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Social Media wird zu Social Gaming

Reale Welt und Cyberspace verschmelzen dank Social Media immer mehr. Durch Onlinegames wie World of Warcraft entwickelt sich Social Gaming zunehmend zur zweiten Heimat im Web, in der soziale Beziehungen gepflegt werden.


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Social Media ist ein weit gefasster Begriff, der sich in seinen Bedeutungen ständig durch neues Nutzungsverhalten der User erweitert. Social Media meint längst nicht mehr nur die reine Interaktion in sozialen Netzwerken, Social Media hat sich von der reinen Kommunikation zu einem Begriff für das neue Selbstverständnis der Onliner gewandelt. Man könnte sagen, das reale Leben hat das Internet erreicht, die Trennung des realen Lebens vom virtuellen Leben im Internet existiert nicht mehr, wir haben uns einen neuen Lebensraum eröffnet.

Social Media zu nutzen ist fluffig-leicht geworden

Das betrifft besonders den früher als Social-Media-Cyberspace bezeichneten Raum, der mittlerweile für die Masse der Onliner zur gelebten Realität geworden ist. Dieses oft als “Social Media Revolution” bezeichnete Phänomen ist erst durch den Erfolg der Megatrends Google, Facebook und Twitter möglich geworden. Die Megatrends konnten sich nur deshalb etablieren, weil wir zum ersten Mal in der Geschichte des Internets die Technik hinter den Anwendungen nicht mehr bemerken. Social Media zu nutzen ist fluffig-leicht geworden, weil wir uns dank der Services der digitalen Supermächte ganz auf die Inhalte von Social Media konzentrieren können, ohne uns um die technischen Voraussetzungen kümmern zu müssen. Das führt dazu, dass wir mittlerweile zwischen den verschiedensten Social-Media-Anwendungen hin- und herspringen, um das ganze Spektrum unseres realen Lebens auch in der digitalen Welt abbilden zu können.

Millionen Menschen schaffen sich durch ihre sozialen Netzwerke eine real-fiktive Umgebung, die für viele zur zweiten Heimat wird. Die Parallelwelt im Netz ist zur zweiten Wirklichkeit in unserem Alltag geworden. Das Geflecht aus Beziehungen des realen Lebens – Familie, Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen, Vorgesetzte, Mitbewohner des Hauses, des Stadtteils usw. – wird mithilfe von Social Media in den Cyberspace übertragen und findet dort sein Pendant. Noch vor relativ kurzer Zeit waren Informationssuche und Konsum die treibenden Kräfte im Internet und ließen die digitalen Supermächte Google, Ebay und Amazon entstehen. Damit waren jedoch nicht alle grundlegenden Bedürfnisse des Menschen im Internet abgebildet; das elementare Bedürfnis nach Kommunikation wurde erst durch Social Media wie Blogs, Twitter, Facebook und andere Entwicklungen in breitem Umfang möglich.

Facebook ist sogar mit derzeit fast 500 Millionen Nutzern und einer sehr starken Zuwachsrate zum neuen “Betriebssystem des Internets” geworden und könnte zum größten Kommunikationsmedium unseres Planeten werden. Mit diesem neuen Betriebssystem werden “alte” Kommunikationsformen wie zum Beispiel E-Mail beinahe überflüssig, weil die Menschen innerhalb ihres sozialen Netzwerks alle Kommunikationsformen nutzen können, ohne die eigene Plattform verlassen zu müssen; dazu bietet Facebook viele Möglichkeiten an, um sich miteinander zu unterhalten und auszutauschen.

Es geht um die Übertragung des realen Lebens in die digitale Welt

Dem heutigen Menschen genügt es eben nicht mehr, nur Teile seines Lebens im Internet wiederzufinden, er will sein Leben auch im Internet leben und durch das Internet organisieren. Damit ist dann gleichzeitig der Grundstein für eine weitere Anforderung an das Internet gelegt worden, die sich in der letzten Zeit rasant, geradezu explosionsartig weiterentwickelt: das Social Game. Auch hier war der Trend zunächst, Spiele zu schaffen, die einen Teilbereich des Lebens abbildeten: Strategiespiele, die es den Spielern ermöglichten, in Rollen zu schlüpfen, die zur Erfüllung des Spielauftrags nötig sind. Zuerst natürlich als Offlinespiele, die man installieren musste, bevor man sie spielen konnte. Mittlerweile gibt es aber auch bei den Spielen keine technischen Hürden mehr, weil die Spiele direkt im Browser gespielt werden. Besonders weit verbrietet ist World of Warcraft, weil es sowohl das Spielen als Einzelspieler als auch das Spielen in Gemeinschaften zulässt und eine unglaubliche Spieltiefe, aber auch ein nicht zu unterschätzendes Suchtpotenzial hat.

Die neue Generation von Spielen jedoch beschränkt sich nicht mehr darauf, das Leben nur in Teilbereichen oder in “Traumwelten” abzubilden, die heute wirklich erfolgreichen Spiele sind die, die das reale Leben integrieren können. Es geht nicht mehr um Unterhaltung und Spaß in realitätsfernen Galaxien, es geht um die Übertragung des realen Lebens in die digitale Welt. Der Aufbau und die Pflege von Freundschaften sind im realen wie im virtuellen Leben gleich wichtig, daher müssen moderne Spiele auch diese Anforderung erfüllen. Man spielt nicht mehr allein, sondern über viele Plattformen verteilt mit seinen Freunden, auch in kurzen Arbeitspausen oder unterwegs, Smartphones machen es möglich. Spielen ist längst zum Freundschaftsbeweis-Tool geworden, indem man anderen hilft, die gesteckten Ziele zu erreichen. Kurz gesagt: Social Media wird zu Social Gaming.

vom 17.06.2010 – The European

Zeit der komplexen Systeme

Die reale Welt erstreckt sich immer weiter ins Web und nimmt ihre komplexen Strukturen mit. Die Folge: Das Web wird ebenfalls immer komplexer; digitale Großmächte wie Facebook haben das bereits erkannt und entsprechend reagiert.

Die Komplexität des Internets war schon von Anfang an eine große Herausforderung für die Nutzer und für die Suchmaschinen. Doch es gab immer Hilfestellungen: Einige Suchmaschinen versuchten es mit einer Katalogisierung wie in der realen Welt, andere von Anfang an mit Algorithmen. Die maschinelle Aufarbeitung der Informationen hat sich heute durchgesetzt, doch egal wie man sich der digitalen Welt näherte, alle Bemühungen von Services und Angeboten hatten auch in den folgenden Jahren immer nur ein Ziel: das Internet einfach und übersichtlich zu gestalten. Den Höhepunkt dieser Entwicklung finden wir am Beginn des Web 2.0, alles war auf das Wesentliche reduziert: So konnte man mit Twitter nur Feeds senden, auf YouTube nur Videos und auf Flickr nur Bilder hochladen, digitale Supermächte wie Google konzentrierten sich noch auf ihr Kerngeschäft.

Facebook ist das soziale Betriebssystem der virtuellen Welt

Heute scheint sich einiges verändert zu haben: Das soziale Betriebssystem der digitalen Welt, Facebook, ist ein auffällig komplexes und teilweise kompliziertes System geworden, jedenfalls hat es nicht den Grad an Einfachheit, der noch bis vor kurzem als Maßstab für Erfolg an das Internet angelegt wurde. Dennoch sind Hunderte Millionen Menschen auf der Welt gerade von der neuen Komplexität begeistert. So ist Facebook nicht nur ein Fotoportal, ein Videoportal, ein Feed-Portal, sondern weitestgehend auch ein Eventmanager, ein Portfoliomanager für Produkte und viele andere Dinge wie eine Spieleplattform etc.

Das Internet beginnt, das ganze reale Leben abzubilden

Wie kann eine so komplexe Struktur einen solchen Erfolg haben? Es scheint die Zeit der komplexen Systeme gekommen zu sein. Vielleicht muss man das Netz heute mehr als “einen lebenden Organismus” betrachten und die Systeme, die als Infrastruktur auf dem Organismus vorhanden sind, als seine Kommunikationswege sehen. Das eben deshalb, weil das Internet nicht mehr nur Teile des realen Lebens, wie zum Beispiel den Konsum, abbildet.

Wir leben in einer immer komplexer werdenden realen Welt. Jetzt, da die Zeit gekommen scheint, dass sich das reale Leben mehr und mehr in die virtuelle Welt hinein erstreckt, werden auch vielseitige und manchmal komplizierte Anforderungen an das Web gestellt. Jede Zeit hat ihre eigenen Anforderungen. Die digitale Supermacht Facebook jedenfalls hat definitiv die Zeichen der Zeit erkannt.

Erstveröffentlichung 15.07.2010 – The European

Social Media: Gedanken und ihre Folgen

Social Media zu betreiben, ist in erster Linie dazu da, seine eigenen Gedanken und Erfahrungen mit anderen zu teilen und mit dem Feedback umzugehen. Je nach Art und Umfang ist jeder Blog-Post und jede Statusmeldung dazu geeignet, eine öffentliche Diskussion hervorzurufen, denn man lebt mehr oder weniger “öffentlich”, wenn man Social Media ernsthaft betreibt. Mit jeder Meldung, und sei es auch nur ein 140-Zeichen-Tweet, gibt man seine Meinung, seine Gedanken und seine Sichtweisen auf spezielle Dinge des Lebens preis und findet sich so manches Mal schnell in einer breit geführten Diskussion über dieses Thema wieder.

Das kann dazu führen, dass man viele parallele Diskussionen zu vielen – auch gänzlich verschiedenen – Themen führt. Ist es so weit gekommen, muss man dafür sorgen, die Kontrolle über seine Diskussionen zu behalten, um nichts aus dem Ruder laufen zu lassen, weil dies wiederum schnell zu einem Reputations-Schaden führen könnte. Das bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass man für sich selbst ein eigenes Social-Media-Management entwickeln und umsetzen muss.

diskussion

Viele Onliner, die ihre Diskussionsthemen nicht aus ihrem eigenen Leben und Erleben heraus schreiben, sind ständig auf der Suche nach Themen, die sie behandeln können. Ihre Intention ist die, einfach nur Diskussionen anzuregen, die aber nicht aus ihren persönlichen Anschauungen oder ihrem Wissen hervorgehen, sondern nur dazu dienen sollen, Aufmerksamkeit zu erregen; sei das Thema noch so simpel.

Andere wiederum sehen ihren Lebenssinn darin, Fehler bei anderen zu suchen und Diskussionen über die Fehler anderer loszutreten, um sich damit einen – wie auch immer gearteten – Ruf aufzubauen. Sie leben davon, das vermeintlich Negative ins Licht zu zerren, ohne darüber nachzudenken, dass eine konstruktive Auseinandersetzung mit fremden Themen sehr viel besser zu einer guten Reputation beitragen kann.

Die einen möchten ihre Gedanken und Ansichten der Öffentlichkeit vorstellen, andere wollen einfach nur viel Buzz. Es genügt aber meiner Meinung nach nicht, nur Themen loszutreten, denn die daraus folgende Lawine kann einen selbst treffen, wenn man die Etikette nicht einhält. Man muss bei jeder entfachten Diskussion auch dazu in der Lage sein, sie abschließend zu einem guten Ende, das heißt zu einem Mehrwert für andere zu führen.

Einer Sache sollte man sich aber immer und überall in Social Media bewusst bleiben: Man sollte unbedingt Geschäftliches von Privatem trennen. Auch wenn dies gerade im Social Web nicht immer einfach ist, besonders wenn Freunde die eigenen Blogeinträge kommentieren, sollte darauf geachtet werden, seiner Business-Linie treu zu bleiben, nur dann kann man authentisch und damit glaubhaft “rüberkommen”.

Diese neue Kommunikationsform, sei sie als ‚Gedankenteiler‘ oder ‚Buzzgenerierer‘ genutzt, ist für viele die ideale Möglichkeit, an Kontakte zu gelangen, die eine gleiche Denkweise wie man selbst haben. Man trifft auf diese Weise auf Personen, die man sonst niemals kennengelernt hätte.

Social Media ist ein Raum der Begegnung Gleichgesinnter.

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Kommentar über Facebook:

Andrea Hoffmann:
Ibo, deinem abschließenden Satz “Social Media ist ein Raum der Begegnung Gleichgesinnter” muss ich widersprechen mit Blick auf spannende, teills leidenschaftliche, mitunter polemisch gespickte Diskussionen, die auch mal Dispute werden. Natürlich gibt es auch sehr gleichlaufende Multiloge (hey, wie sollte man den Online-Austausch vieler nennen? :) )

Das Gleichgesinnte ist dennoch bei nicht wenigen Diskussionen allenfalls meinungsweise oder auf sehr hohem Abstraktionsgrad auf “Gleichgesinnt im Interesse der Meinungsbekundung im quasi öffentlichen Social Media Raum” anwendbar.
Happy Weekend



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