Tangible User Interface – INAMO macht es vor
INAMO ist das neue Londoner Szene-Lokal, wo die Bestellungen der Kunden nicht beim Kellner aufgegeben werden, sondern über Bloothooth direkt in die Küche gesendet werden. Vor drei Jahren kamen die Gründer Danny Potter und Noel Hunwick auf die Idee, ein solches Lokal ins Leben zu rufen.

Die Speisekarte wird für die Bestellung mit einem Beamer von der Decke auf den Tisch projiziert. Man kann dann mit den Fingern durch die Karte surfen und durch Fingertippen die Bestellung aufgeben. Die Vorteile sind nach meiner Meinung direkt zu erkennen. Kein unnötiges Nachfragen, keine Wartezeiten in einer Mittagspause und keine Kommunikationsprobleme zwischen den Kulturen, wenn die projizierte Karte auf Wunsch in anderen Sprachen erscheint. Ich zumindest habe mich schon oft über lange Wartezeiten beim Kellner/in geärgert, auch wenn es nicht seine/ihre Schuld war. Das Problem wäre mit dieser Technik zumindest hier zuerst gelöst. Wie das ganze aussieht sieht man hier:

Die Technik dahinter heißt Tangible User Interface (Beispiel-Video), also “eine anfassbare Benutzerschnittstelle”, die einem die Interaktion mit der Maschine durch physikalische Objekte erlaubt. Diese Technik ist schon bekannt durch Microsofts neuem Computertisch Surface. Weitere Informationen über das “Tangible User Interfaces” findet man hier.
Ein ähnliches Konzept bietet der Epos-lite von dem Produktdesigner Stephen Allport.

Ich bin mir sicher, dass wir in naher Zukunft viele solcher Lösungen in der Szenegastronomie auftauchen werden. Die Integration von QYPE würde sicherlich passen.
Ich habe im Netz weitere Bilder rausgesucht:

An jeder Ecke des Tisches gibt es zusätzlich einen kleinen tiefer liegenden Kreis, der als Maus dient. Natürlich kann man aber auch die ganze Tischplatte als Maus benutzen.

So kann man sich also durch das ganze Menü arbeiten und Fotos anschauen, bevor man ein Gericht bestellt. Daraufhin wird dann ein Bluetooth-Signal in die Küche gesendet. Zudem sind die bereits gemachten Bestellungen und die Gesamtsumme der Bestellung jederzeit einsehbar. Man bekommt also keinen Schreck, wenn man am Ende eines durstigen Abends die Rechnung erhält.

Ein weiteres Highlight ist die “Chef Cam”. Diese Kamera ermöglicht einen Blick in die Küche, so dass man die Köche bei der Zubereitung des Mahls zuschauen kann. Sobald das Essen fertig ist, erscheint auch zum ersten Mal ein echter Mensch, der das Essen bringt. Man kann das “Tischdesign” selbst bestimmen, dem Koch per Webcam über die Schulter gucken.

Und wenn die Begleitung sich als langweilig oder gesprächsfaul herausstellt, startet man eine Runde “Schiffe versenken” auf den Touchscreen-Tischen.

Man kann vom Tisch aus das Taxi nach Hause bestellen. Was für ein super Service. Wobei die meisten Handys, besonders der iPhone mit der Applikation AroundMe, schon den Taxiruf sehr schnell erledigen können. Auf einer Karte der Umgebung des INAMO die besten Clubs für danach auswählen.

Gerade wenn man ein Wein bestellen möchte, kennen wir es gut, dass das manchmal Zeitaufwendig ist. Das ist von nun ab kein Thema. Selbstverständlich wird man bald auch mehr über den Winzer erfahren können. Essen wird interaktiv und natürlich auch informativ. Endlich!

Durch die verschiedenen Strahlen werden sogar in den Räumen des Restaurants schöne Lichteffekte gezaubert. Es wird einzigartig.
