Die Social Media Diät – Information Overload bekämpfen

Am 26. März 2009 schrieb Brian Stelter in der New York Times ein Artikel darüber, dass die US-Bürger freiwillig jeden Tag 61 Minuten TV-Werbung konsumieren, was wiederum einem hohen Anteil an der gesamten täglichen Nutzungsdauer von Medien pro Kopf entspricht. Forscher stellen jedoch fest, dass die Mediennutzung überschätzt ist. Nach einer Studie der Council for Research Excellence verbringen US-Bürger für mehr als 8,5 Stunden im Durchschnitt pro Kopf vor irgendwelchen Bildschirmen, egal ob TV, Spiele über Konsolen oder PC/Mac, klassisches Arbeiten oder andere private Aktivitäten vor dem Computer. Das Magazin Wired hat dazu eine nette Illustration (von Jason Lee) erstellt, welche ich euch nicht vorenthalten möchte:

media-diat

Also Fakt ist, wir konsumieren zu viele Informationen aus zu vielen Medien. Überall warten Informationen darauf, von uns verarbeitet zu werden. Da frage ich mich tatsächlich: Gibt es eigentlich eine Medien-„Fett“-Sucht, machen uns zu viele Informationen „geistig dick“?

Immer, wenn man feststellt, dass man „zu viel“ von etwas hat, denkt man darüber nach, was man dagegen tun kann: Abstinenz, Beschränkung oder einfach nicht drüber nachdenken sind die häufigsten Reaktionen. Ob man nun zu viel isst, zu viel arbeitet oder zu viele Medien auf einmal nutzt, bei allem hängt der Erfolg davon ab, dass man sich zunächst einen Plan macht, denn die Chance, das „Zuviel“ erkannt zu haben, sollte man auch gleich Taten folgen lassen. Nur mit einem Diätplan kann man sein Essverhalten kontrollieren und nur mit einem „Nutzungsplan“ kann man sein digitales Medienverhalten in den Griff bekommen.

„Mal eben bei Twitter reinschauen“ wirkt auf den Tagesablauf schnell wie ein Stück Schokolade für die Hüften, beides dehnt sich aus. Ganz schlimm wird es, wenn man sagt: „Ich surf mal bisschen herum“. Wer aus beruflichen oder privaten Gründen auf einen effizienten Tagesablauf angewiesen ist, also seine Zeit für jede Beschäftigung zielgerichtet einsetzen muss, der weiß, wie viel Zeit für all die Dinge drauf geht, die man in der digitalen Welt „mal eben schnell zwischendurch“ erledigen will. Ich weiß nicht ob es euch aufgefallen ist, dass eine Stunde surfen wirklich wie im Flug vorbei geht.

Der Onliner muss sich in beiden Welten, der digitalen und die realen Welt behaupten. Verbringt man zu viel Zeit in der digitalen Welt, dann verliert man diese Zeit für die Beschäftigung mit der realen Welt – für die Familie, Zeit für sich selbst, denn der Tag hat immer nur 24 Stunden, egal wie viel wir arbeiten oder Spaß im Internet haben.

Wie könnte eine Social Media Diät aussehen?

Ich mache mir zu diesem Thema schon lange Gedanken und hier sind die von mir selbst umgesetzten Ideen für eine Social Media Diät:

  • Dreimal am Tag zu einer bestimmten Uhrzeit E-Mails beantworten.
  • Zweimal am Tag 30 Min. Social Media Netzwerke nutzen.
  • Einmal in der Woche gar keine Computertechnik in die Hand nehmen, sondern die ganze Zeit nur mit der Familie oder Freunden verbringen.
  • Auf keinen Fall zu viel BlackBerry oder iPhone konsumieren. Nur alle Stunde 5 Min. müssen reichen.
  • News-Systeme besser einrichten – Was interessiert mich tatsächlich?
  • Aussortieren: Welche Newslettern geben mir keine guten für mich personalisierte Informationen mehr?
  • Bessere Google Alerts einrichten: Man kann auch viele Begriffe zusammenfassen. Also beispielsweise – Facebook + Mitgliederzahlen -> Wenn mich interessiert zu sehen, wie schnell Facebook groß wird.
  • Mit Bekannten und Freunden (Onlinern UND Offlinern) über die eigene mögliche Sucht reden, um zu erfahren, ob eine Social Media Diät schon notwendig ist.

Wenn ich zu schwer werde, muss ich weniger konsumieren und mich mehr bewegen, wenn mir die Zeit für das reale Leben in der digitalen Welt „abhanden“ kommt, muss ich dafür sorgen, dass ich den Social Media Konsum optimiere, damit ich mir Zeit für mich persönlich zurückerobern kann. Denn nichts ist zwischendurch einmal schöner, als zu wissen, dass das iPhone und der Computer ausgeschaltet sind und man sich ganz und gar den schönen Dingen in der realen Welt widmen kann.
Einfach mal Zeit für sich nehmen?! Ohne digitale Geräte und ohne den Druck online sein zu müssen. -> Vorstellbar? Ja!

*** *** *** *** *** *** *** *** *** *** *** *** ***

Sie können den Digitalisierungsexperten Ibrahim Evsan auch für folgende Keynotes buchen:

*** *** *** *** *** *** *** *** *** *** *** *** ***

Kommentare zu "Die Social Media Diät – Information Overload bekämpfen"

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

@platypusman 9. September 2009 um 9:53 Uhr (Antworten)

Leseempfehlung: "Die Social Media Diät" http://tinyurl.com/lwshy4 via @Ibo

Carsten Knobloch 9. September 2009 um 9:53 Uhr (Antworten)

Tja – vielleicht mal Twitter-Usern handverlesen folgen. Die scheinen nicht Teil der Diät zu sein ;)

@JonnyvonPaukr 9. September 2009 um 9:54 Uhr (Antworten)

RT @platypusman Leseempfehlung: "Die Social Media Diät" http://tinyurl.com/lwshy4 via @Ibo

@mweinelt 9. September 2009 um 9:55 Uhr (Antworten)

RT @platypusman: Leseempfehlung: "Die Social Media Diät" http://tinyurl.com/lwshy4 via @Ibo

@w4s6 9. September 2009 um 10:10 Uhr (Antworten)

Interessanter Artikel. Ausschlaggebend ist meiner Meinung nach auch der „Gruppenzwang“. Speziell bei schnelllebign Diensten wie Twitter oder Facebook hat man oft den Drang nochmal „schnell rein zu schauen“, da man Angst hat etwas zu verpassen, was in meinem Freundes-/Bekannten-/Kontaktkreis gerade aktuell ist. Wenn man heut zu Tage etwas nach 30 Minuten erst erfährt ist man doch schon hinten dran…
Ein weiterer Grund, warum man immer wieder solche Dienste startet und „mal eben reinschaut“ ist meiner Meinung nach auch, dass bei einem Online Junkie schnell das Gefühl von Einsamkeit entsteht. Nimmt man das iPhone in die Hand ist man erstmal alleine, man surft zwar online wie viele andere auch, aber bekommt dies nicht direkt mit. Gehe ich aber z.B. in Twitter sehe ich „alles klar, meine Twitter Leute sind auch alle aktiv und online“ und schon fühlt man sich nicht mehr so einsam.

Till 9. September 2009 um 10:33 Uhr (Antworten)

ich gehe bspw einmal vormittags und einmal nachmittags news und blogs durch, dass passt dann auch gut mit der zeitverschiebung in den usa.

Chris 9. September 2009 um 11:22 Uhr (Antworten)

Also mein Diätplan war jetzt eine einwöchige Wanderung durch den Bayrischen Wald. Weniger ist mehr, und so. Hab auch gut was abgenommen, in digitaler – sowie in fettleibiger Hinsicht ;)

Kann ich nur empfehlen; so Natur pur ist gut gegen Twitteritits und Facebookpocken. Ich habe mir nun selber diesen Diätplan hier verordnet: Mind. 2 volle Tage im Monat werde ich mind. 8h wandern gehen. Dazu: Abends ab 19h keinen (gar keinen!) Bildschrim mehr. Außer Sonntags; Movie gucken geht ja noch.

Mal gucken wie 2.0-Fett (oder auch nicht fett) ich damit so werde…

@kingcrusty 9. September 2009 um 11:23 Uhr (Antworten)

Interessante Gedanken, Social Media Diät von einem der sich darüber definiert: http://tinyurl.com/lwshy4

@scaramut 9. September 2009 um 14:06 Uhr (Antworten)

Da gefällt mir doch die SocialMedia Diät von Ibo besser: http://tinyurl.com/lwshy4

@bernd_pitz 9. September 2009 um 18:15 Uhr (Antworten)

Nach dem Urlaub passt das: "Die Social Media Diät" http://tinyurl.com/lwshy4 via @Ibo

@Telefontrainer 9. September 2009 um 18:17 Uhr (Antworten)

RT @Bernd_Pitz: Nach dem Urlaub passt das: "Die Social Media Diät" http://tinyurl.com/lwshy4 via @Ibo – und wie :-)

@heiketi 9. September 2009 um 18:24 Uhr (Antworten)

Die Social-Media-Diät: http://tinyurl.com/lwshy4

Mike Schnoor 10. September 2009 um 8:12 Uhr (Antworten)

Im Prinzip ist ein gesundes Zeitmanagement auch für den Konsum von Social Media sehr wichtig. Wer sich in seinem professionellen Arbeitsumfeld nicht organisiert, wird über kurz oder lang die Oberhand verlieren, wenn zu viele Tweets, Facebookupdates oder auch klassische Mails reintrudeln. Der Ablenkungsfaktor ist enorm.

…und deine Tweetbackfunktion hier im Blog scheint defekt zu sein.

Nico 10. September 2009 um 16:54 Uhr (Antworten)

pass auf den Jojo-Effekt auf. :)

@markusgoebel 10. September 2009 um 17:17 Uhr (Antworten)

Inspired by Social Media Diet (http://tinyurl.com/lwshy4) I’ll weed out Twitter contacts. RSS feeds already down from 656 to 628.

@soliver 11. September 2009 um 10:55 Uhr (Antworten)

Sehr lesenswert:Die Social Media Diät von Ibo http://tinyurl.com/lwshy4

Marko 11. September 2009 um 14:51 Uhr (Antworten)

Da passt die 4-Stunden-Woche gut rein. Die hatte ich mir Anfang des Jahres mal durgelesen. Aktuell merke ich auch wie angenehm es ist kein Iphone zu haben. Surfen auf dem Blackberry ist wie Internet in den 90’er unter DOS. Letztendlich ist es alles eine Frage der Selbstorganisation. So und jetzt muss ich weiter, sonst schaffe ich die anderen Seiten nicht mehr ;)

bibliothek 13. September 2009 um 12:31 Uhr (Antworten)

sehr schöner Beitrag. Der gefällt mir sehr gut. Weiter so.

Mircow 12. Oktober 2009 um 17:01 Uhr (Antworten)

Ich finde es zum Teil erschreckend wieviel Zeit man im Internet vergoldet, vor allem mit Social Media. Daher ist es nicht schlecht, wenn man sich einen Zeit- bzw. Nutzungsplan erstellt.

Araber 4. Oktober 2012 um 23:14 Uhr (Antworten)

Hervorragender Artikel! Trifft es voll auf den Punkt. Sollte mir auch feste Zeiten in anzukünden einplanen…. :)

Verpasse keine weiteren Inhalte und folge mir auf meinen Social-Media-Kanälen