hakt, führt dies zu Konsequenzen an anderen Stellen. Ob diese technischer oder menschlicher Natur sind ist dabei nicht von Bedeutung.

In der Entwicklungsabteilung wuchs unser Team von anfangs sechs festen Mitarbeitern und zahlreichen freien Kräften, alleine in den letzten Monaten auf nunmehr 16 kreative, absolut professionelle und zuverlässige liebe Mitarbeiter an. Arbeitszeiten spielen keine Rolle. Hingabe und das Gefühl was GROSSEN zu schaffen steht immer im Vordergrund. Im sevenload Team bringt jeder durch seine ausgeprägte Individualität und seine Stärken eine neue Kraft in die Firma. Einzelne Schwächen sollten dabei voll abgefedert und in die richtige Bahn gelent werden. Es zeigte sich immer wieder, das neuen Mitarbeitern unser (mein) Führungsstil, ich nenne ihn: „Aus Leidenschaft“, nicht bekannt war. Diese enorm komplexe Aufgabe ist für uns alle ein Abenteuer. Wir organisieren in der Regel Projektgruppen mit jeweils 4 Mitarbeitern. Eine gangbare Größe wie sich herausgestellt hat.

So kommt es ,dass man 16 Personen führen und dabei mehreren hunderttausend Zeilen Codes entwickeln muss, und das binnen kürzester Zeit, die uns mit knapp vier Monaten blieb. qoj.JPG Während dieser intensiven Phase höchster Konzentration und Anstrengung ist es nicht immer möglich, jeden einzelnen Befehl, jedes Kommando, jeden Aufruf in jedem Zeitpunkt zu überwachten und zu überprüfen. All mein Hoffen und all mein Segen haben nicht genügt um den straff geplanten Zeitplan auch einzuhalten um am Ende das Beste zu erreichen. Gründe lassen sich dabei viele nennen, und um einige auszuwählen, möchte ich anführen, dass es niemanden leicht fallen würde, ein so komplexes System wie sevenload auf technischer Ebene zu steuern und zu führen. Ich sehe es insgesamt als den Anfang vom Anfang. Fernsehen 2.0 ist gerade in diesem Moment im entstehen.

Die parallele Pflege des bis dahin bestehenden sevenload sowie der verschiedenen White Labels (BMW, Sportsfreunde, und weitere dutzende Partner) die auf der alten und auf Teilen der neuen Software basierten, hinderte bei der vollständigen Prüfung und der reibungslosen Integration von sevenload 3.0. Auch wenn viele glauben, dass man einen einzelnen Server in gewisser Weise mit einer Serverfarm vergleichen kann oder dass man von illustren Weisheiten wie „never change a running system“ fit für die Zukunft sei, den muss ich leider enttäuschen – wir sprechen dabei von verschiedenen Welten. Wer nutzt heute noch ein Betriebssystem von 1998? Praktisch jeder kann ein Blog mit wenigen Klicks aufsetzen oder eine kleine Forensoftware auf irgend einem Rechner im Netz installieren, aber was wir hier auf die Beine gestellt haben ist erst mit potentiertem Aufwand zu begreifen. Vergleichen „kann und darf“ man das einfach nicht.

Ich möchte dieses Thema an dieser Stelle jedoch nicht in allen Details ausführen. Auch ich musste mir als Leiter und Verantwortlicher für die Entwicklungsabteilung eingestehen, dass wir alle nur Menschen sind und stets beüht sind mehr als fleissig und verantwortungsbewusst in Krisenzeiten zu reagieren.

Ich werde gesondert über das Entwicklungsteam und unseren Secret Garden schreiben, sobald ich die Zeit dafür finde. Ich danke besonders Tom, unserem Secret Garden, unseren Partnern, Usern, meinen Freunden aus der Geschäftsführung und den ganzen sevenload Mitarbeitern für ihre Leistung und entschuldige mich gleichzeitig für das noch so junge sevenload 3.0, denn das was sevenload derzeit ausmacht ist nur ein Bruchteil dessen, was wir angekündigt und auf den Entwicklungsservern bereitgestellt hatten. Diese werden folgen.

Die neuen Funktionen wie Gruppen, Foren, Charts, Playlisten, die neue Videotechnologie, das Networking auf der Plattform und zahlreiche optimierende Maßnahmen sind bereits im Einsatz. Die neuen Features mit der sevenload 3.0 ursprünglich an den Start gehen sollte, haben unter der vorübergehenden Abschaltung während des Relaunches gelitten und auf der Plattform viele Bugs ausgelöst. Wir haben uns dazu entschlossen, nach Lösung der technischen Probleme das System nur mit minimalen Funktionen bereitzustellen. Aber sevenload 3.0 bietet ein solch enormes Potential, dass wir es kaum erwarten können, bis ein Feature nach dem anderen wieder live geht und für die Nutzer das bieten, was wir versprochen haben. Denn Web 2.0 ist kein Web 2.0, wenn man es nicht beweisen kann!

Update:
Das amerikanische Magazin “Red Herring” hat die 100 wichtigsten Technologie-Unternehmen aus Europa, dem Nahen Osten und Afrika gewürdigt. Unter den Siegern sind wir als Start-up auch dabei. Vielen Dank – es ist wirklich eine Ehre.

Stand der Dinge

Naja, was soll ich sagen. Verrückte Welt. Was waren das nur für Tage? Erstaunlich, beängstigend, erfreulich und schließlich erfolgreich. Wir sind noch lange nicht am Ziel. Wir konnten nun eine Zwischenlösung aufbauen, die ohne einen richtigen Load Balancer auskommt. Das richtige Lastverteilungssystem kommt dann morgen endlich hinzu, und das Team arbeitet zusätzlich an weiteren Optimierungen, Bug fixing und Cachings. Die Plattform wird morgen um ein Vielfaches schneller werden.

Ohne Tom, seine spontanen Einfälle (auch um 5 Uhr morgens) und die Geniestreiche und Ideen des gesamten sevenload Technik-Teams hätten wir das nie geschafft. Wahnsinn, wie kreativ man in solchen Situationen werden kann. Deshalb liebe ich Technik. Mit ein wenig Köpfchen und klaren Gedanken kann man letztendlich alles lösen.

Ich gehe jetzt schlafen und freue mich, morgen wieder an sevenload weiter zu entwickeln. Allen Menschen die glauben, dass wir unser Job falsch gemacht haben, sage ich nur eins: Wartet bitte drei Monate ab. Es wird noch Großes passieren. Schon im Mai werden wir eine weitere sehr große Nachricht verkünden. Ich danke allen Unterstützern und Freunden die uns in dieser schwierigen Zeit geholfen haben.

Murphys Law bei sevenload

Wir haben das Problem nun deutlich eingrenzen können. Unser interner Anfragenverteiler weigert sich bei extrem großen Anfragen, uns eine Antwort zu senden. Das tritt nur unter realen Bedingungen auf, nicht in unseren Testlabors. Er ist ja noch jung und daher ein wenig schüchtern. Wir befreien ihn nun von seiner Jungfräulichkeit. Leichter kann ich es euch derzeit nicht erklären, denn im Detail ist es leider ein sehr komplexes Problem. Wir haben für solche Fälle aber einen genauen Schichtdienstplan erarbeitet um, durchgehend mit topfitten Köpfen an dem Problem arbeiten zu können.

Ganz ehrlich: Es nervt und betrübt mich extrem dass so ein kleines Problem so viele Unannehmlichkeiten beschert. Ich möchte mich hierfür auch ganz deutlich bei allen Usern und Betroffenen entschuldigen. Wie das oft so ist mit technischen Problem, ist es halt so wie es ist, und wir arbeiten mit Hochdruck an der Lösung. Wir werden auch definitiv eine Lösung finden. Das sind wir sevenload, euch und Millionen von Videoabrufen schuldig. Und genau darum geht es.

Update:
Wir danken Patrick (Werbeblogger.de) für die lieben Worte. Auch hier bei Jörg und Esther Rudolph und Claas Lange und und und!

Update 3:29 Uhr:
Endlich geschafft. Wir sind online. Nun werden wir die Server nach und nach anschließen. Dann läuft es schnell. Diese Woche werden nur an der Performance arbeiten. Es wird alles gut. Wobei der Load Balancer macht noch Stress.

Anbei eine kleine Geschichte “Dank Sevenload 3.0: StreetLightsTV-Blog mit neuem Besucher-Rekord!”, was mir Spaß gemacht hat zu lesen. Sehr interessant was dieser Relaunch alles für positive Nebenwirkungen hat. Vielleicht wird es sogar mehr als wir uns das vorgestellt haben. Sehr spannend.

Update 19.54 Uhr:
Wir können nichts machen. Nach langer suche fallen wir zurück auf die Fehler im Load Balancer. Daher müssen wir auf unser Load Balancer Lieferanten/Support warten. Schrecklich aber wahr.

Update 5:49 Uhr:
Wir sind wieder da, ausgeschlafen und dran!

Update 09.00 Uhr:
Nun läuft die Hardware richtig. Jetzt werden wir nach und nach die Funktionen wieder einsetzen. Alles wird gut!



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