Eine Web-Theorie
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Eine Web-Theorie

Eine meiner etwas provokativen Aussagen in meinen Vorträgen der letzten Zeit ist folgender:

Web 1.0 war der Tod.
Web 2.0 ist die Not.
Web 3.0 ist das Brot.

Diese kleine Theorie hat mir dabei geholfen, die Begriffe zu definieren und zu kategorisieren, um die Zusammenhänge und vor allem die sich daraus ergebenden Folgen und Weiterentwicklungen zu verstehen.

Web 1.0 war der Tod

Ich erkläre mir das Web 1.0 als den technischen Grundstein des Internets auf den sich alle weiteren Entwicklungen aufbauen, denn um Daten verschicken zu können, müssen geeignete Verarbeitungssysteme und Leitungen vorhanden sein. Daher gehören für mich zum Web 1.0 folgende Bereiche dazu: die Rechenzentren, der Aufbau und die Weiterentwicklung der Hardware, der Software und der physischen und der Funk-Leitungen, Domains, Programmiersprachen (wie HTML, Java, PHP etc.), Firewalls, das Internetprotokoll, e-shopping-Software, die Browser, die Breitbandzugänge, die Peer-to-Peer-Technologie, also all die für den Nutzer „unsichtbaren“, aber technisch notwendigen Grundlagen, die das Internet als World Wide Web erst so nutzbar machen, wie wir es heute gewohnt sind.
Mailbox-Netze waren bereits in der 1980er Jahren entstanden, aber erst durch das WWW, das World Wide Web, 1989 entwickelt durch Tim Berners-Lee, kam für das Internet mit der Erfindung der Webbrowser – der erste grafikfähige Webbrowser war „Mosaic“ – der Durchbruch.


Keiner konnte wissen, dass es nach der Web 1.0 Blase doch alles funktionieren würde, was wir uns im Web 1.0 ausgedacht hatten.


Warum aber war das Web 1.0 der Tod? Betrachtet man die gesamte Entwicklung des Internets von seinen Ursprüngen um 1969 bis heute, dann stellt man fest, dass es viele Unternehmen und Vordenker gegeben hat, die bei der Entwicklung des Internets auf der Strecke geblieben sind. Über diesen langen Zeitraum von 30 Jahren, kam es dazu, dass es erst die Nachfolge-Generation früher bestehender Firmen zum Erfolg gebracht haben. Viele Firmen wie Altavista, AOL , Netscape, Napster, Abacho spielten mehr oder weniger kurzzeitig eine große Rolle, verschwanden dann aber ganz oder gingen in anderen Firmen auf. Viele Gründer und Erfinder waren mit ihren guten Ideen der Zeit um einiges voraus, und da diese Ideen zu früh auf einen Markt mit mangelnder Nachfrage stießen, hatten sie keinen wirtschaftlichen Erfolg und deshalb war Web 1.0 der (wirtschaftliche) Tod für viele.

Zwar war das Web 1.0 der Tod für viele, aber es existiert heute noch und umfasst die Weiterentwicklungen und den Ausbau vom Internetprotokoll über IP-Adressen bis hin zu den DNS-Servern, Backbone-Netzen, Programmiersprachen, Provider-Netzen, Intranets und Forschungsnetzen. Es umfasst also im wahrsten Sinne des Wortes die grundlegende Infrastruktur, die der Internetnutzer braucht, um sich im Internet bewegen zu können. Die Datenautobahnen waren erfunden, im Web 2.0 geht es um den Bau der Städte, die man über die Autobahnen ansteuern kann.

Web 2.0 ist die Not

Im Web 2.0 kommen zur weiteren Entwicklung des Web 1.0 zwei weitere Entwicklungen hinzu. Die technische Grundlagen wurden durch das Web 1.0 geschaffen, die Infrastruktur stand bereit. Jetzt muss diese Infrastruktur aber auch nutzbar gemacht werden, es bedarf Software-Entwicklungen, um die Angebote im Netz effizienter und schneller nutzen zu können.

Das Web 2.0 wird im eigentlichen Sprachgebrauch als der Aufbau der Social Networks mit der damit verbundenen Interaktion und Ko-Laboration bezeichnet, spiegelt aber in Wirklichkleit nur den Drang der Nutzer wieder, die durch die Grundlagen des Web 1.0 und den Service-Ausbau des Web 2.0 geschaffenen Voraussetzungen auch zu nutzen. Zum Web 2.0 gehören für mich folgende Entwicklungen: Wiki, Blog, Podcast, Mashups, Social Networks und natürlich Media Sharig Plattformen.

Bei der Definition des Web 2.0 stehen wir schnell vor dem „Henne-Ei-Problem“, denn es bleibt eine Anschauungssache, ob die Social Networks entstanden, weil es die Services (die Software) dafür gab, oder ob die Services geschaffen wurden, weil es die Nachfrage dananch gab. Wie auch immer man sich entscheidet, es spielt keine Rolle für das Verständnis meiner kleinen Theorie. Das Web 2.0 hat die Voraussetzungen geschaffen, dass wir irgendwann mal Cloud Computing, Social Media, Social Gaming, Semantik Web und Real Time Search entwickeln, aber diese Entwicklung war bereits in den Anfängen des Web 2.0 vorherzusehen.

Die mit der Weiterentwicklung des Internets beschäftigten Unternehmen sind im Web 2.0 immer noch damit beschäftigt, die Grundlagen für eine schnelle und einfache Kommunikation zu legen, sie müssen große Summen investieren, um das Internet so zu strukturieren, dass die Nutzer eine klare Anwendungslandschaft vorfinden, die leicht und schnell zu bedienen ist. Das beste Beispiel dafür ist heute die Entwicklung von Google Waves, eine revolutionäre Art, das alte eMail-System auf die veränderten Nutzungsbedingen der User anzupassen. Es entstand also kein „neues“ Internet, lediglich die Nutzungsform der vorhandenen Services hat sich verändert.


Der „Erfinder“ des World Wide Web, Tim Berners-Lee sagte über den Begriff „Web2.0“:
„I think Web 2.0 is of course a piece of jargon, nobody even knows what it means.“


Das Internet hat sich aus der durch die digitalen Supermächte eindimensional geführten Angebotsstruktur „surf auf meine Seite und kauf'“ zu einem mehrdimensionalen sozialen Netzwerk entwickelt, in dem jeder mit jedem in Kontakt treten kann. Aus dem „Konsum-Web“ wurde das „Mitmach-Web“, aus Informationsmonopolen wurden gleichberechtigte Nutzer, die all ihre Informationen gegenseitig austauschen, aus vorwiegend statischen html-Seiten wurden dynamische Inhalte, die in Content-management-Systemen gepflegt werden. Jeder Internetnutzer kann gleichzeitig Informationen von anderen verarbeiten, aber auch Informationen selbst in das Netz stellen, es sind keine technischen Kenntnisse mehr notwendig, um sich sein eigenes soziales Netzwerk aufzubauen.

Gleichzeitig wurden im Web 2.0 modernste, einfach zu bedienende und schöne Geräte entwickelt, die den Anwender den ganzen technischen Aufwand, der dahinter steht, wirklich vergessenlassen, er kann sich auf seine Arbeit konzentrieren und muss sich nicht mehr mit der Technik herumschlagen. Alles funktioniert, Updates installieren sich von selbst, die Geräte werden immer ästhetischer.

Mit Sicherheit haben auch Entwicklungen wie das DSL maßgeblich dazu beigetragen, dass die Nutzung des Internets und damit die auch die Nachfrage nach sozialen Netzwerken enorm gestiegen ist. Dafür mussten Unternehmen aber wieder enorme Summe in den Ausbau der schnellen Datenleitungen – wie für vieles andere – investieren, daher „Web 2.0 ist die Not“.

Abschließend betrachtet sehe ich im Web 2.0 keine eigenständige „Web-Epoche“, sondern folge eher Tim Berners Lees, der im Web 2.0 das „Web 1.0 -Verständnis“ des Internets wiederfindet – eben nur mit unvergleichlich größerem Angebot. Die Infrastruktur, die das Web 1.0 zugrunde gelegt hat, wird jetzt genutzt, um endlich auch Spaß und Unterhaltung im Internet zu finden.

Web 3.0 ist das Brot

Web 3.0 ist die Evolution, die in einem fast parallel verlaufenden Strang zum Web 2.0 läuft. Die Infrastruktur ist geschaffen, die Anwendungen und Services funktionieren. Die wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen sorgen dafür, dass im Web 3.0 auch Geschäftsmodelle funktionieren können. Hier ist das Brot. Hier kann jeder satt werden. User & Anbieter.

Die Dinge, die für das Web 3.0 stehen, sind der Online-Journalismus, die weitergehende Vernetzung von Services, Twitter, Livecasting, Photosharing, Videosharing etc.. Es wird dadurch aber auch eine bessere Medienkompetenz der Nutzer nötig, denn die zunehmende Abhängigkeit von der digitalen Welt und Spielsucht sind „Produkte“ des Web 3.0. Insgesamt aber kann man sagen, dass die soziale Verknüpfung voranschreitet, „Social Systems“ ist das große Wort des Web 3.0. Social Systems werden zu Massenmedien, da die Anwendung der nötigen Werkzeuge und Services unkompliziert ist, geringe Kosten verursacht und weil die Reichweite durch Qualität schnell sehr groß werden kann. Streuverluste fallen (im Gegensatz zu den klasssischen Medien) kaum finanziell ins Gewicht und ein ganz wichtiger Punkt: Im Gegensatz zu den Massenmedien Print und Fernsehen findet die gegenseitige Kommunikation in Echtzeit statt. Man kann endlich davon sprechen, dass man sein Leben in der digitalen mit den Services und Anwendungen des Web 3.0 schon perfekt organisieren kann.


Die große Kunst den Zeitgeist einzufangen und mit meinem Netzwerk zu teilen bedeutet für mich Social Media also Web 3.0.


Das enorme Wachstum des Internets mit all seinen Möglichkeiten ruft natürlich auch den Staat als Regulator auf den Plan. Der Unsinn des Spruchs „Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein.“ ergibt sich aus dem anscheinenden Unverstaändnis dem Medium gegenüber. Diese Forderung impliziert, dass das Internet ein rechtsfreier Raum ist, das aber ist falsch, denn das Internet war nie ein rechtsfreier Raum. So wurden zum Beispiel Urheberrechtsverletzungen schon immer strafrechtlich verfolgt. Das zeigt aber in meinen Augen nur, dass die digitale Welt und ihre Möglichkeiten endlich im Bewusstsein der Menschen angekommen sind. Daraus folgt wiederum, dass das Web 2.0 (die Servcies) und das Web 1.0 (die Infrastruktur) alle Anforderungen erfüllen müssen, die die Nutzer des Web 3.0 von ihnen fordern.
Web 3.0
Fazit: Was aber soll diese kleine Theorie über das Internet? Sie soll das Bewusstsein dafür schärfen, dass das Web 1.0, 2.0 und 3.0 nebeneinader existieren, es gibt kein entweder oder, keine zeitliche Abfolge, keine „Internet-Zeitalter“. Es gibt drei parallel laufende Entwicklungspfade im Internet, die jeder für sich eine eigene Berechtigung, ihren Nutzen und ihre Kosten haben. In alle drei Ebenen muss weiter investiert werden, um den nächsten Schritt einzuleiten: das Internet der Dinge (Web 4.0).

Das Internet der Dinge wäre dann die Verschmelzung der Menschen und der Maschinen, denn das Leben der Menschen wird durch durch die Maschinen organisiert und gereglt. Roboter könnten zur  Arbeitserleichterung und das Wissen der Maschinen für den Menschen und seine Bedürfnisse eingesetzt werden. Der Mensch lebt online und handelt überwiegend online. Die Maschinen sind Verbündete des Menschen, sie sind dann die Schaltzentrale des Lebens.

Ich würde mich freuen, eure Meinung dazu zu lesen.

 

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Kommentare zu "Eine Web-Theorie"

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jansche 27. Oktober 2009 um 17:38 Uhr (Antworten)

Hallo Ibo,
eine schöne Herleitung, wie ich finde. Deine Schlussfolgerungen für das Web 4.0 geht mir allerdings momentan zu weit. Es bedeutet folglich, dass das Web das wahre Leben, und dort sogar essentieller Bestandteil – die Maschinen verschmelzen mit den Menschen – wird.
Utopien wie in der Idee in Second Life oder vor Jahrzenten schon in Gibson’s Neuromancer beschrieben. Wollen wir das als Mittelpunkt unseres Lebens. Was ist mit dem Robotik-Grundsatz des „Dienens“? Funktioniert das noch, wenn wir quasi eins sind mit dem digitalen Leben?
Ich bin Fan des Digitalzeitalters, aber alles was wir tun, schaffen und erfinden sollte unsere Möglichkeiten erweitern. Und uns nicht das Leben abnehmen.

Viele Grüße,
Jan-hat-Angst-vor-deiner-Zukunft

Ibo 27. Oktober 2009 um 17:45 Uhr (Antworten)

@Christian Götze
Hey, ich habe das dort gesgagt, wo ich mit den Herren auf dem Podiumsdiskussion geredet habe. Aber auch hier: http://futurezone.orf.at/stories/1629888/

@jansche
Ich glaube tatsächlich an die Verschmelzung Mensch & Maschine. Auf jeden Fall aber die ABSOLUT Abhängigkeit vom Internet. Leider. Deswegen müssen wir uns ja heute schon Gedanken machen, was wir in der Zukunft wollen. Derzeit wird wild weiter entwickelt (leider vermehrt in den USA) ohne sich darüber Gedanken zu machen wo das hinführen soll.

Marx 27. Oktober 2009 um 17:46 Uhr (Antworten)

Ich denke deine Theorie beruht mehr auf dem tiefen Wunsch das Plattformen wie sevenload bald richtig Geld verdienen… und die vielen verbrannten Millionen wieder einspielen.

Ich denke vom web 2.0 zum web 3.0 wird sich nichts ändern was das Geld verdienen im Web angeht!

Mit der Zeit wächst zwar online Werbung da im TV/Print die Reichweite fehlt, dies ändert aber auch nicht so viel da im web weniger bezahlt wird für die gleiche Reichweite.

Und bezahlen tut der Mensch im Internet nur für sehr wenige Dinge, am Ende des Tages ist es doch schon lange so das vor allem Abomodelle bei Dating Plattformen (meist Abzocke durch vorgetäuschte Leistung) wirklich funktionieren, aber das ist ein anderes Thema.

Ibo 27. Oktober 2009 um 17:50 Uhr (Antworten)

@Marx – Schade, dass Du nicht sagst wer Du bist.Im Zeitalter von Web 3.0 kann man das ruhig machen. Auch zeigen, dass man zu seiner Meinung steht. Einfach den Link zu google zu setzen finde ich schwach.

Aber nun zu Deiner Meinung. Schwarze Schafe wie Dating Plattformen gibt es immer. Aber grundsätzlich kann ich erkennen, dass Facebook, google, amazon und co. viel Geld verdienen. Also es hat begonnen.

Michael März 27. Oktober 2009 um 18:10 Uhr (Antworten)

Wieder einmal interessant zu lesen, was Du Dir ausdenkst. Wie schaffst Du das bloß alles? Das wird für mich ein Rätsel bleiben.

Mach bloß weiter :)

Remo Puls 27. Oktober 2009 um 18:23 Uhr (Antworten)

Eine sehr interessante und aufschlussreiche Analyse des Web.
Web1 – Web3 ist ja heute schon eine Verschmelzung der Systeme.
LG. Remo

Christian Götze 27. Oktober 2009 um 17:29 Uhr (Antworten)

Grüß dich,

die Aussage kam bei VisionMedia aber leider nicht :-(. macht nichts. Warst trotzdem super :-).
Ich kann dir leider nicht widersprechen, da ich deine Ansicht voll vertrete.

Chris

Micha Benjamin 27. Oktober 2009 um 18:56 Uhr (Antworten)

Schöne Theorie, der ich in weiten Teilen zustimme (ohne Schreibfehler würde der Text noch überzeugender rüberkommen ;-)

Wann und in welchem Umfang Web3.0 (das Brot) Realität wird, hängt meiner Meinung nach sehr stark vom Rest der Wirtschaft und von den klassischen Medien ab. Eine Vielzahl der Online-Services finanziert sich über Werbung (den Handel/Verkauf einmal ausgenommen). Hier sind reine Online-Angebote davon abhängig, ob sich die (Werbe)-Industrie auf die neuen Chancen und Risiken eines Web 3.0 einlässt. Die klassischen Medien bieten weniger nachprüfbare Zahlen und viel mehr Spielraum, um Ergebnisse zu deuten. Zudem bestehen bereits etablierte Verbindungen zwischen den klassischen Medien-Unternehmen, Werbeagenturen und Industrie. Deshalb kann ich mir vorstellen, dass sich einige Werbeagenturen vor realen, täglich aktuellen Zahlen im Internet fürchten und deshalb skeptisch sind auf den Web3.0-Zug aufzuspringen. Und ohne Geld aus Werbeeinahmen, tun sich die meisten Web2.0-Unternehmen schwer ein Web3.0-Unternehmen zu werden.

Soviel erst mal für jetzt – all meine Gedanken zu dem Thema hier zu posten, würde den Rahmen sprengen.

Aber @Ibo: Wenn du noch mal einen deiner Diskussionsabende veranstaltest, freue ich mich über eine Einladung.

Ibo 27. Oktober 2009 um 19:00 Uhr (Antworten)

@Micha Benjamin Lieber Micha, danke für Dein Kommentar. Wegen den RECHTschreibfehlern :) – Das kann bei mir schnell passieren. Ist nicht böse gemeint. Vielleicht sagst Du das nächste mal, wo genau, dann verbessere ich das.

Ich glaube, dass das Geld verdienen sich nicht mehr lange warten lässt. Ich denke, schon in den nächsten 2 Jahren wird sich das Netz dahin bewegen, dass wir alle, die gute Ideen haben, auch Geld verdienen werden.

Marc 27. Oktober 2009 um 19:13 Uhr (Antworten)

Der Mensch lebt online und handelt überwiegend online.

Die Vison vom Web 4.0 geht mir noch etwas zu weit. Vielleicht mag es auf einige Gesellschaftsbereich zutreffen, aber der überwiegende Teil der Bevölkerung wird m.E. das Internet nur privat nutzen. Für ein Online-Leben, eine Unterstützung / Verzahnung / Vernetzung der meisten Lebenswelten mit Onlinediensten werden aber noch ein paar Jahrzehnte ins Land gehen.
Vielleicht nicht bedingt durch die technischen Möglichkeiten, aber sicherlich doch durch die gesellschaftliche Akzeptanz.

Ibo 27. Oktober 2009 um 19:38 Uhr (Antworten)

@Marc Du sagst das selbst, Jahrzehnte wird es dauern. Ich glaube das auch, aber ich glaube auch, dass wir das alle hier noch erleben werden. Du darfst nicht vergessen, dass der Begriff Web 2.0 nun auch 5 Jahre alt ist. Die Zeit geht einfach verdammt schnell vorbei. Und der Fortschritt ist unaufhaltsam.

Alp Uçkan 27. Oktober 2009 um 19:56 Uhr (Antworten)

Interessante Betrachtungsweise. Ich habe heute auch etwas über Web2.0/Web3.0 gepostet. Allerdings mehr im Zusammenhang mit den „Web2.0-Verweigerern“.

Patrick Bade 27. Oktober 2009 um 20:10 Uhr (Antworten)

Hey!

Ich habe ja bereits einen Teil dieser Theorie bei dem Vortrag von mediavision2020 gehört und war SEHR interessiert an den zu Grunde liegenden Gedanken. Zuerst einmal denke ich, dass du jemand bist, der überdurchschnittlich viel Ahnung von diesem Thema hat; und kombiniert mit Leidenschaft für Medien und Medienevolution entstehen da sehr gute Ergebnisse, wie auch diese Theorie.
Im Grunde genommen kann ich nicht viel widersprechen wenn es darum geht, dass Web 1.0 die nötige Infrastruktur liefert, Web 2.0 den customizable content und user-generated-content, sowie die ersten Anzeichen eines wirklichen „Netzes“. Der Sprung von Web 2.0 zu Web 3.0 allerdings ist mir so in der Idee neu. Viele machen sich momentan Gedanken dazu, wie eine Weiterentwicklung des Webs aussieht / aussehen kann und kommen auf grundsätzlich verschiedene Ansätze. Dass das Web 3.0 die rundum funktionierende und zufriedenstellende Version des Web 2.0 sein soll, finde ich sehr interessant. Für mich z.B. ist das Web 3.0 aus einem ganz anderen Ansatz entstanden: Und zwar wo Web 1.0 und 2.0 noch Profilierungswebs waren, setzt das Web 3.0 daran an die Persönlichkeit der User zu verändern / zu steuern etc. Es findet eine Machtverschiebung statt und der User wird zunehmend durch web-content und deren aufbereitung und präsentation beeinflusst, zumal der größte Teil des contents nicht von der Maschine, sondern von den Menschen selbst bereitgestellt wird. So wäre z.B. mein Ansatz dazu, der deine Theorie jedoch nicht ausschließt, sondern der sich einfach nur einen anderen, psychologischeren Aspekt fokussiert.

Da sind wir auch wieder bei der Frage inwiefern man das Web 3.0 überhaupt definieren kann, welche Aspekte dafür wichtig sind und ob man überhaupt oberflächlich bleiben darf. Es kann sein dass du in deiner Theorie, und ich in meiner noch viel zu oberflächlich denken; dass die Gedanken was die Menschen mit dem Web 3.0 können, was sie dürfen und was sie wollen auch eine Rolle spielt. Du sprichst das Können und den positiven Outcome an, ich spreche das Wollen und die direkte Auswirkung der Internetnutzung auf den User an, ich glaube das reicht alles nicht :) Über das Web 4.0 in einer Zeit nachzudenken, in der der Begriff des Web 3.0 noch stückweise zusammengesammelt werden muss, ist gefährlich. Allerdings hast du deinen Gedankengang vom Web 1.0 bis 4.0 sehr schön aufrecht erhalten und in sich schlüssig präsentiert, was deine Theorie zu einer logisch Annehmbaren macht.

Wir müssen nur alle drauf achten, dass wir mit unseren Theorien auf einer mehrspurigen Autobahn nicht nur auf einer Spur fahren, sondern in unserer Theorie den zukünftigen Spurausbau schon berücksichtigen :-)

In diesem Sinne hoffe ich auf viele weitere tolle Ideen von dir bzw. die Fortführung/Etablierung deiner Theorie, ich bin gespannt!

erikwegener 27. Oktober 2009 um 23:18 Uhr (Antworten)

Der Leitspruch zu Beginn des Webs war:
Content ist King. Paid Content ist King Kong.

Weiterentwickelt wird daraus:
Contnet ist King. Paid Contnet ist King Kong.

Keiner erwartet den Wikipedia-Altruismus, aber den rein kommerziellen Sender finden wir in der offline Welt. Daher vermisse ich bei Deinem Vortrag die Tiefe in Sachen Produktion und Konsum im Web.

Wie Mensch-Maschine aussehen könnte, folgt dem Link:
http://de.wikipedia.org/wiki/Homo_S@piens

Gerne mal auf ein Käffchen :-)

EttaDv.0 13. November 2009 um 21:24 Uhr (Antworten)

„Das Web 4.0 wäre dann die Verschmelzung der Menschen und der Maschinen, denn das Leben der Menschen wird durch durch die Maschinen organisiert und gereglt.“

Klingt nach einem Mashup von Demolition Man und Surrogates…

Oder Kurzum: Blaue + Rote Pille und noch eine Nase Elektrosmog.

ugh@aol.de 18. April 2012 um 22:35 Uhr (Antworten)

Gähn…ganz nett geschrieben, aber denke dran, das etliche Leute garkein Web2.0 WOLLEN. die brauchen kein sozialnetworking quatsch, weil die ihre Freunde schon haben und die in der nähe wohnen und weil die keine daten preisgeben wollen.
Das sind aber recht viele ! Die wollen Information finden und freuen sich sehr am Web 1.0, nutzen Wikipedia, amazon, ebay, etc —der Rest Twitter, Facebook etc. ist ZEITVERSCHWENDUNG und NUTZLOS…Wozu umständlich Skype machen, wenn ich doch auch das Telefon nutzen kann, wozu muß ich meine gesprächspartener sehen ?

Da die Gesellschaft altert, werden es mehr sein, die Web2.0 und 3 oder 4 einfach VERWEIGERN, weil sie es einfach nicht brauchen und weil es Quasch ist, und die Leute verdummt.

Web 4.0 –Maschinen ? Ich glaub du hast was geraucht !

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