10 Tools, die Spotify in Zukunft anbieten sollte

Gleich zu Anfang muss ich eine Sache klarstellen: Ich bin großer Fan von Spotify, und das schon seit 2007, wo ich die große Freude hatte, von den Gründern einen Zugang zu bekommen und seitdem nutze ich es täglich. Wie auch jetzt, in dieser Minute, wo ich meine neue Playliste für 2014 erstelle. Aber auch die nächsten Stunden wird mich Spotify begleiten. Wahrscheinlich sogar den ganzen Tag. Über die Entmaterialisierung der Musik hatte ich schon 2009 beschrieben.

Damit uns der Musik-Streaming-Dienst aber weit über die 100 Prozent-Marke hinweg begeistert, muss er bedeutsame Funktionen hinzufügen oder verbessern.

spotify

10 Tools, die Spotify in der Zukunft unbedingt anbieten muss:

1. Bessere Branded-Künstler-Pages

Dass es bei den Künstler-Seiten die Funktionen gibt, ähnliche Interpreten anzuhören oder sich einen Radiosender auf Basis der Lieblingskünstler erstellen zu lassen, finde ich zwar toll, doch das reicht mir nicht aus. Was ich mir wünsche, ist, dass sich Spotify mehr zu einem richtigen Channel entwickelt, wie es bereits bei YouTube, Facebook Pages oder Google+ der Fall ist. Eine wesentlich schönere Darstellung mit einem detaillierten Social Media-Feed sollte dabei die erste grundlegende Veränderung sein.

2. Integration der Social Media-Aktivitäten der Künstler

Die Einbindung der Social Media-Aktivitäten würde Interpreten einen erheblichen Mehrwert schaffen und ihre Präsenz erhöhen. Zudem suggeriert es den Followern Persönlichkeit und Transparenz. Spotify könnte zudem sein Potenzial als Social Network zu wachsen einen enormen Vorsprung geben.

 3. Bessere Offline-Funktionen wie z.B. Informationen von den Künstlern

Musik lässt sich bei Spotify nicht nur streamen, sondern alle Lieder stehen in der Premium-Version auch offline zur Verfügung. Neben Songs lassen sich aber auch etliche Informationen rund um Künstler in Erfahrung bringen. Wieso ist das aber nur online möglich? Sollten Premium-Nutzer nicht auch offline Auskunft über Künstler, Nutzer und Songs erhalten können?

4. Werbemöglichkeiten für Playlisten – denn in Zukunft werden mehr User und Firmen verstehen, wie sie ihre Playlisten zu vermarkten haben

Interessant und spannend ist der Gedanke, dass User mit ihren Playlisten Geld verdienen können. Haben Nutzer beispielsweise eine hohe Anzahl an Followern bei ihren Playlisten erreicht, könnten Unternehmen bei Free- und Unlimited-Accounts Werbung zwischenschalten. Das Modell ist dabei nicht nur für den Musik-Streaming-Dienst attraktiv, sondern auch für die User selbst. Beide Seiten profitieren dabei von (zusätzlichen) Einnahmen. Zudem könnte Spotify neue Kunden gewinnen, da der Ansporn grandiose Songlisten zu erstellen einen schönen Nebeneffekt hat.

5. Mehr Statistiken über selbst erstellte Playlisten (inkl. E-Mail-Statistiken)

Ich weiß zwar, wer meinen Spotify-Playlisten folgt, doch ob sie wirklich gut bei meinen Followern ankommen, kann ich mir nicht beantworten. Ein “Follow” ist bei der richtigen Auswahl an Liedern schnell erreicht – doch wie oft werden die einzelnen Songs und Playlisten abgespielt? Welcher Song ist der beste? Das sind unter anderem Fragen, auf die ich gerne Antworten hätte.

6. Eigene Podcast-Integration in den Playlisten durch Geschichten (Emotionalisierung der Playlisten)

Jede Playlist hat seine Geschichte, die ich meinen Followern auf meine persönliche Art und Weise mitteilen möchte. Die Funktion eigene Podcasts aufzunehmen, würde sich hierfür hervorragend anbieten.

7. Das Versenden von einzelnen Songs in wunderschön verpackten Nachrichten, sodass sie z.B. als Geburtstagsmusik versendet werden kann

YouTube-Videos sind oft in schlechter Qualität – zumindest, wenn ich einen schönen Song zum Geburtstag oder für einen anderen besonderen Anlass suche. Das Video dann auf Facebook zu posten, fällt mir in solchen Fällen ziemlich schwer. Spotify bietet mit seinen Millionen Songs doch die perfekte Vorlage, Lieder und nicht nur Alben in Nachrichten zu versenden. Jedoch muss Spotify seine Nachrichtfunktion (so oder so) verbessern. Denn nur mit sehr viel Mühe und Not lassen sich die Künstleralben versenden und oftmals kommen sie mit einer viel zu hohen Verspätung an. Wenn Spotify daran arbeiten würde, hätten wir ein neues soziales Netzwerk, das uns viel Spaß und Freude bereiten würde.

 8. Besseres Stöbern durch mehr Tracking

Ich kann zwar bei Spotify wild durch neue und unbekannte Musik stöbern, doch oftmals sind einfach die falschen Songs dabei. Die Entdecken-Funktion geht in die richtige Richtung, jedoch wünsche ich mir bessere Ergebnisse – optimal auf meinen Musikgeschmack angepasst. Denn nicht nur, weil ich einem bestimmten Künstler oder einer Playlist folge, heißt das nicht aurtomatisch, dass ich an seinem Konkurrenten interessiert bin. Daher wäre ausführlich darsgestelltes Tracking die optimale Ergänzung, die mir einen enormen Mehrwert schaffen würde.

9. Eigene Spotify-Festivals und Spotify Music Awards

Bereits 5 bis 6 Millionen Nutzer hat Spotify derzeit auf der ganzen Welt zu verzeichnen; Tendenz rasant steigend. Daher halte ich den Gedanken eigene Events oder gar einen Spotify Music Award in Zukunft einzuführen für nicht abwegig – Apple macht es bereits mit seinem iTunes-Festival vor, MTV als einst reiner Musiksender führte Auszeichnungen wie den EMA ein. Wenn Spotify mit iTunes und anderen Musikgiganten mithalten will, muss es auf sich verstärkt aufmerksam machen, seinen Nutzern einzigartige, vielleicht noch nicht da gewesene Events und Aktionen bieten, um nicht nur sie stärker an sich zu binden, sondern auch neue Kunden zu gewinnen.

 10. Tabs wie bei den Browsern

Browser bieten mir einen entscheidenden Vorteil: sie besitzen Tabs. Dank ihnen habe ich eine klare Übersicht, auf welchen Seiten ich mich gerade befinde und kann in Sekundenschnelle zwischen ihnen wechseln. Die Playlisten bei Spotify (und iTunes) stehen untereinander und ich muss ständig zwischen meinen wichtigsten Listen scrollen. Daher wünsche ich mir bei Spotify eine Tab-Funktion, mit der ich meine Musik besser organisieren kann und die mir anhand der Tabs Übersicht verschafft. So könnten zum Beispiel kleine Icons oder schlichtweg die Namen meiner wichtigsten Playlisten in der Tab-Leiste angezeigt werden, damit ich sie schnell anklicken kann und keine Zeit mehr beim Musikhören verliere, weil ich mal wieder ewig nach meiner Lieblingsplaylist suchen muss.

Jetzt muss ich wohl warten und hoffen, dass einer der kreativen Köpfe hinter Spotify meinen Blogartikel liest und sich inspirieren lässt – mich würde es freuen!

Welche Funktionen von Spotify sind eurer Meinung nach verbesserungswürdig? Welche Tools fehlen euch komplett?

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Kommentare zu "10 Tools, die Spotify in Zukunft anbieten sollte"

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Andi 6. Januar 2014 um 14:41 Uhr (Antworten)

Und bitte eine ganz simple Funktion: Songs und ganze Künstler „deaktivieren“ bzw. sperren. Immer wieder tauchen Songs bspw. in Radio-Sendern auf, die man nicht mag oder ganz und gar nicht hören möchte (zB. Onkelz-Cover-Bands…).

Ibo 6. Januar 2014 um 15:29 Uhr (Antworten)

Da hast Du so recht Andi! Das stimmt.

Boris Koch 6. Januar 2014 um 15:22 Uhr (Antworten)

Toller Artikel. Ich nutze Spotify auch fast täglich. Ich finde es sehr positiv, dass man nun auch als freier Nutzer ohne Abo die Musik auf dem iPhone oder auf dem iPad geniessen kann. Nützlich finde ich es ebenfalls, dass man in Verbindung mit Shazam ein tolles „Gesamt-Tool“ für Musik hat.
Beisp. Ich höre einen Song im Radio und kenne den Künstler nicht, so tagge ich das Lied mittels Shazam. Wenn Shazam den Song erkannt hat, dann gibt es dort neuerdings die Möglichkeit, von Shazam diesen Song oder Künstler direkt nach Spotify zu übernehmen und dort bspw. den getaggten Song in eine Playlist abzulegen.

Cool wäre es, wenn man direkt aus Spotify Musik taggen und playlisten könnte. Denn dann könnte ich die Shazam App löschen ;)

Viele Grüße und frohes Neues!

Herzlicher Gruß
Boris

Sascha 6. Januar 2014 um 15:22 Uhr (Antworten)

Ich hätte gerne, dass Spotify die Songs mal geotaggt, damit ich mir Lieder „finden“ kann.

So könnte man wissen, was der meistgespielte Song auf der Domplatte ist oder Soundtours durch Städte anlegen.

Ibo 6. Januar 2014 um 15:30 Uhr (Antworten)

Toll Idee, wirklich. Das stimmt. Auch wäre es cool zu sehen, wo die Songs aufgenommen worden sind (Studio, Orte). Das sind dann Super Meta-Informationen.

Sebastian 6. Januar 2014 um 17:53 Uhr (Antworten)

7. Yes! Bitte mit downloadbarem Soundfile für 99 Cent!
10. Yes!

+ besseres Indizieren von Musik, die bereits auf dem lokalen Speicher liegt.

Nico 6. Januar 2014 um 18:44 Uhr (Antworten)

Mir würde es schon reichen, wenn die Metadaten erweitert und verbessert würden.
Ich höre viel Klassik, welche auch reichlich vorhanden ist. Allerdings ist die simple Verbindung Song Interpret in diesem Genre nicht genug. Denn in der Klassik ist es eher Komponist Werk Song und dann gibt es viele, viele Interpreten (e.g. Titel: Nessun Dorma -> Werk: Turandot -> Komponist: Verdi -> Interpret: Luciano Pavarotti/Berliner Philharmoniker)
Zudem sollte die die Suche dann auch ein paar Sprachunterschiede ausbügeln (e.g. Klavierkonzert = Piano Concert = Piano Concerto)

Schön wäre in dem Atemzug auch eine Funktion, die zu einem Werk alle Interpretationen findet – auch praktisch für Jazz-Standards oder Cover-Songs.

Ich hoffe nur, dass einer von den Spotify-Jungs und -Mädels gerne Klassik hört. Fürchte nur, dann hätten sie es längst verbessert ;-)

Stefan 6. Januar 2014 um 20:42 Uhr (Antworten)

Eine eigene Rubrik für Hörbücher fehlt noch!

Alexander Kluge 7. Januar 2014 um 11:59 Uhr (Antworten)

Schöne Liste, gute Punkte. Ich habe nun mehrere Streaming-Dienste durch und bin begeisterter Spotify- Nutzer. Was mir noch in Deiner Liste fehlt: Ein flexibleres Preismodell. Ich meine damit nicht, dass es billiger sein soll – ich zahle gerne, wenn dann auch was bei den Künstlern ankommt (was offenbar noch zweifelhaft ist, wenn ich einige Artikel dazu lese). Was ich gerne hätte, wäre eine Art Mehrnutzer-Modell. Bei uns gibt es zwei Erwachsene und zwei Jugendliche sowie einen allgemeinen Account für den Sonos, der die Musik im Haus auch aus Spotify heraus streamt. Ich müsste eigentlich fünf Accounts haben. Der Account im Sonos läuft aber derzeit über meinen persönlichen Account. Folge: Höre ich im Zug Musik, schaltet sich im Haus Spotify ab.

Hier würde ich mir noch ein sinnvolles Premium-Angebot wünschen.

Lars 7. Januar 2014 um 19:23 Uhr (Antworten)

Super Vorschläge Ibo.
Als Ergänzung würde ich mir noch wünschen, die Integration in DJ-Apps / -Tools wie „Slussen“ oder „Virtual DJ“. Kleinigkeit die mich bei der mobilen Version nervt, ständig werden neue/andere Cover für Songs geladen. Und eine automatische Playlist mit allen heruntergeladenen Songs, klar es gibt die Starred-Liste aber manchmal lade ich ganze Alben auf die App, die ich aber nicht ständig in meinen Favoriten haben möchte.

Marcel 27. Februar 2014 um 9:54 Uhr (Antworten)

Die „Spotify“-Radios finde ich ganz schlimm. Ich habe über mehrere Jahre bis heute immer fleißig bei Last.FM gescrobbled. Die kennen meinen Musikgeschmack also besser als ich selbst. Die Integration bzw. das Scrobbeln selbst geht nun auch über Spotify aber es wäre richtig geil, wenn man den kompletten Last.fm-Verlauf nach Spotify importieren könnte.

Außerdem sollte Spotify sich in Richtung Soundcloud öffnen. Ich höre als (manchmal aktiver DJ) tatsächlich viel mehr Bootlegs und Remixes von bekannten Songs und wenn ich das aus Spotify verknüpfen könnte („Du hörst gerade Rihanna, hier gibt’s geile Remixes“), wäre das der Hammer.

Außerdem nutze ich viel „Hypemachine“ – einen blogaggregator, der aus diversen Musikblogs sehr gute Playlists zusammenstellt. Will ich auch in Spotify ;)

Wosa 24. April 2014 um 14:21 Uhr (Antworten)

… ich habe „von früher“ noch eine Musiksammlung auf einem NAS von fast 1 TB – zum Teil in grottenschlechter Qualität. Natürlich könnte ich die Songs mit Apple Match „waschen“ – was mich aber nicht vom eigentlichen Übel erlösen würde, nämlich der Aufgabe der Administrierung. Gerade in diesem Punkt ist mir Spotify um Galaxien voraus. Fazit: Am liebsten würde ich alle meine Songs (etwa 20.000) einfach löschen. Doch was ist, wenn mir dann plötzlich „wichtige“ Songs fehlen, die in Spotify nicht zu haben sind? Was ich also brauche ist ein Tool, was meine Songs mit dem Spotify-Archiv abgleicht und mir die auswirft, die es im Spotify-Archiv nicht finden kann. Diese Songs würde ich also weiterhin speichern und alle andere löschen können – das wäre super!

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