Wie die Zeit vergeht, eindeutig zu schnell. Oder ticken die Uhren in der digitalen Welt schneller? Social Media kostet Zeit. Eine kurze Bestandsaufnahme: Mein E-Mail Postfach hat 1.000 unbeantwortete Mails, in Facebook sind weit über 200 Nachrichten und Xing meldet weit mehr als 100 Nachrichten.

Zur Beantwortung rechne ich durchschnittlich 5 Minuten. Wenn man das zusammenzählt sind das 1.300 x 5 = 6.500 Minuten = 108 Stunden Arbeit.

Aber was kostet die Beantwortung einer Nachricht?

In erster Linie Zeit, die man eigentlich kaum hat. Je mehr man sich in Social Media engagiert, desto mehr Kontakte schließt man, desto mehr Nachrichten bekommt man. Ein Teufelskreis. Aber das ist eine rein quantitative Betrachtungsweise, bei der Aufzählung der Nachrichten geht es auf den ersten Blick tatsächlich um die pure Menge, die einem den kalten Schauer des machtlosen Erschreckens über den Rücken jagt. Bei näherer Betrachtung aber ist die quantitative Betrachtung eine gefährliche Sicht der Dinge.

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“Zeit ist Geld”, Benjamin Franklin hatte Recht mit seinem Spruch “Remember Time is Money” und das vor über 200 Jahren.
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Qualitativ lassen sich E-Mails nicht sofort klassifizieren. Terminanfragen, Fragen zu bestimmten Themen, News, Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen, Investoren und all die Antworten auf selbstgestellte Terminanfragen, … . Aber die qualitative Betrachtungsweise ist die einzige, die nur Zeit und nicht mehr kostet. Denn wenn man wichtige Nachrichten nicht in angemessener Zeit beantwortet, kann das im schlechtesten Fall auch einmal (viel) Geld kosten. Daher müssen die Prioritäten, die man sich in seiner täglichen Arbeit setzt, auch genau so auf das Kommunikationsverhalten und die Nutzung von Social Media angewendet werden. Das Ziel muss es sein, alle Nachrichten in einem angemessenen Zeitrahmen zu beantworten, um allen seinen Kontakten gerecht zu werden. Wie geht es euch? Erlebt Ihr ähnliches?

Fehlermeldung: Das Video passt nicht mehr auf die Festplatte. Das sind die Momente, in denen ich daran erinnert werde, dass man manchmal auch seinen Computer und seine Speicher “sauber” machen muss. Das ist genau so lästig, wie sein Zimmer in der Jugendzeit aufräumen zu müssen.

Das Problem aber ist, dass sich ein Jugendzimmer (meistens) schneller aufräumen lässt, als ein Computer. Diese Meldung “Video kann nicht gespeichert werden” ist für mich fast schon Erpressung, mein Computer stellt mich in diesem Moment doch tatsächlich vor die Wahl, entweder das Video nicht zu speichern, oder aber bestehende Daten auf der Festplatte zu löschen oder zu archivieren.


Ein Computer kann einen Menschen unter enormen psychischen Druck setzen.


Keine besonders schöne Wahl. Es ist in diesem Moment eigentlich immer leichter, den Download der neuesten Datei abzubrechen, weil das “Auf der Festplatte Platz machen” wesentlich mehr Arbeit ist. Aber es ist nicht nur Arbeit, es geht auch immer ein Stück weit darum, seine persönliche Vergangenheit in Form der gespeicherten Bilder, Musikstücke, Videos und Dokumente darauf zu durchleuchten, ob diese Inhalte noch wichtig für mich sind. – Gruselig! -. Man müsste Hunderte Ordner durchforsten, und immer wieder entscheiden, entscheiden, entscheiden.

Egal, ob man ein sehr strukturiert arbeitender Mensch ist, der verschiedene Festplatten für unterschiedliche Themen belegt, ob man ein Sammler ist, der “nur” ein paar mp3 besitzt oder ob man gar ein Daten-Messi ist, der alles sammelt und gar nichts löscht: irgend wann trifft es jeden.

Wie also schaffe ich mir eine Ordnung?
1. Gar nicht: – geht nicht
2. Morgen: – daraus wird auch nichts.
3. Neue Festplatte kaufen: – Löst das Problem nicht wirklich.
4. Bleibt also nur, sich dem Problem zu stellen und diese Aufräumarbeit als eine notwendige Arbeit verstehen zu lernen, was – ich spreche aus eigener Erfahrung – nicht ganz einfach, sondern einfach notwendig ist.

Man fühlt sich einfach überfordert, wenn es um das Aufräumen der Festplatten geht, weil man sich zuerst darüber bewusst werden muss, welche “Verwaltungs”-Strategie man verfolgt:

1. Zufälliges Löschen einer Datei: – Viel zu gefährlich
2. Die ältesten Dateien löschen: – ein Weg, der die persönliche Vergangenheit gleich mit erledigt
3. Die größten Dateien löschen: – schafft Platz, aber keine Ordnung
4. Vielleicht ist Löschen gar nicht das einzige Thema? Denn wenn die Dinge nicht richtig strukturiert sind, muss man ewig suchen und verschwendet viel Lebenszeit im Finder/Explorer, weil man die Daten immer erst suchen muss. Das Beste ist, sich einmal die Zeit zu nehmen, um sich von vornherein eine Ablage-Struktur auszudenken. Das Problem daran ist, dass es für die Ablage keine Norm gibt, die man einfach nur befolgen muss, um Ordnung zu halten, kein TÜV, keine DIN-Norm zeigt uns den richtigen Weg aus dem Datenchaos. So kommt es, dass jeder Computernutzer sich (mehr oder weniger) seine eigene Ordnung zulegt.

Ich möchte hier einmal meinen eigenen Weg vorstellen: Eine konsequente und logische Namensgebung der Ordner und Dateien lässt die Wichtigkeit der gespeicherten Dateien gleich am Namen erkennen. Wie bei einem Produkt im Kühlregal des Supermarktes kann ich dann gleich den Namen, den Inhalt und vielleicht das “Mindesthaltbarkeitsdatum” erkennen, ohne dass ich die Verpackung erst zeitraubend öffnen und das Produkt ansehen muss. Dann wird es auch leichter, sich von den nicht mehr benötigten Inhalten zu trennen, wenn man wirklich einmal digitale Raumpflege machen muss; zumal nur temporär benötigte Dateien auch mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum versehen werden können.

Eine Ordnung könnte so aussehen:
_01 Aktuelle Daten (Eingangsordner für alle Dateien)
_02 Präsentationsschmiede (der am häufigsten genutzte Ordner, Inhalt: Vorlagen ppt, etc)
_03 Office (Dokumenten-Ablage)
_04 Finance (“geldwerte” Dateien)
_05 Team (Alle Daten zur Team-Organisation)
_06 Produkt (alle Produkte, die aktuell bearbeitet werden)

Die Unterordner werden entsprechend angelegt, um überall dieselben Kriterien wiederzufinden.
Bei der Anlage dieses Ordnersystems muss man immer seine eigenen Speicher- und Datennutzungs-Gewohnheiten auch in der Ordnerstruktur abbilden, damit man sich sofort zurechtfindet. Wenn zum Beispiel Konvertierung von Dateien eine große Rolle spielt, sollte man sich in der Ordner-Struktur auch Ordner anlegen, die entsprechende Mediatheken beinhalten.

Auch für Musik-Sammler, die ihre mp3 auf Festplatten sammeln, gibt es eine übersichtliche Darstellungsweise: mp3-Name: Künstler-Titel.mp3, dabei schreibt man am besten ohne Punkte, ohne Bindestriche, dafür aber mit Leerzeichen, das sorgt für eine einfache Lesbarkeit. Der bessere Weg ist für mich allerdings, mp3 in iTunes zu speichern und mit Spotify zu suchen, seitdem habe ich keinen Stress mehr mit der Ablage von mp3-Dateien.

Fazit: Ich denke, das ist ein großes Thema, das behandelt werden muss, weil sich jeder mit diesem Problem herumschlägt. Ich weiß nicht ob ein Institut das überprüft hat, was das sogar Volkswirtschaftlich für uns bedeutet. Das Aufräumen von Daten bedeutet sicherlich, dass enorme viel Arbeitszeit verloren geht.

Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn Ihr Eure eigenen Ideen dazu bloggen könntet. Ich bin auch sehr daran interessiert, Euren Hinweise auf andere Blogs zu folgen, die das Thema behandeln.

Müssen wir wirklich alle Informationen aus dem Internet aufnehmen und verarbeiten? Müssen wir Informations- und Wissensverarbeitung um jeden Preis vorantreiben, uns immer mehr Tools zulegen, um alle Informationen der digitalen Welt so lange zu speichern, bis wir sie verarbeiten können?

Um meinen persönlichen Ansatz zu verdeutlichen, möchte ich ein Bild wählen: Denken wir uns einen großen Korb mit wunderschönen Äpfeln. Jeder Apfel stellt eine Information dar, die vor mir liegt und »verarbeitet« werden will. Nun gibt es Menschen, die einfach in einen Apfel hineinbeißen und ihn in einem Stück, samt Kerngehäuse, aufessen. Diese Menschen nehmen die Information also in ihrer Ganzheit auf, mit der Schale (z.B. dem Kontext, dem Verfasser,), sogar mit dem Kerngehäuse, also mit allen Geschmacksanteilen (=Informationsanteilen), die der Apfel bietet.

Manche Menschen nehmen also neben dem Geschmackserlebnis “Apfel” auch noch die Geschmacksanteile der Schale und des Kerngehäuses mit in Kauf, weil diese Bestandteile für sie dazugehören. Diese Anteile gehören für mich aber nicht zur Basisinformation »Geschmackserlebnis Apfel« , und sollen in diesem Bild überflüssige Informationsanteile darstellen.

Ich dagegen befreie den Apfel, die Information, nicht nur von seiner Schale und seinem Kerngehäuse, sondern ich schneide ihn auch noch in kleine Stücke, bevor ich ihn esse. So erhalte ich den reinen Apfelgeschmack, ohne Geschmacksanteile von Schale oder Gehäuse. Das heißt, ich zerlege die Information in kleine Stücke, von denen ich wiederum einige auswählen kann, die mir besonders »nahrhaft« erscheinen, wähle also Teilaspekte einer Information aus, die ich zu meinem Wissen hinzufüge. Ich esse also auch die braunen Stellen des Apfels nicht mit, weil sie nicht meinem Geschmack von Apfel entsprechen.

Warum ich gerade genau den einen Apfel zum Essen ausgewählt habe, werde ich im Nachhinein gar nicht mehr begründen können, ich habe ihn intuitiv ausgesucht. Da alle Äpfel auf den ersten Blick ziemlich ähnlich aussehen, kann ich nur intuitiv entscheiden, welchen ich mir nehme.

Ich meine, dass nur die intuitive Informationsaufnahme uns vor dem Informations-Overflow der digitalen Welt retten kann. Wenn ich anfangen würde, die Informationen nach gelernter Art und Weise der analogen Welt, zu bewerten, würde ich zu keinem Ergebnis kommen, weil die Informationsdichte in der digitalen Welt wesentlich höher ist. Kurz: Die Mechanismen der realen Welt greifen nicht wirklich in der digitalen Welt, wir müssen unser Verhalten modifizieren, es bewusst anpassen, um nicht in der Informationsflut unterzugehen. Natürlich erfolgt die Einarbeitung der so gewonnenen Informationen immer in ein vorher rational erstelltes Konzept. Die Auswahl der Informationen ist für mich aber um einiges leichter, wenn ich die Äpfel “so” esse.

Kompliziert? Ja, finde ich schon.

Das Internet entwickelt sich immer weiter -Tag für Tag-. Die nächste Stufe, die das Netz erreichen kann, wird meines Erachtens das Super-Internet sein. Eine Vorstufe ist der Zusammenschluss der digitalen Supermächte zu einem Mega-Netzwerk, durch die Vereinfachung der technischen Schnittstellen.

All die Daten, die ein User für die Anmeldung bei verschiedenen Services angegeben hat, alle Spuren, die er sonst auf deren Seiten hinterlassen hat, können dann unter den Unternehmen ausgetauscht und zusammengeführt werden. Dadurch wird jeder Nutzer mit all seinen Daten bekannt und »verwertbar«. Dennoch wäre das nur ein konsequentes Weiterdenken der bisherigen Ereignisse.


Links:
MySpace und Facebook verhandeln über gemeinsame Inhalte
Facebook erlaubt Log-in mit OpenID
Google wird zum OpenID-Provider

 


Google hat es bisher in Perfektion verstanden, die Informationshoheit auf diesem Planeten anzustreben: die Server stehen bereit, der Strom kommt zum Teil schon aus eigenen Quellen und in die Leitungen, die Infrastruktur kauft sich das Unternehmen unbemerkt ein. Aber etwas fehlt der digitalen Supermacht zur Verteilung seiner Informationen um eine absolute Unabhängigkeit zu erreichen: Die letzte Meile zum Kunden.


Google hat unter anderem in Europa einen langfristigen Vertrag mit E-Shelter unterschrieben und nutzt folgende zwei RZs von E-Shelter in Europa: Das neue Rechenzentrum in London sowie das neue Rechenzentrum in Berlin. – Darüber hinaus gibt es ein Video vom Google Belgium RZ. Weitere Details findet ihr hier: Google’s Data Center Strategy.

 

Folgende Daten habe ich herausfinden können:
Invest in datacenter 2006: 1,9 Mrd. $
Invest in datacenter 2007: 2,4 Mrd. $
Invest pro Center: rund 600 Mio $

Wie ein Datacenter aussieht findet ihr hier: Datacenter von Google

Anzahl inkl. in Bau befindlich: 36 (19 Amerika, 12 Europa, 3 Asien)

Map of all Google data center locations:
1. Wayfaring.com
2. Pingdom.com
3. Bald Google-Datencenter in Kronstorf?
4. … (Wenn ihr weitere Links kennt, bitte Kommentarfeld) – THX :)


Das Super-Internet könnte eine große Gefahr für alle zur Zeit am Markt agierenden Provider und Telekommunikationsunternehmen werden. Im Jahr 2006 ließ mich eine Meldung aufhorchen: »FON«, ein Unternehmen das sich zum Ziel gesetzt hat, das Internet über kabellose Zugangsboxen für jedermann zugänglich zu machen, bekam damals Kapital von drei großen Unternehmen: Google, Sequioa Capital (ein Risiko-Kapitalgeber) und Skype. Das scheint zunächst keine so wichtige Nachricht zu sein, doch meiner Meinung nach wird damit etwas möglich, das zu einem Erdbeben in der Telekommunikationsbranche führen könnte. Denn wenn wir die Puzzleteile, die uns diese Meldung an die Hand gibt, in der richtigen Weise zusammensetzen, könnte folgende Vision daraus entstehen: Unzählige Menschen haben bereits W-Lan-Router bei sich Zuhause aufgestellt und nutzen diese Technik, um das Internet in der ganzen Wohnung verfügbar zu haben.

Wenn es jetzt aber darüber hinaus tatsächlich ein Gerät gäbe, dass sich ebenfalls der W-Lan-Technik bediente, aber bei verschiedenen Abrechnungsnummern seinen Zugang zum Internet für alle Rechner und Router in der näheren Umgebung offen hielte – ich möchte hier nicht auf die technischen Details eingehen –, so entstünde eine W-Lan-Kette, die es besonders den ländlichen Gebieten, in denen heute eine dramatische Unterversorgung mit schnellen Internetzugängen besteht, ermöglichen würde, endlich schnelle Internetzugänge zu nutzen, die zum Beispiel von Funktürmen auf kleinere W-Lan-Einheiten verteilt würden. Das aber nur als ein Beispiel für viele mögliche Nutzungen. Jedes dieser Geräte würde damit zu einer kabellosen Internet-Empfangs- und Sendestation für andere werden. Würden also in einer Stadt solche Zugänge gleichmäßig verteilt werden, wären alle Einwohner dieser Stadt, egal ob Zuhause oder im Park, in der Lage, über dieses Netzwerk ins Internet zu gehen.

Dieses Anschlussstück, der Weg von der letzten Verteilungsstelle zum Endkunden, ist in einigen Ländern durch ein rechtliches Monopol eines Telekommunikationsunternehmens oder ein de facto Monopol der Energie-Versorger vor dem Zugriff durch Google geschützt. Wenn ich mir aber jetzt vorstelle, dass Google in jeder Stadt zwei oder drei Funktürme errichten würde, die in der Lage wären, diesen Weg von der bisherigen Vermittlungsstelle zum Endkunden zu überbrücken, dann könnten diese Funktürme zusammen mit den W-Lan-Empfangs- und Sendegeräten bei den Endkunden eine eigene leistungsfähige und zudem kabellose Infrastruktur schaffen.

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Google würde es damit gelingen, „die letzte Meile“, den durch das staatliche Monopol geschützten Weg von der bisherigen Vermittlungsstelle zum Endkunden mit Funktechnik zu überbrücken. So würde das Unternehmen alle Telekommunikationsunternehmen, als »Inhaber« der letzten Meile, im wahrsten Sinne des Wortes überflügeln, indem Google das, was den Kommunikationsunternehmen bis heute nicht geglückt ist – nämlich, Internetzugänge auch in unterversorgten Gebieten zu ermöglichen –im Handstreich gelingen könnte. Bei seinen Neuerungen geht Google in seinem Heimatort Mountain View, Kalifornien, schon einen besonderen Weg, in dem es dort für den ganzen Ort ein flächendeckendes W-Lan-System eingerichtet hat.

Damit hätte Google zwar die letzte Meile überbrückt, wäre aber immer noch an die Internetprovider gebunden. Daher könnte vielleicht eher noch die WiMax-Technologie ein Weg sein, um in den Telekommunikationsmarkt vorzudringen. Es ist aber wegen der enormen Kosten davon auszugehen, dass die Investitionen in diesen Bereich erst dann von Google getätigt werden, wenn es auf seinen anderen Geschäftsfeldern keine so starken Wachstumsbedingungen wie bisher finden würde.


Links:
Google hat Interesse an nationaler WiMAX-Lizenz in Indien
Bericht: Google sondiert Mobilfunk-Einstieg in Indien

 


Das Wort »telefonieren« könnte also bald aussterben und zum Beispiel durch das Wort »skypen« ersetzt werden, denn Skype wäre dann der ultimative Kommunikationsdienst, den der Weltprovider Google überall zu Kommunikationszwecken anbieten könnte. Noch nicht, aber es könnte. Diese Vermittlungstechnik würde sich sicher sehr schnell am Markt durchsetzen, weil mit dieser Technologie alle bisherigen Offliner, gerade auch alle bisherigen Zwangs-Offliner, die von den bisherigen Internetprovidern sträflich vernachlässigt wurden, endlich eine Chance hätten, zu Onlinern zu werden. Gleichzeitig verbauen Google und Skype durch diese Anbindung von bisherigen Offlinern ihren Wettbewerbern die Chance, sich am Markt zu etablieren, weil Google (und Skype) wieder einmal die ersten am Markt wären, die die Möglichkeiten dieses Marktes erkannt haben. Die Folge wäre aber, dass aus dem Informationsmonopol dann ein Kommunikations-Monopol würde.

Daneben ist es natürlich auch denkbar, dass Google basierend auf seinem eigenen Handy-Betriebssystem (Android) zu einem weltumspannenden Mobilfunk-Anbieter werden könnte, der ebenfalls diese Technik nutzen würde. Google würde hier nur die eigene Mobile Hardware fehlen. Ein Zukauf von Samsung oder Motorola ist möglich. Damit würde Google wichtige Patente erwerben. Das noch Utopie. Noch! Den Telekommunikationsmarkt nicht nur in Deutschland würde es jedenfalls kräftig erschüttern, wenn es Google gelänge, – durch welche Technik auch immer – als Internet Service Provider aufzutreten.

Die Vision ist auf Google zugeschnitten und Google arbeitet nicht national, sondern global und mit großem Erfindungsreichtum. Gänsehaut.

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Weitere Themen rund um das Thema Google findet ihr in meinem Buch:
Der Fixierungscode

 

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UPDATE:

http://googleblog.blogspot.com/2010/02/think-big-with-gig-our-experimental.html

27Oktober

Eine Web Theorie

Eine meiner etwas provokativen Aussagen in meinen Vorträgen der letzten Zeit ist folgender:


Web 1.0 war der Tod.
Web 2.0 ist die Not.
Web 3.0 ist das Brot.

Diese kleine Theorie hat mir dabei geholfen, die Begriffe zu definieren und zu kategorisieren, um die Zusammenhänge und vor allem die sich daraus ergebenden Folgen und Weiterentwicklungen zu verstehen.

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Web 1.0 war der Tod
Ich erkläre mir das Web 1.0 als den technischen Grundstein des Internets auf den sich alle weiteren Entwicklungen aufbauen, denn um Daten verschicken zu können, müssen geeignete Verarbeitungssysteme und Leitungen vorhanden sein. Daher gehören für mich zum Web 1.0 folgende Bereiche dazu: die Rechenzentren, der Aufbau und die Weiterentwicklung der Hardware, der Software und der physischen und der Funk-Leitungen, Domains, Programmiersprachen (wie HTML, Java, PHP etc.), Firewalls, das Internetprotokoll, e-shopping-Software, die Browser, die Breitbandzugänge, die Peer-to-Peer-Technologie, also all die für den Nutzer “unsichtbaren”, aber technisch notwendigen Grundlagen, die das Internet als World Wide Web erst so nutzbar machen, wie wir es heute gewohnt sind.

Mailbox-Netze waren bereits in der 1980er Jahren entstanden, aber erst durch das WWW, das World Wide Web, 1989 entwickelt durch Tim Berners-Lee, kam für das Internet mit der Erfindung der Webbrowser – der erste grafikfähige Webbrowser war “Mosaic” – der Durchbruch.


Keiner konnte wissen, dass es nach der Web 1.0 Blase doch alles funktionieren würde, was wir uns im Web 1.0 ausgedacht hatten.


Warum aber war das Web 1.0 der Tod? Betrachtet man die gesamte Entwicklung des Internets von seinen Ursprüngen um 1969 bis heute, dann stellt man fest, dass es viele Unternehmen und Vordenker gegeben hat, die bei der Entwicklung des Internets auf der Strecke geblieben sind. Über diesen langen Zeitraum von 30 Jahren, kam es dazu, dass es erst die Nachfolge-Generation früher bestehender Firmen zum Erfolg gebracht haben. Viele Firmen wie Altavista, AOL , Netscape, Napster, Abacho spielten mehr oder weniger kurzzeitig eine große Rolle, verschwanden dann aber ganz oder gingen in anderen Firmen auf. Viele Gründer und Erfinder waren mit ihren guten Ideen der Zeit um einiges voraus, und da diese Ideen zu früh auf einen Markt mit mangelnder Nachfrage stießen, hatten sie keinen wirtschaftlichen Erfolg und deshalb war Web 1.0 der (wirtschaftliche) Tod für viele.

Zwar war das Web 1.0 der Tod für viele, aber es existiert heute noch und umfasst die Weiterentwicklungen und den Ausbau vom Internetprotokoll über IP-Adressen bis hin zu den DNS-Servern, Backbone-Netzen, Programmiersprachen, Provider-Netzen, Intranets und Forschungsnetzen. Es umfasst also im wahrsten Sinne des Wortes die grundlegende Infrastruktur, die der Internetnutzer braucht, um sich im Internet bewegen zu können. Die Datenautobahnen waren erfunden, im Web 2.0 geht es um den Bau der Städte, die man über die Autobahnen ansteuern kann.

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Web 2.0 ist die Not
Im Web 2.0 kommen zur weiteren Entwicklung des Web 1.0 zwei weitere Entwicklungen hinzu. Die technische Grundlagen wurden durch das Web 1.0 geschaffen, die Infrastruktur stand bereit. Jetzt muss diese Infrastruktur aber auch nutzbar gemacht werden, es bedarf Software-Entwicklungen, um die Angebote im Netz effizienter und schneller nutzen zu können.

Das Web 2.0 wird im eigentlichen Sprachgebrauch als der Aufbau der Social Networks mit der damit verbundenen Interaktion und Ko-Laboration bezeichnet, spiegelt aber in Wirklichkleit nur den Drang der Nutzer wieder, die durch die Grundlagen des Web 1.0 und den Service-Ausbau des Web 2.0 geschaffenen Voraussetzungen auch zu nutzen. Zum Web 2.0 gehören für mich folgende Entwicklungen: Wiki, Blog, Podcast, Mashups, Social Networks und natürlich Media Sharig Plattformen.

Bei der Definition des Web 2.0 stehen wir schnell vor dem “Henne-Ei-Problem”, denn es bleibt eine Anschauungssache, ob die Social Networks entstanden, weil es die Services (die Software) dafür gab, oder ob die Services geschaffen wurden, weil es die Nachfrage dananch gab. Wie auch immer man sich entscheidet, es spielt keine Rolle für das Verständnis meiner kleinen Theorie. Das Web 2.0 hat die Voraussetzungen geschaffen, dass wir irgendwann mal Cloud Computing, Social Media, Social Gaming, Semantik Web und Real Time Search entwickeln, aber diese Entwicklung war bereits in den Anfängen des Web 2.0 vorherzusehen.

Die mit der Weiterentwicklung des Internets beschäftigten Unternehmen sind im Web 2.0 immer noch damit beschäftigt, die Grundlagen für eine schnelle und einfache Kommunikation zu legen, sie müssen große Summen investieren, um das Internet so zu strukturieren, dass die Nutzer eine klare Anwendungslandschaft vorfinden, die leicht und schnell zu bedienen ist. Das beste Beispiel dafür ist heute die Entwicklung von Google Waves, eine revolutionäre Art, das alte eMail-System auf die veränderten Nutzungsbedingen der User anzupassen. Es entstand also kein “neues” Internet, lediglich die Nutzungsform der vorhandenen Services hat sich verändert.


Der “Erfinder” des World Wide Web, Tim Berners-Lee sagte über den Begriff “Web2.0″:

“I think Web 2.0 is of course a piece of jargon, nobody even knows what it means.”


Das Internet hat sich aus der durch die digitalen Supermächte eindimensional geführten Angebotsstruktur “surf auf meine Seite und kauf’” zu einem mehrdimensionalen sozialen Netzwerk entwickelt, in dem jeder mit jedem in Kontakt treten kann. Aus dem “Konsum-Web” wurde das “Mitmach-Web”, aus Informationsmonopolen wurden gleichberechtigte Nutzer, die all ihre Informationen gegenseitig austauschen, aus vorwiegend statischen html-Seiten wurden dynamische Inhalte, die in Content-management-Systemen gepflegt werden. Jeder Internetnutzer kann gleichzeitig Informationen von anderen verarbeiten, aber auch Informationen selbst in das Netz stellen, es sind keine technischen Kenntnisse mehr notwendig, um sich sein eigenes soziales Netzwerk aufzubauen.

Gleichzeitig wurden im Web 2.0 modernste, einfach zu bedienende und schöne Geräte entwickelt, die den Anwender den ganzen technischen Aufwand, der dahinter steht, wirklich vergessenlassen, er kann sich auf seine Arbeit konzentrieren und muss sich nicht mehr mit der Technik herumschlagen. Alles funktioniert, Updates installieren sich von selbst, die Geräte werden immer ästhetischer.

Mit Sicherheit haben auch Entwicklungen wie das DSL maßgeblich dazu beigetragen, dass die Nutzung des Internets und damit die auch die Nachfrage nach sozialen Netzwerken enorm gestiegen ist. Dafür mussten Unternehmen aber wieder enorme Summe in den Ausbau der schnellen Datenleitungen – wie für vieles andere – investieren, daher “Web 2.0 ist die Not”.

Abschließend betrachtet sehe ich im Web 2.0 keine eigenständige “Web-Epoche”, sondern folge eher Tim Berners Lees, der im Web 2.0 das “Web 1.0 -Verständnis” des Internets wiederfindet – eben nur mit unvergleichlich größerem Angebot. Die Infrastruktur, die das Web 1.0 zugrunde gelegt hat, wird jetzt genutzt, um endlich auch Spaß und Unterhaltung im Internet zu finden.

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Web 3.0 ist das Brot.
Web 3.0 ist die Evolution, die in einem fast parallel verlaufenden Strang zum Web 2.0 läuft. Die Infrastruktur ist geschaffen, die Anwendungen und Services funktionieren. Die wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen sorgen dafür, dass im Web 3.0 auch Geschäftsmodelle funktionieren können. Hier ist das Brot. Hier kann jeder satt werden. User & Anbieter.

Die Dinge, die für das Web 3.0 stehen, sind der Online-Journalismus, die weitergehende Vernetzung von Services, Twitter, Livecasting, Photosharing, Videosharing etc.. Es wird dadurch aber auch eine bessere Medienkompetenz der Nutzer nötig, denn die zunehmende Abhängigkeit von der digitalen Welt und Spielsucht sind “Produkte” des Web 3.0. Insgesamt aber kann man sagen, dass die soziale Verknüpfung voranschreitet, “Social Systems” ist das große Wort des Web 3.0. Social Systems werden zu Massenmedien, da die Anwendung der nötigen Werkzeuge und Services unkompliziert ist, geringe Kosten verursacht und weil die Reichweite durch Qualität schnell sehr groß werden kann. Streuverluste fallen (im Gegensatz zu den klasssischen Medien) kaum finanziell ins Gewicht und ein ganz wichtiger Punkt: Im Gegensatz zu den Massenmedien Print und Fernsehen findet die gegenseitige Kommunikation in Echtzeit statt. Man kann endlich davon sprechen, dass man sein Leben in der digitalen mit den Services und Anwendungen des Web 3.0 schon perfekt organisieren kann.


Die große Kunst den Zeitgeist einzufangen und mit meinem Netzwerk zu teilen bedeutet für mich Social Media also Web 3.0.


Das enorme Wachstum des Internets mit all seinen Möglichkeiten ruft natürlich auch den Staat als Regulator auf den Plan. Der Unsinn des Spruchs “Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein.” ergibt sich aus dem anscheinenden Unverstaändnis dem Medium gegenüber. Diese Forderung impliziert, dass das Internet ein rechtsfreier Raum ist, das aber ist falsch, denn das Internet war nie ein rechtsfreier Raum. So wurden zum Beispiel Urheberrechtsverletzungen schon immer strafrechtlich verfolgt. Das zeigt aber in meinen Augen nur, dass die digitale Welt und ihre Möglichkeiten endlich im Bewusstsein der Menschen angekommen sind. Daraus folgt wiederum, dass das Web 2.0 (die Servcies) und das Web 1.0 (die Infrastruktur) alle Anforderungen erfüllen müssen, die die Nutzer des Web 3.0 von ihnen fordern.

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Fazit: Was aber soll diese kleine Theorie über das Internet? Sie soll das Bewusstsein dafür schärfen, dass das Web 1.0, 2.0 und 3.0 nebeneinader existieren, es gibt kein entweder oder, keine zeitliche Abfolge, keine “Internet-Zeitalter”. Es gibt drei parallel laufende Entwicklungspfade im Internet, die jeder für sich eine eigene Berechtigung, ihren Nutzen und ihre Kosten haben. In alle drei Ebenen muss weiter investiert werden, um den nächsten Schritt einzuleiten: das Web 4.0.

Das Web 4.0 wäre dann die Verschmelzung der Menschen und der Maschinen, denn das Leben der Menschen wird durch durch die Maschinen organisiert und gereglt. Roboter könnten zur Arbeitserleichterung und das Wissen der Maschinen für den Menschen und seine Bedürfnisse eingesetzt werden. Der Mensch lebt online und handelt überwiegend online. Die Maschinen sind Verbündete des Menschen, sie sind dann die Schaltzentrale des Lebens.

Ich würde mich freuen, eure Meinung dazu zu lesen.

In einem Gesprächen mit einem Jugendlichen wurde mich erst klar, dass es eine Art Sammelsucht gibt. Beim Sammelsüchtigen geht es nicht um das illegale Sammeln von Daten, sondern darum, ein einmal gesetztes Ziel zu erreichen. Ein Ziel kann sein, dass man alle Künstler von A-Z in einem Archiv speichern möchte.

Ich unterhalte mich gern mit Menschen darüber, was sie über die verschiedenen digitalen Themen denken. Bei einem dieser Gespräche erzählte mir ein 17-Jähriger, dass er sich sehr viele Musikstücke als mp3 aus dem Internet heruntergeladen hätte. Auf die Tatsache angesprochen, dass dieses Verhalten illegal sei und ihn zu einem Kriminellen machen würde, erklärte er mir, dass er nach kurzer Zeit einfach nicht mehr damit aufhören konnte, mehr und mehr Songs herunterzuladen. Er hätte eine regelrechte Besessenheit entwickelt, so viele Lieder wie nur irgend möglich auf seiner Festplatte zu speichern. Dieser Jugendliche hatte überhaupt kein Unrechtsbewusstsein bei seinen illegalen Downloads, er redete sich damit heraus, dass »das ja alle machen«. Es ging ihm gar nicht darum, die Musikstücke alle zu hören, er schaffte sich damit vielmehr eine Freizeitbeschäftigung, indem er die mp3-Dateien auf seiner Festplatte nach Musikrichtung, Sprache, Interpreten, persönlicher Bewertung und Qualität ordnete. Der junge Mann war – in seinen Augen sinnvoll – beschäftigt. Das Ziel seiner Sammlung war es, alle Lieder seiner Lieblingsstile vollständig in seinem Computer verfügbar zu haben. Auch wenn dieses Beispiel sicher extrem ist, so müssen wir uns darüber klar werden, dass das, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung, heute die Realität ist.

Es scheint mir, dass junge Leute heute viel weiter gefasste Möglichkeiten haben, ihre Interessen zu verfolgen, Nachrichten auszuwerten und das alles in einen neuen Zusammenhang zu stellen. Die Komplexität des Internets scheint ein komplexeres Denkvermögen zu fördern, wenn es ein mehr oder weniger sinnvolles Ziel gibt, das der Nutzer verfolgen kann. Sprachkenntnisse, Wissen über moderne Informations- und Kommunikationstechnik und eine strukturierte Vorgehensweise scheinen dabei ganz nebenbei gelernt zu werden.

Was für eine unfassbare Zeit. Alles fließt, alles ändert sich.


Weitere Themen rund um das Thema Sammesucht findet ihr in meinem Buch: Der Fixierungscode – Ab November im Handel.

Grundsätzlich ist das Web 2.0 ein Instrument der reproduzierbaren Informationen. Alles vom Menschen Erzeugte oder Gestaltete kann von anderen Menschen nachgemacht werden. Aber die technische Reproduzierbarkeit durch jeden Endnutzer via Computer ist etwas Neues. Und doch fehlt der Reproduktion etwas, auch wenn sie höchstvollendend ist. “Das Hier und Jetzt – das Dasein an dem Ort, wo man sich befindet – die Aura und das Wirkliche – die Echtheit” – {von Walter Benjamin}

Damit ist eben der Unterschied gemeint, den man zwischen der echten Mona Lisa und einer Reproduktion sofort sieht, egal wie gut die Reproduktion ist; Authentizität ist nicht zu reproduzieren, für sie scheint kein Platz im Binärcode zwischen den sich ständig wiederholenden “0″ und “1″ zu sein.

Das Einmalige, das Echte lässt sich nicht im Internet finden, es gibt nur Reproduziertes. Damit geht auch der Wert, die Wertschätzung für das Gefundene verloren, weil es nichts Einmaliges, Individuelles mehr hat. Den Wert einer Sache kann man immer nur für sich selbst bestimmen, nur in sich selbst definieren. Und da gilt meines Erachtens die Regel: Je mehr mich etwas innerlich berührt, weil es “nur für mich”, also individuell ist, desto wertvoller kann es für mich sein. Nur wenn mich etwas individuell anspricht, kann es meine eigene Entwicklung voranbringen. Es bringt mir heute dagegen nichts, überall dasselbe zu lesen, dasselbe zu nutzen und immer mit den gleichen Medien zu arbeiten, denn das hält mich im im Status Quo fest. Es hindert mich an jeder weiteren Entwicklung, weil ich aus Wiederholungen keinen Nutzen ziehen kann, sie haben keinen Wert.

Das Internet gibt einem das Gefühl des Zeitvertreibs. Jede Suche in Google hat ein Ergebnis, man findet – Vergangenes -.

Beispiel: Qualitätsjournalismus wird ersetzt durch die Kopien von DPA-Artikeln, weil man sich heute keinen Qualitätsjournalismus mehr leisten will. Doch genau fördert die Reproduzierbarkeit von Nachrichten und genau das ist der Fehler der Verlage.

Also fassen wir zusammen: “Die Einmaligkeit wird im Internet ersetzt durch Wiederholungen”. Internet wird damit zum Fernsehen: Wiederholungen, Wiederholungen, Wiederholungen. Schlimmer noch, wir lassen die Ergebnisse unserer Internetrecherchen, die Websites und Blogeinträge wie Werbespots im Fernsehen an uns vorbeilaufen und konzentrieren uns gar nicht mehr auf den Film, den wir uns eigentlich ansehen wollten. Wenn wir die so gewonnenen Informationen nutzen, stellen wir jede Weiterentwicklung ein, wir verharren dann im Mittelmaß.

Die Folge ist, dass uns neue Nachrichten gar nicht berühren, sie werden schnell zu Reproduktionen, die wir dann wieder unaufmerksam konsumieren, bis wir uns schließlich nur noch mit Wiederholungen identifizieren.

Es ist an der Zeit, einen neuen Umgang mit Informationen zu entwickeln. Auch Reproduktionen können Informationen enthalten, die wir zur Weiterentwicklung unserer eigenen Ideen verwenden können. Wir müssen diese Informationen nur gezielt suchen – nicht konsumieren – und – ganz wichtig – an bereits vorhandene eigene Ideen anknüpfen. Wenn sich unsere Ideen weiterentwickeln, dann entwickeln wir uns auch selbst weiter, authentisch, echt und eben nicht reproduzierbar.

Die Zukunftsprognosen im technischen Bereich haben sich so manches Mal als falsch herausgestellt. Nach der Erfindung der modernen Bürokommunikation war man allgemein davon ausgegangen, dass wir sehr bald das papierlose Büro feiern würden. Man stellte Berechnungen an, wie viel an Zeit und an Geld sparen könnten. Die Kommunikationswege haben sich tatsächlich geändert, Fax und private Briefpost werden nur noch marginal genutzt. Doch wenn wir uns in unseren Büros umsehen, dann finden wir immer noch Berge von Papier, darunter Mengen an ausgedruckten E-Mails. Immer noch materialisieren sich digitale Informationen auf Papier. Eine der nächsten Prognosen sah voraus, dass effizientere und kostengünstigere Computer und Roboter zahllose menschliche Arbeitsplätze ersetzen würde. Dies ist aber auch nur im industriellen Teil der hiesigen Wirtschaft Wahrheit geworden, wie zum Beispiel in der Autoindustrie. Und auch das immer wieder totgesagte Buch konnte bisher noch nicht durch den Computer ersetzt werden, obwohl immer mehr Titel alternativ auch in digitalen Formaten zu haben sind. Einem kleinen Kind die Gute-Nacht-Geschichte aus dem Laptop vorzulesen –verstehe ich nicht unter Fortschritt. Denn die unkomplizierte Handhabung und Verfügbarkeit machen den Gebrauch des kompakt auf das Wesentliche hin konstruierten Buches immer noch schnell und einfach – ohne lästige Kabel oder einen Akku, der beim Vorlesen im Bett auf der Haut glüht. Dennoch, der Mensch ist umgeben von digitalen Geräten, denn jetzt ist alles möglich: Games auf dem iPhone, E-Comics auf der Playstation und Internet-TV auf der Wii.

Ein wirklicher Fortschritt aber ist der Kindle von Amazon. Ausgerechnet der größte Buchhändler der Welt bringt ein Gerät heraus, mit dem man sehr bequem digitalisierte Bücher lesen kann.

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Nicht nur Amazon hat erkannt, welche Marktchancen solche Geräte haben, auch andere Anbieter (Sony PRS-700) stellen eigene Geräte her. Dennoch gab es in Deutschland bisher keinen nennenswerten Markt für E-book-Reader, also für elektronische Bücher. An dem kalifornischen Beispiel wird aber deutlich, wie ausgereift dieses neue Produkt ist und vor allem, welche Marktmacht Amazon jetzt schon hat, um es in der Welt zu verbreiten.

Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger will in naher Zukunft an allen Schulen seines Bundesstaates die Lehrbücher abschaffen. Zunächst sollen für die Fächer Mathematik und Naturwissenschaften nur noch elektronische Lesegeräte genutzt werden, die die seiner Meinung nach veralteten, schweren und teuren herkömmlichen Schulbücher ersetzen sollen. Schwarzenegger begründet seine Entscheidung auch damit, dass Kalifornien »Weltmarktführer in Sachen Technologie und Innovation« sei und durch die weiter geplante Digitalisierung Hunderte Millionen Dollar für alle Schulfächer eingespart werden könnten. Bei den Schülern hofft er auf eine durchweg positive Resonanz, da sie mit den digitalen Medien wie Facebook, Twitter sowie digitalen Musikdateien bereits vertraut seien.

Mit den Planungen der kalifornischen Regierung bekommt die Digitalisierung von Büchern zum ersten Mal einen politischen Anschub, der die Entwicklung und Verbreitung digitaler Lesegeräte sehr beschleunigen könnte. Unternehmen wie Google und Amazon haben die wirtschaftlichen Möglichkeiten dieser Entwicklung für sich erkannt. Und sie verfügen im Gegensatz zur deutschen Internet-Wirtschaft auch über die Wirtschaftskraft, um solche Lesesysteme zu entwickeln. Das könnte dazu führen, dass Deutschland auch in Bezug auf die neuen Lesegeräte zu einem reinen Konsumentenland wird: ein Land also, in dem zwar Geräte aus anderen Ländern vermarktet würden, aber aus dem keine eigenen Entwicklungen kämen.

Ich habe mir sehe lange vorher schon ein Amazon Kindle erworben. Für mich war der neue Amazon Kindle nicht nur ein Gadget, eine interessante technische Spielerei, sondern »Pflichtlektüre«. Noch gibt es das Gerät hierzulande nicht zu kaufen, die Beschaffung des Kindle und der digitalen Bücher ist vorerst nur für Kunden aus den USA gedacht. Selbst ein importierter Kindle ist so lange nicht einsatzfähig, bis er freigeschaltet und mit Inhalten bestückt ist. Voraussetzung für den Kauf eines E-Books, das man auf dem Kindle lesen kann, ist eine Postanschrift in den USA sowie eine US-amerikanische Kreditkarte. Nur durch gute Kontakte zu Freunden in Übersee konnte ich mir den neuesten Amazon Kindle zusenden lassen. Die Freischaltung des Gerätes übernahmen meine Freunde bereits vor Ort in den USA, sodass der Kindle in Deutschland einwandfrei funktionstüchtig war – zumindest das Lesen von E-Books ist uneingeschränkt möglich. Nach genau vier Wochen Wartezeit teilte mir endlich das zuständige Zollamt die erfolgreiche Zustellung mit. Die Abholung gestaltete sich glücklicherweise sehr unkompliziert. Nach wenigen Minuten hatte ich die Verpackung des bereits aufgeladenen Gerätes entfernt und startete über die nächsten drei Wochen meinen persönlichen Kindle-Test.

Das Gerät besticht durch sein äußerst schlichtes Design. Es ist zudem sehr dünn und leicht, die Bildqualität ist großartig, nichts flimmert und man hat fast das Gefühl, als ob man Papierseiten sähe. Weil der Bildschirm ohne Hintergrundbeleuchtung auskommt, ist er auch im Sonnenlicht benutzbar. Dabei wiegt das Gerät nur 292 Gramm und ist mit den Maßen von 19,1 x 13,5 x 1,8 Zentimetern nicht größer als ein Notizblock mit DIN-A4-Papier. Mancher Bleistift ist dicker, als das Gerät hoch ist, es wiegt weniger als ein durchschnittliches Taschenbuch – und kann doch ungefähr 1500 Bücher gleichzeitig bereithalten. Dieser große Pluspunkt in Sachen Handlichkeit macht es im wahrsten Sinne des Wortes leicht, das Gerät mit auf Reisen zu nehmen. Die Bedienung erklärt sich fast von selbst. Offensichtlich ist der neue Kindle gegenüber seinem Vorgängermodell technisch und insbesondere bei der Lesbarkeit der Texte stark verbessert worden. Interessante Passagen kann man markieren und später über eine Lesezeichen-Funktion nach Datum sortiert für jedes Buch wiederfinden. Das ist eine sehr nützliche Funktion. So kann ich mir nach Belieben Textpassagen aus verschiedenen Büchern zu einem bestimmten Thema selbst zusammenstellen und mich auf diese Weise umfassend aus mehreren Quellen gleichzeitig informieren.

Man kann den Text größer oder kleiner zoomen, nach bestimmten Wörtern suchen oder mit einem einzigen Klick auf das betreffende Wort sofort online gehen und sich in Wikipedia Informationen zu dem Begriff abrufen. Ein integriertes Wörterbuch und eine iPhone-Schnittstelle runden die Funktionen des Kindle ab. Amazon Amerika bietet für sein Gerät nach eigenen Angaben rund 260.000 elektronische Bücher – darunter alle Titel der amerikanischen Bestsellerliste – und eine Reihe von Zeitungen an.

Manche Verleger behaupten, dass das Knistern einer Zeitung oder der Geruch eines Buches inspirierend für den Leser seien. Sicherlich rufen diese zusätzlichen Sinnesreize bei dem einen oder anderen eine schöne Erinnerung an wunderbare Momente der Kindheit hervor. Diese Art von Nostalgie fällt im technischen Fortschritt natürlich weg. Dafür gibt es andere, neue Vorteile, die im täglichen Gebrauch zum Vorschein kommen: Im Gegensatz zu einem Buch, das ich in der Hand halte, kann bei einem Kindle niemand sehen, was ich gerade lese; meine Privatsphäre wird geschützt. Vorteilhaft ist natürlich auch, dass der Kindle die Bücherkisten für den nächsten Umzug erleichtert. Ich habe so einige Bücher, die über 300 Seiten umfassen. Sie sind schwer und groß, manche stehen irgendwo in zweiter Reihe im Regal und der Griff danach erfolgt selten bis gar nicht. Der Kindle ist hingegen leicht und bequem zu benutzen und enthält komprimiert auf kleinstem Raume Wissen ebenso wie Unterhaltung. Ein Schatz, der portabel ist, an jedem Ort der Welt einsatzbereit. Nach dem »Handelsblatt« und der »WirtschaftsWoche«, die – wenn auch bisher eigentlich nur für in den USA lebende Deutsche – für den Kindle angeboten werden, könnten auch andere deutsche Verlage ihre Bücher, Zeitschriften und Zeitungen bereit für den Kindle machen, denn sicher ist es nur eine Frage der Zeit, bis das mobile Lesegerät auch bei uns eingeführt und populär wird. Eins kann man aber sagen: Das neue Buch von Dan Brown “The lost Symbol” wurde als Kindle Version mehr verkauft als die Hard-Cover Version.

Die Buch- und Zeitungsverlage müssen sich dieser neuen Herausforderung stellen und ebenfalls den Markt der digitalen Magazine, Zeitungen und Bücher bedienen. Amazon hat seit Kurzem den Kindle (Amazon Kindle DX) im Großformat (26,3 cm x 18,3 cm x 0.97 cm) mit einer Bilddiagonalen von 24,64 cm, einer Bildschirmauflösung wie ein moderner Laptop und einem WLAN-Anschluss aufgelegt, um auf diesem Gerät dann ganze Zeitungen elektronisch und zu einem geringeren Preis als die Papierversion anbieten zu können.

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Die Geräte sind so konzipiert, dass sie auch Hörbücher und Blogseiten darstellen können. Amazon ist damit zum wichtigsten Anbieter für digitale Medien im Internet geworden. Amazons Rechnerkapazitäten, seine Auslieferungsstruktur, elektronisch und über Partner, gehören zu den besten der Welt. Zurzeit hat Amazon allerdings noch ein Digitales Rechtemanagement, mit dem für einen Kindle gekaufte Bücher ausschließlich auf diesem einen Gerät gelesen werden können. Übrigens muss man, um nicht bei Amazon erworbene Dokumente für das Kindle lesbar zu machen, das vorliegende Format bei Amazon kostenpflichtig in das mit dem Kindle kompatible Format umwandeln lassen. Natürlich funktionieren auch weit verbreitete Formate wie zum Beispiel »PDF« nicht ohne diese Umwandlung auf dem Kindle.

Ich hoffe, mit dieser kurzen Schilderung der Entwicklung einen kleinen Einblick in die Möglichkeiten, aber auch Probleme gegeben zu haben, die sich mit digitalen bereits ergeben und noch ergeben werden. Ich persönlich finde den Kindle jedenfalls sehr gut, weil mich die einfache Bedienung und der Online-Komfort überzeugt haben. Das heisst nochlange nicht, dass ich als Onliner mich nicht auch freue, wieder zu einem guten Buch zu greifen und es zu lesen.

Was jedoch die E-Books mit meiner digitalen Selbstbestimmung zu tun hat lesen Sie in meinem Buch (voraus. Oktober) “Der Fixierungscode“.

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Links zu E-Book Themen:

E-Books sind zu teures Nischenprodukt

EBOOKBLOG.DE
Der Blog zum Thema elektronische Bücher

http://www.e-book-news.de
E-Book-News.de widmet sich allen Fragen rund um das Thema Elektronisches Lesen: den Lesegeräten (E-Book-Readern), dem E-Book-Handel, der E-Ink-Technologie, aber auch elektronischen Zeitungen & Zeitschriften.

Alle E-Book Reader als Übersicht

Deutsches E-Book Netzwerk Forum
Auf E-Reader Forum finden Sie aktuelle Informationen und Unterstützung zu E-Book Lesegeräten, der Erstellung und Konvertierung von E-Books (z.B. im ePub oder Mobipocket Format), Lesesoftware (wie z.B. Adobe Digital Editions) und vielen weiteren Aspekten rund um das Thema e-Publishing.

Ebook-on-Tour.de – Mit dem Sony Ebookreader unterwegs.
Bei Ebook-on-Tour.de bloggen Münchner Studenten ihre Erfahrungen mit den neuen Ebookreadern. Gerade für Studenten klingt das Konzept der neuen Geräte verlockend: Endlich können alle für die Uni relevanten Bücher überallhin mitgenommen werden, man hat sein “Uni-Wissen” immer griffbereit. Und auch im Urlaub oder in der S-Bahn ist Schluss mit Bücher-Stapeln. Die entscheidende Frage ist nur: Halten die Ebookreader wirklich alle Versprechen, die in der Werbung gemacht werden? Wir wollen es herausfinden.

http://elektrolese.blogspot.com/
Hier werden informationen über e-books, reader, elektronisches publizieren, lesekultur im netz und und und gesammelt.

http://open-ebook.de/
Open-eBook.de ist ein Portal rund um die Welt der eBooks. Wir haben für Sie Testberichte, Preise, Entwicklungen und Trends von eBook-Readern.

http://www.gutenberg.org/
Das Project Gutenberg (PG) ist eine im Internet beheimatete Bibliothek freier elektronischer Versionen physisch existierender Bücher (Retrodigitalisate), oftmals E-Texte genannt. Das Projekt hat schon mehr als 25.000 Werke veröffentlicht, darunter auch mehr als 500 deutschsprachige Bücher. Ein Großteil der veröffentlichten Werke wird durch die Organisation Distributed Proofreaders aufbereitet (korrekturgelesen).

E-Books bei Thailia.

In der Datensammlung ist Google wahrscheinlich die Nr. 1 auf der Welt. Doch bildet das Projekt “23andme” (23 und ich, die Zahl bezieht sich auf die 23 Träger der menschlichen Erbinformation) zur Erfassung der genetischen Informationen eines Menschen das Absolute. An diesem Projekt hat sich Google beteiligt. Jeder Mensch kann bei “23andme” sein Erbgut für 99 Dollar untersuchen lassen und erhält die Informationen per Internet zugesandt.

23andme

Nur zur Information: Noch vor einigen Monaten kostete die Untersuchung 999 Dollar, dann wurde es auf 399 Dollar gesenkt und nun kostet es NUR 99 Dollar.

Damit weiß 23andme Bescheid über Ihre genetische Veranlagung und damit über Gesundheit und Krankheit Ihrer Person. Was das bedeuten kann, sollte sich jeder einmal selbst in Ruhe überlegen. In der nächsten Phase kann ich mir vorstellen, dass Google das Unternehmen 23andme übernimmt und den Service kostenlos zur Verfügung stellt. Diese Art der Übernahme ist nicht neu. Google hat vor einiger Zeit schon den kostenpflichtigen Service Google Analytics* übernommen und bietet diesen jetzt kostenlos an. Google Analytics ist ein Tool, mit dem eine Homepagebetreiber den Verkehr auf seiner Seite messen und nach verschiedenen Kriterien analysieren kann.

Wenn es im Fall von 23andme zu einer eben solchen Übernahme käme, könnte ich mir vorstellen, dass viele Menschen Google ihre DNS kostenlos zur Verfügung stellen.  Ob das Gut ist? Keine Ahnung, vielleicht. Vielleicht auch nicht! Ein steht fest. Aus Datenschutzgründen ist dieses Angebot heute schon umstritten.

Die Veränderungen in der digitalen Welt beschrieb ich bereits vor wenigen Wochen im meinem Artikel „Der Fixierungscode“. Ich möchte heute mit diesem neuen Artikel speziell auf die Herausforderungen der Business-Welt in unserem digitalisierten Leben eingehen. Welchen Einfluss nimmt die Digitalisierung auf unsere Kommunikation?

Wir Onliner müssen mit der Informationsflut aus dem Internet leben, mehr noch: Die Datenmengen bestimmen unser tägliches Handeln und unsere Kommunikation und auf geschäftlicher Ebene werden Entscheidungen durch unserer persönliches Kommunikationsverhalten beeinflusst. Mehr noch, unser Handeln definiert sich durch unsere digitalen Informationen, die wir aus den unterschiedlichsten Quellen beziehen – und wir treffen weitreichende Entscheidungen in Sekundenschnelle.

Ich nutze sehr gern den Massenchat für Erwachsene namens Twitter, in dem Informationen an “Followers” gesendet werden, also Menschen, die mir folgen. Ich kann sie nicht alle kennen, aber ich sende ihnen Nachrichten. Wieso mache ich das? Ich persönlich kann damit meine Ideen mit anderen – in Echtzeit – teilen und damit weiterentwickeln. Diese schnelle Kommunikationsform ist zwar nur für kurze Gedanken geeignet, aber gerade das hat den Vorteil, dass man seine Gedanken und Ideen strukturieren muss. Kurz: Twitter ist eine Nische für sich selbst managende Menschen, die zeigen wollen, dass sie echt sind.

Aktivität im Livestream

Vor fast zwei Jahren schrieb ich über die gesellschaftlichen Phänomene, die ein zukünftiges “Web 3.0″ mit sich bringen muss: Authenticity, User Location, Impersonal Communication, Open Publication, Consumer Ratings und Individual Connectivity. Immer stärker wird diskutiert, wie das “Web 3.0″ zur Realität werden könnte. Welche Aktivität wer – wann – wie – wo – wie oft – und mit welcher Wirkung – im Internet gezeigt hat, kann mittlerweile ohne große Umwege herausgefunden werden. Sämtliche Aktivitäten eines Onliners und auch eines Unternehmens können durch referenzierte Informationen aus den verschiedensten Profilen zusammengesetzt und ausgewertet werden. Livefeeds, Twitterfeeds, Friendfeeds, Minifeeds – was mit RSS angefangen hat, eskaliert jetzt, denn der Nutzer hinterlässt heute nicht nur Spuren in der digitalen Welt, er wird als reales Individuum oder als Firma sichtbar.

Doch warum sind Minifeeds und Livefeeds für das Geschäftsleben relevant? Wie weit macht es Sinn, sein Leben minutiös zu dokumentieren und sich so für alle sichtbar und erlebbar zu machen? Die Folge ist, dass man aus all diesen Informationen eine für jeden nachvollziehbare persönliche Timeline frei verfügbar ins Internet stellt. Das Ganze erinnert mich an den Film “The Final Cut”, in dem die Privatsphäre von Verstorbenen durch implantierte Aufzeichnungssysteme verletzt wurde. Was bringt es, sein Leben als Timeline abzubilden?

mehr

Transparenz des Menschen

Der Mensch ist stark von Computern abhängig geworden, ist schon auf sie fixiert. In fast allen Branchen werden Entscheidungen aufgrund digitaler Informationen gefällt, die unentwegt aus dem Internet über die verschiedensten Kanäle auf uns eindringen. Onliner und besonders Firmen müssen komplett neue Verhaltensweisen an den Tag legen, um mit diesem neuen – sehr schnellen – digitalen Leben zurechtzukommen, denn die Informationen kommen in realtime zu uns und müssen dementsprechend schnell verarbeitet werden, damit sie uns bei Problemlösungen helfen können. In der virtuellen Welt gibt es kein “Mindesthaltbarkeitsdatum”, es heißt sofort oder gar nicht zu reagieren.

Sofort zu reagieren heißt im Geschäftsleben aber nicht, aufgrund von einzelnen Informationen zu entscheiden. Vielmehr müssen entscheidende Informationen erst verifiziert werden, bevor sie für den Entscheidungsprozess verwendet werden. Dazu allerdings ist ein neuer Umgang mit Informationen notwendig, weil man die für bestimmte Entscheidungen wichtigen Informationen erst aus dem ständigen “Strom der Informationen” herauslösen muss. Im Entscheidungsprozess muss man die Informationen samt ihrer Quelle, ihres Inhalts und ihres Zusammenhangs transparent machen, um ihren Nutzen für die Problemlösung definieren zu können. Informationen werden im Web 2.0 sozusagen “mehrdimensional”, denn der geschäftliche Erfolg hängt nicht mehr von den geschäftlichen Kontakten bei XING ab, sondern kann viel differenzierter in Communities gemessen werden. Eine Information, ein kurzer Gedanke kann in verschiedenen Communities auch unterschiedliche Resonanz hervorrufen, dessen muss man sich heute bewusst sein und die Chancen erkennen, die einem diese unterschiedliche Resonanz gibt.

Das Geheimnis des Erfolgs mancher Unternehmen beruht meines Erachtens heute darauf, dass sie nicht nur Informationen über viele Kanäle streuen, sondern eher darauf, dass die Unternehmen die sich daraus ergebende Resonanz für die Weiterentwicklung von Produkten und Services als Ideenpool nutzen. Ist ein Gedanke interessant genug, um Menschen in Communities zu begeistern, so wird dieser Gedanke von den Menschen weitergeführt und an andere weitergegeben, bis er – kommentiert und weiterentwickelt – wieder bei dem Unternehmen landet. Wie bei einem Billard-Anstoß wird der Bewegungsimpuls einer Kugel an die anderen Kugeln weitergegeben und verändert die Lage der einzelnen Kugeln auf dem Billard-Tisch; es entsteht ein neues Bild.

Die Frage ist dabei allerdings, inwieweit man als Unternehmer Informationen in die Breite des Internets streuen kann, darf und will. Denn rechtliche Fragen, wie die das Urheberrecht oder ähnliches betreffend, sollten vor so einer solchen Informationsaktion geklärt werden, um keine bösen Überraschungen zu erleben. Wer als Unternehmer neu in der digitalen Welt angekommen ist, hat oft Probleme, hier das richtige Maß zu finden, Profis hingegen haben von solchen Aktionen oft einen unschätzbaren Vorteil. Ich denke, hier kann aber nur jeder für sich selbst festlegen, wann er wie weit mit seinen Informationen gehen will, es muss ein iteratives Vorgehen sein, dass stets den Nutzen der einzelnen Aktion genau “berechnet”, denn nur so kann man sich langsam in die Welt der mehrdimensionalen Informationen vortasten.

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