Social Media: Gedanken und ihre Folgen

Social Media zu betreiben, ist in erster Linie dazu da, seine eigenen Gedanken und Erfahrungen mit anderen zu teilen und mit dem Feedback umzugehen. Je nach Art und Umfang ist jeder Blog-Post und jede Statusmeldung dazu geeignet, eine öffentliche Diskussion hervorzurufen, denn man lebt mehr oder weniger „öffentlich“, wenn man Social Media ernsthaft betreibt. Mit jeder Meldung, und sei es auch nur ein 140-Zeichen-Tweet, gibt man seine Meinung, seine Gedanken und seine Sichtweisen auf spezielle Dinge des Lebens preis und findet sich so manches Mal schnell in einer breit geführten Diskussion über dieses Thema wieder.

Das kann dazu führen, dass man viele parallele Diskussionen zu vielen – auch gänzlich verschiedenen – Themen führt. Ist es so weit gekommen, muss man dafür sorgen, die Kontrolle über seine Diskussionen zu behalten, um nichts aus dem Ruder laufen zu lassen, weil dies wiederum schnell zu einem Reputations-Schaden führen könnte. Das bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass man für sich selbst ein eigenes Social-Media-Management entwickeln und umsetzen muss.

Viele Onliner, die ihre Diskussionsthemen nicht aus ihrem eigenen Leben und Erleben heraus schreiben, sind ständig auf der Suche nach Themen, die sie behandeln können. Ihre Intention ist die, einfach nur Diskussionen anzuregen, die aber nicht aus ihren persönlichen Anschauungen oder ihrem Wissen hervorgehen, sondern nur dazu dienen sollen, Aufmerksamkeit zu erregen; sei das Thema noch so simpel.

Andere wiederum sehen ihren Lebenssinn darin, Fehler bei anderen zu suchen und Diskussionen über die Fehler anderer loszutreten, um sich damit einen – wie auch immer gearteten – Ruf aufzubauen. Sie leben davon, das vermeintlich Negative ins Licht zu zerren, ohne darüber nachzudenken, dass eine konstruktive Auseinandersetzung mit fremden Themen sehr viel besser zu einer guten Reputation beitragen kann.

Die einen möchten ihre Gedanken und Ansichten der Öffentlichkeit vorstellen, andere wollen einfach nur viel Buzz. Es genügt aber meiner Meinung nach nicht, nur Themen loszutreten, denn die daraus folgende Lawine kann einen selbst treffen, wenn man die Etikette nicht einhält. Man muss bei jeder entfachten Diskussion auch dazu in der Lage sein, sie abschließend zu einem guten Ende, das heißt zu einem Mehrwert für andere zu führen.

Einer Sache sollte man sich aber immer und überall in Social Media bewusst bleiben: Man sollte unbedingt Geschäftliches von Privatem trennen. Auch wenn dies gerade im Social Web nicht immer einfach ist, besonders wenn Freunde die eigenen Blogeinträge kommentieren, sollte darauf geachtet werden, seiner Business-Linie treu zu bleiben, nur dann kann man authentisch und damit glaubhaft „rüberkommen“.

Diese neue Kommunikationsform, sei sie als ‚Gedankenteiler‘ oder ‚Buzzgenerierer‘ genutzt, ist für viele die ideale Möglichkeit, an Kontakte zu gelangen, die eine gleiche Denkweise wie man selbst haben. Man trifft auf diese Weise auf Personen, die man sonst niemals kennengelernt hätte. Social Media ist ein Raum der Begegnung Gleichgesinnter.
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Kommentar über Facebook:
Andrea Hoffmann:
Ibo, deinem abschließenden Satz „Social Media ist ein Raum der Begegnung Gleichgesinnter“ muss ich widersprechen mit Blick auf spannende, teills leidenschaftliche, mitunter polemisch gespickte Diskussionen, die auch mal Dispute werden. Natürlich gibt es auch sehr gleichlaufende Multiloge (hey, wie sollte man den Online-Austausch vieler nennen? :))
Das Gleichgesinnte ist dennoch bei nicht wenigen Diskussionen allenfalls meinungsweise oder auf sehr hohem Abstraktionsgrad auf „Gleichgesinnt im Interesse der Meinungsbekundung im quasi öffentlichen Social Media Raum“ anwendbar.
Happy Weekend

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Kommentare zu "Social Media: Gedanken und ihre Folgen"

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Sean Kollak 28. August 2010 um 14:35 Uhr (Antworten)

Volle Übereinstimmung. Dennoch kann man über die Bedeutung von Social Media kontrovers diskutieren, wie dieser Beitrag zeigt:
http://weblog.mifomm.de/2010-05-24/worueber-sprechen-wir-wenn-wir-social-media-sagen-eine-ernstgemeinte-frage.html

Oliver 28. August 2010 um 14:40 Uhr (Antworten)

Wenn ich im SW nur gleichgesinnte treffen, ist es dann für die (politische oder weltanschauliche,m ethische oder sonstige) Bebatte ungeeignet? (das wäre schade.)

Bianca Gade 28. August 2010 um 17:43 Uhr (Antworten)

Für mich ist eine strikte Trennung zwischen Geschäftlich und Privat kaum möglich. Bei mir wurden schon Facebook-Freunde zu Kunden und Partnern. Wie kann ich das auseinander halten?
Ich denke es ist wichtig privat und persönlich zu trennen. In der Geschäftswelt bin ich persönlich aber nicht privat – wobei auch hier die Grenzen verschwimmen und jeder etwas anderes darunter versteht; vor allem in sozialen Netzwerken.

Kirstin Walther 28. August 2010 um 17:58 Uhr (Antworten)

Hey Ibo :-) Bei den meisten Dingen geb ich Dir Recht, bei einigen aber habe ich andere Erfahrungen gemacht oder sagen wir mal, ich bevorzuge es anders.

„…muss man dafür sorgen, die Kontrolle über seine Diskussionen zu behalten..“

Einerseits ja, wenn es in eine seltsame Richtung läuft – andererseits finde ich genau das spannend, wenn Diskussionen in andere Richtungen weiterlaufen, sich neue Themen ergeben. Das passiert ja auch in Gesprächen, die man im „echten Leben“ führt und im Web ist das nichts anderes, wie ich finde. In Saftblog-Posts war das sehr oft der Fall. Man bringt ein Thema auf den Tisch und im Laufe der Diskussion in den Kommentaren ergeben sich ganz neue Themen und manchmal deswegen wieder neue Blogposts. Wenn man das unterbinden würde, kämen manche Themen, die die Leser aber ja dann doch beschäftigen gar nicht auf den Tisch.

„Man sollte unbedingt Geschäftliches von Privatem trennen.“

Hab ich probiert, weil man es mir so sagte – aber funktioniert bei mir nicht. Ich finde Dialog findet in den meisten Fällen immer über eine PERSON statt und diese Person hat private und geschäftliche Seiten. Erst wenn man eine Person im Ganzen sieht, kann man sie wirklich einschätzen und ihr vertrauen. Mir wurde das sehr bewußt, nachdem wir eine Facebook-Seite eingerichtet hatten. Da kam ich in einen Konflikt, weil ich ja auch schon ein persönliches Profil hatte, in dem ich private und geschäftliche Dinge postete. Auf Anraten Dritter versuchte ich dann auf der Firmen-Facebook-Seite nur Firmencontent zu posten – was mir wahnsinnig schwer fiel, denn ich kann mich nicht zerteilen irgendwie in privat und geschäftlich – bin ja nur eine Person. Irgendwann entschied ich auf der Seite auch anderen (privaten) Content außer Geschäft zu posten, genauso wie bei Twitter und im Blog und es fand mehr Dialog statt als vorher, der wiederrum komischerweise zu mehr Interesse für die Produkte führt, weil die Basis eine sehr persönliche ist.

Für mich macht Social Media keinen Unterschied zu sonstiger Konversation, die zum Beispiel auf dem Firmengelände oder in der Kneipe stattfindet. Die Themen sind auch dort gemischt. Es ist nur ein anderer Ort, wo der Dialog stattfindet mit zugegeben mehr Reichweite und Öffentlichkeit. Aber wenn einem das bewußt ist, stellt das auch kein Problem dar. Man entscheidet selbst, was man preisgibt.

Also für mich ist der Dialog als komplette Person der Beste und macht mir auch viel mehr Spaß. :-)

Jürgen Schnick 29. August 2010 um 9:23 Uhr (Antworten)

Hallo Ibrahim, interessanter Artikel.

Ich kenne noch eine weitere Intention. Wenn ich mich beim Initiieren von neuen Diskussionen nicht um alle möglichen Themen kümmere, sondern mich auf einen ganz bestimmten, eng abgegrenzten, Themenbereich konzentriere, dann werde ich im Laufe der Zeit zu einer Art „Experten“ in diesem Themenbereich.

Und wenn ich dann die von mir losgetretenen Diskussionen auf eine übersichtliche Zahl von sozialen Plattformen begrenze, dann kann ich, entsprechenden Fleiß vorausgesetzt, nach einer gewissen Zeit alle wesentlichen Diskussionen zu „meinem“ Themenbereich ziemlich dominieren.

Wenn dann noch ein großer Teil dieser Diskussionen in meinem eigenen Blog stattfindet (der sich ebenfalls ausschließlich um diesen Themenbereich dreht) dann kann ich so im Laufe der Zeit meinen Blog zum Zentrum aller Diskussionen rund um dieses Thema machen.

Und das bringt mir jede Menge zielgruppenrelevanten Traffic mit überdurchschnittlich hohem Interesse am Themengebiet und damit entsprechen hoher Konvertierungschance.

Jürgen Schnick

Remo Puls 29. August 2010 um 11:33 Uhr (Antworten)

Hallo Ibo,
Deine Gedanken zu Social Media teile ich. Ich selbst schreibe Blogeinträge über Dinge die ich gerne auch anderen Menschen mitteilen möchte, sei es das sie mich erfreuen oder auch aufregen. LG. Remo

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