Die digitale Transformation durch Super-Zeitarbeiter

Das Internet hat nicht nur neue Arbeitsweisen und Arbeitsräume eröffnet, es hat auch dafür gesorgt, dass die Menschen einen Vernetzungsgrad erreicht haben, der noch vor wenigen Jahren undenkbar war. Diese globale Vernetzung an Abhängigkeiten und komplexen Systemen kennzeichnet ein diffuses Miteinander. Auch der Begriff Arbeit hat sich deutlich verändert: Arbeit heute bedeutet jede Menge unterschiedlicher, nicht konformer Tätigkeiten. Dies bedeutet aber auch, dass sich die Arbeits- und Lebenskonzepte der Menschen zunehmend von traditionellen Vorstellungen lösen. Die neueste Entwicklung aber betrifft das kollaborative Arbeiten in einer ganz neuen Ausprägung.

Die Super-Zeitarbeiter sind entstanden.
Super-Zeitarbeiter (Mann oder Frau) sind Extrem-Spezialisten, die genau verstehen, wie das System funktioniert. Sie gehören zu den sogenannten Business Influencern in unserer Gesellschaft, die über ein weitreichendes Netzwerk verfügen. Sie haben immer eine Landkarte der neuesten Entwicklungen in ihrem Kopf, die ihnen den Weg zu neuen Ideen weist. Sie sind zwar Spezialisten auf ihrem Fachgebiet, aber bei der Informationsverarbeitung sind sie Allrounder, weil sie alle relevanten Informationen für ihr Themengebiet aufnehmen und zu einander in Beziehung setzen. Wenn sie in einem Gebiet nicht weiter kommen, haben die Super-Zeit-Arbeiter direkte Ansprechpartner, die sie „gerne“ weiter bringen. Diese freundschaftliche Beziehung in Projekten ist dem Super-Zeit-Arbeiter sehr wichtig.

Viele Super-Zeit-Arbeiter würden kein einziges „normales“ Bewerbungsgespräch überstehen. Müssen sie auch nicht.
Viele von ihnen stehen außerhalb von gesellschaftlichen Konventionen, sei es mit ihrer Persönlichkeit, ihrem Arbeitsstil oder ihren Umgangsformen. Für die Super-Zeitarbeiter gibt es dennoch ein verbindendes Element, eine Berufung: Ihr Themengebiet in maximaler Qualität – bei maximaler Bezahlung – in einer Arbeitsgruppe zu vertreten, mit einer sehr hohen persönlichen Präferenz, nur auf das Ziel eines gemeinsamen Projekts ausgerichtet. Restriktionen kennen sie nicht, sie vollbringen Höchstleistungen auf ihrem Fachgebiet und können zusammen mit anderen gleichartigen Fachleuten Probleme erkennen und lösen, für die es bisher noch keinen Ansatz gegeben hat. Wichtig dabei ist es, dass sie nicht ausgebremst werden. Konzern-Krebs, also „Management by protecting position“, ist für sie unerträglich.

Komplexität ist das Zauberwort, um einen Super-Zeitarbeiter zu begeistern.
Im Gegensatz zu Consulting-Leistungen gehen Super-Zeitarbeiter niemals eine strategische Verbindung mit ihrem Auftraggeber ein. Ihr Ziel ist keine langfristige Beschäftigung, sondern die möglichst schnelle und möglichst saubere Lösung eines Problems. Ihre Stärke liegt in einem hohen Grad an Selbstorganisation (meistens mit Hilfe von Assistenten/-innen) und in dem absolut offenen Meinungs- und Wissensaustausch mit anderen Super-Zeitarbeitern und dem Kunden. Die Komplexität der zu bewältigenden Aufgabenstellung kann gar nicht groß genug sein, es ist nur die Frage, wie viele Super-Zeitarbeiter ein Auftraggeber für sein Projekt zusammenbringen kann: Hier bewerben sich Projekte um die richtigen Mitarbeiter, nicht andersherum.

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Kommentare zu "Die digitale Transformation durch Super-Zeitarbeiter"

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champion 11. Juni 2013 um 6:29 Uhr (Antworten)

http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%B6ldner

Marc Sauerwald 11. Juni 2013 um 21:47 Uhr (Antworten)

Hallo Ibo :-)

vielen Dank für den Begriff des Super-Zeit-Arbeiters und die sehr treffende Beschreibung unserer Persönlichkeiten.

Mit besten Grüßen aus Leipzig,
Marc

champion 11. Juni 2013 um 6:29 Uhr (Antworten)

http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%B6ldner

Michaela 11. Juni 2013 um 8:02 Uhr (Antworten)

Zitat : „Wichtig dabei ist es, dass sie nicht ausgebremst werden. Konzern-Krebs, also “Management by protecting position”, ist für sie unerträglich.“ Für mich die Kernaussage :) Danke für den tollen Artikel

Ibo 13. Juni 2013 um 13:01 Uhr (Antworten)

Marc, Michaela,

vielen Dank für die Kommentare. :)

Farid 13. Juni 2013 um 18:37 Uhr (Antworten)

Finde ich sehr interessant!

Matthias 16. Oktober 2013 um 9:52 Uhr (Antworten)

Interessanter Ansatz. Vor allem der Abschluss „Hier bewerben sich Projekte um die richtigen Mitarbeiter, nicht andersherum.“ ist ein wichtiger Aspekt. Schade, dass es in der „normalen“ Arbeitswelt wenig solcher Ansätze gibt, denn sonst hätten es manche der sehr gut (praktisch) qualifizierten, aber weniger gut (theoretisch) ausgebildeten Menschen nicht so schwer, durch das „Bewerbungsraster“ zu fallen.

Ibo 16. Oktober 2013 um 13:15 Uhr (Antworten)

Schön erkannt. Genau darum geht es!

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