Digitale Spionage betreiben – diese Gadgets, Apps und Tools helfen

Als ich mit Spannung meine eigene Google Glass entgegengenommen habe, bin ich kurz darauf mit ihr durch die Stadt spaziert, habe interessierte Blicke zugeworfen bekommen und bereits viele Leute mit Googles Datenbrille begeistert. Ein paar Tage später habe ich bereits mein neuestes Spielzeug ausgepackt: Meine Tagebuchkamera Narrative Clip, die pro Minute zwei Bilder aufnimmt und am Ende des Tages mein persönliches Video zusammenstellt.

Wenn ich jetzt mit meiner Google Glass durch die Stadt laufe und zusätzlich noch meinen Narrative Clip an der Jacke befestigt habe, frage ich mich: Was dürfen wir filmen, fotografieren und veröffentlichen?

Auf rechtlicher Ebene gibt es zu Veröffentlichungen ein klares Statement, wie Rechtsanwalt Christian Solmecke schreibt. Denn ohne Einwilligung der Abgebildeten ist eine Verbreitung und Veröffentlichung von Bildmaterialien nicht gestattet. Außer, wenn es sich um Bilder „aus dem Bereich der Zeitgeschichte handelt oder um solche auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen“. Ebenfalls erlaubt ist die Veröffentlichung von Bildern, die auf Versammlungen aufgenommen wurden, vorausgesetzt, dass berechtigte Interessen bei allen genannten Punkten nicht verletzt worden sind. Ich finde, dass das zu schwierig umzusetzen ist. Wir sind einfach fixiert mit den Maschinen und bekommen unser digitales Verhalten teilweise gar nicht mehr mit. Wir sind einfach fixiert mit den Maschinen. Deswegen ist heute auch Spionage so einfach.

Doch was heißt persönliche Spionage überhaupt?

Ich interpretiere Spionage als etwas geheimes, auf dessen Spur wir überhaupt nicht zu denken kommen. Ist Spionage mit offensichtlich technischen Gadgets wie Google Glass dann überhaupt noch gewährleistet? Und was wollen wir mit Spionage-Tools erzielen? Haben wir kein Vertrauen, wollen wir einfach mehr Infos über Freunde und Co. erhalten? Oder dient es einfach nur dazu, um auf Dauer z.B. unsere digitale Eifersucht zu befriedigen? Anders ist es mit den Daten von mir: Man kann heute ohne Probleme herausfinden, wo genau Fotos aufgenommen worden sind, also an welchen Orten es geknipst wurde und welche Kamera der Fotograf eingesetzt hat. Umgekehrt kann man sich heute mit einfachen Tools vor Spionen schützen, indem man seine Daten angemessen schützt und sicher löscht.

Es bleibt spannend, welche technischen Geräte, Apps und Tools uns in Zukunft noch zur Verfügung gestellt werden, um mal mehr oder minder unauffällig Menschen zu spionieren und Schritte nachzuverfolgen. Erste Programme und Geräte können das.

Google Glass

Ok, die Google Glass eignet sich nicht am besten, um heimlich Spionage zu betreiben. Dafür ist sie momentan aufgrund ihrer Seltenheit einfach noch ein zu starker Hingucker. Dennoch lassen sich Bilder per Touch aufnehmen, ohne dass ein “OK Glass, take a picture” aus meinem Mund ertönt. Wenn ich aber beispielsweise ein Video aufnehmen will, könnte ich meiner Brille ohne Probleme in einem stillen Moment den Auftrag zu Momentaufnahmen erteilen und ungeniert durch Fußgängerzonen, Bars etc. marschieren. Anders wird es werden, wenn sich Google Glass in Brillen vereinigt, also nicht sichtbar ist. Das wird definitiv kommen.

Narrative Clip

Mit 5 Megapixel nimmt Narrative Clip alle 30 Sekunden ein Bild von der Umgebung auf. Es ist auch möglich, per Doppelklick Momente festzuhalten. Die Speicherkapazität beträgt dabei 4.000 Bilder, die – so verspricht es der Hersteller – sicher auf der Cloud gesichert werden. Drei Farben stehen momentan zur Verfügung. Mit der richtigen Kleidung fast unsichtbar und nicht zu erkennen.

GoPro

Zwar nicht die unauffälligste Kamera, aber dennoch lassen sich mit der GoPro hervorragende Aufnahmen machen. Und wer es geschickt anstellt, wird auch unbemerkt bleiben. Vorteile der GoPro: klein, wasserdicht und stoßsicher. Ach ja, und eine wahnsinnig gute Qualität.

Eyenimal

Wer wissen möchte, was sein liebstes Haustier tagsüber in der Wohnung oder bei einem Ausgang macht, kann die Kamera von Eyenimal erwerben. Die Kamera nimmt Videoaufnahmen von bis zu 29 Bildern pro Sekunde auf und hat eine Spielzeit von 2 Stunden und 30 Minuten. Uns erwarten ganz neue Videos und Bilder von unseren Tieren.

Microphone-Apps und Verstärker für Smartphones

Gespräche lassen sich mühelos mit geeigneten Apps und sogar Verstärkern für das iPhone aufzeichnen. Ob bei Konferenzen, Vier-Augen-Gesprächen oder Verhandlungen; bereits heute kann niemand vor geheimen Gesprächsaufnahmen geschützt sein. Das verstößt gegen jede digitale Ethik. Einen geeigneten Verstärker bietet EDUTIGE Europe an.

Smartwatches 

Smartwatches sind nicht nur schön anzuschauen und praktisch, nein, wir können auch unauffällig Fotos und Videoaufnahmen damit machen. Verschiedene Apps sind installierbar, und in Zukunft wird es garantiert auch solche geben, die eine noch höhere Fähigkeit zum Ausspähen haben, wie z.B. Uhren mit Audio-Aufnahmen.

Drohnen

Drohnen sind schon gegen wenig Entgelt erhältlich und können mühelos mit einer Kamera ausgestattet und über das iPhone gesteuert werden. Selbst Drohnen mit integrierter Kamera sind bereits kostengünstig zu erwerben. Wer daran interessiert ist, was die Ex-Freundin bzw. der Ex-Freund macht oder gar die Nachbarn von gegenüber unternehmen, kann problemlos das passende Drohnen-Set zusammenstellen und sein fliegendes Geschoss vom Wohnzimmer aus steuern.

Social Media

Ob FacebookTwitter und Co. – die sozialen Netzwerken geben uns heutzutage die perfekte Möglichkeit den Partner, neue Kontakte, Kollegen und Fremde bis ins kleinste Detail ausfindig zu machen und Informationen zu erhalten, vorausgesetzt die Privatsphäre-Einstellungen sind nicht eingeschränkt.

Meine Freunde suchen

Mithilfe der App “Meine Freunde suchen” können die Geo-Positionen der eigenen Freunde und Familienmitgleider auf Schritt und Tritt nachverfolgt werden. Jedoch bedarf es der Zustimmung auf der Gegenseite.

Foursquare

Wer regelmäßig Foursquare als standortbezogenes Social Network nutzt, kann die Aufenthaltsorte von Freunden und Familienmitgliedern verfolgen.

Spionage-App mSpy

Unbemerkt auf dem Smartphone installiert, können Videos, Bilder, Downloads, Telefonate, SMS und Browser-Verläufe abgerufen werden. Die Firmenwerbung verspricht dabei, dass die überwachte Person die Spionage nicht bemerkt.

WhatsApp 

Die wohl beliebteste Nachrichten-App ermöglicht es, zu sehen, wann die eigenen Kontakte das letzte Mal in WhatsApp online waren. Das lässt sich aber auch ohne Probleme ausstellen, sodass in diesem Punkt Privatsphäre gewährleistet wird.

Schreckt euch die Auflistung zurück oder könnt ihr euch vorstellen einige der Produkte zu benutzen? Habt ihr schon Apps oder Social Networks benutzt, um an Informationen über Partner, Freunde oder Kollegen zu kommen? Legitim oder absolutes No-Go?
Über weitere Tipps wäre ich froh. Ich werde diese Liste erweitern.

Retweets

Jetzt tweeten

Kommentare zu "Digitale Spionage betreiben – diese Gadgets, Apps und Tools helfen"

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Verpasse keine weiteren Inhalte und folge mir auf meinen Social-Media-Kanälen